Akzidenzsatz

Auch als »Feinsatz« bezeichnet. Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für die Schriftsatzarbeit einer Akzidenzschriftsetzerei, einer Abteilung innerhalb einer Akzidenzdruckerei, die auf die Gestaltung und Druckvorlagenherstellung von Akzidenzdrucksachen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, beispielsweise Zeitungsköpfe, Werbeanzeigen, Geschäfts- oder Privatdrucksachen, spezialisiert war. 

Semantisch von Akzidenzen. Etymologisch von »Accidenz« zu »Akzidenz« für »etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes«; entlehnt aus dem lateinischen »accidentia« für »Zufall«.

Im Akzidenzsatz arbeiteten besonders geschulte Akzidenzschriftsetzer mit sogenannten Akzidenzschriften. Aus der Akzidenzschriftsetzerei entwickelte sich sukzessive ab den 1960er Jahren mit Einführung des Fotosatzes (optomechanischer Schriftsatz) die Layout-Setzerei.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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