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Auszeichnungschriften
Typographischer Terminus für Druck- und Screenschriften innerhalb eines Layouts oder Schriftsatzarbeit, z.B. einem Roman, extra der Grundschrift. Sammelbegriff für Schriftgattungen, Schriftarten und Schriftstile (Schriftklassifikation), welche im Rahmen einer Schriftsatzarbeit für Auszeichnungen, Headlines, Sublines, Bildunterschriften, Marginalien, Fußnoten et cetera extra der Grundschrift verwendet werden. Man unterscheidet zwischen » leisen « und » lauten « Auszeichnungsschriften, wobei » leise « in der Regel strichgleiche Stile innerhalb einer Schriftfamilie und » laut « für die fetteren Strichstärken innerhalb oder extra einer Schriftfamilie steht [1].
Auszeichnungsschriften werden aufgrund einer semantischen und typographischen Schriftauszeichnungsmatrix gewählt. Die Wahl der Gattungen, Arten und Stile fällt in den Bereich der Makrotypographie; die Wahl der Fonts, der Font Foundries, der Type Designer, der Figurenverzeichnisse und der Technologie sowie das Kalibrieren zur Grundschrift hin, in den Bereich der Mikrotypographie.
Semantisch rührt der Begriff » Auszeichnungsschrift « von Auszeichnung. Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970/80er Jahren bezeichnete man deshalb auch die Schriftschnitte einer Schriftfamilie extra des normalen Schriftschnitts als » Auszeichnungsschnitte « oder » Auszeichnungsgarnituren « bzw. im digitalen Schriftsatz auch als » Auszeichnungsstile «.
[1] Die Bezeichnungen » laut « und » leise « stehen immer in Relation zur Grundschrift. Bei einer Grundschrift im normalen Stil wären beispielsweise der kursive Stil und die Kapitälchen » Leise Auszeichnungschriften « bzw. » Leise Auszeichnungsstile «.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 31.10.2008
von Wolfgang Beinert
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