Akzidenzdrucksachen

Gewer­be­spe­zi­fi­scher Ter­mi­nus aus der Epo­che der Offi­zi­nen bzw. Buch- und Zei­tungs­dru­cke­rei­en des frü­hen 19. Jahr­hun­derts für einen »Gele­gen­heits­auf­trag« bzw. für eine »Neben­ein­nah­me«; dann ab Mit­te des 19. Jahr­hun­derts Begriff­lich­keit für Geschäfts- oder Pri­vat­druck­sa­chen, wie bei­spiels­wei­se Brief­pa­pie­re, Visi­ten­kar­ten und Pro­spek­te, die nicht zum Werk-, Zei­tungs- oder Zeit­schrif­ten­druck gehör­ten; auch als »Akzi­den­zen« bezeich­net.

Ety­mo­lo­gi­sch von »Acci­denz« zu »Akzi­denz« für »etwas Zufäl­li­ges, nicht zum Wesen Gehö­ren­des«; ent­lehnt aus dem latei­ni­schen »acci­den­tia« für »Zufall«.

Akzi­denz­druck­sa­chen waren ursprüng­li­ch neben den »Peri­odi­ka« (z.B. Bücher und Zei­tun­gen) eine zusätz­li­che Erwerbs­quel­le für Buch- und Zei­tungs­dru­cke­rei­en. Mit der Zunah­me der Geschäfts­druck­sa­chen, der tech­ni­schen Ent­wick­lung sowie der damit kor­re­spon­die­ren­den Spe­zia­li­sie­rung trenn­te sich unge­fähr ab den 1970er Jah­ren die Spar­te Akzi­denz­druck vom klas­si­schen Kern­ge­schäft des Buch- und Zei­tungs­drucks.

Akzi­den­zen wur­den im Zeit­al­ter des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes über­wie­gend von beson­ders geschul­ten Akzi­denz­schrift­set­zern mit soge­nann­ten Akzi­denz­schrif­ten gestal­tet, gesetzt und in der Akzi­denz­dru­cke­rei pro­du­ziert.

Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Zei­tun­gen und Ver­la­ge stel­len heu­te kei­ne Akzi­denz­druck­sa­chen mehr her. Gegen­wär­tig wer­den Akzi­den­zen u.a. von Mediengestalter/innen, Gra­fik- und Kommunikationsdesignern/innen sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Wer­be­agen­tu­ren gestal­tet und über­wie­gend im Off­set­druck pro­du­ziert.

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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