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Akzidenzdruckerei
Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Verlags- und Zeitungsdruckereien des 19. und 20. Jahrhunderts für eine Abteilung, die sich auf die Herstellung von Akzidenzdrucksachen, also auf Geschäfts- oder Privatdrucksachen spezialisiert hat. Semantisch von Akzidenzen. Etymologisch von »Accidenz« zu »Akzidenz« für »etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes«; entlehnt aus dem lateinischen »accidentia« für »Zufall«.
Mit der Zunahme der Geschäftsdrucksachen, der technischen Entwicklung sowie der damit korrespondierenden Spezialisierung trennte sich die Sparte Akzidenzdruck vom klassischen Kerngeschäft des Buchdrucks und des Zeitungsdrucks. Jede Akzidenzdruckerei verfügte über einen Akzidenzsatz bzw. über besonders geschulte Akzidenz(schrift)setzer. Während der Lehre zum Buchdrucker durchliefen die Lehrlinge meist auch die Akzidenzdruckerei. Insbesondere in den ersten beiden Lehrjahren wurden sie dort an kleinen ein- und zweifarbigen Druckmaschinen ausgebildet. Drucker, die in einer Akzidenzdruckerei arbeiteten, wurden als »Akzidenzdrucker« bezeichnet.
Die überwiegende Mehrheit der Verlags- und Zeitungsdruckereien haben sich inzwischen von ihren Akzidenzdruckereien getrennt. Heute hat mehrheitlich die eigenständige Offsetdruckerei die Aufgaben der Akzidenzdruckerei übernommen. Die Begriff »Akzidenzdruckerei« wird in der Regel nur noch in einigen wenigen Großdruckereien verwendet, die über alle klassischen Drucksparten verfügen.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 23.08.2006
von Wolfgang Beinert
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