Antiqua Varianten

Typographischer Terminus für Hybridschriften, Mischschriften oder Bastardschriften. Hauptschriftgruppe, die im Sinne der typographischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Antiqua-Schriften gehört. Rundbogige Druck- oder Screenschriften römischen Ursprungs mit Serifen (Serif) und ohne Serifen (Sans Serif), die hybride Formen aufweisen und sich nicht eindeutig zuordnen lassen. 1 ) Im Zuge der hypertrophen Schriftenvielfalt gehören heute die meisten Zierschriften (z.B. Schmuckschriften, Display Schriften und Decorative) zu dieser Untergruppe. 2 )

Antiqua Varianten (Zierschriften). Beispiele gesetzt in der Blur von Neville Brody, Arnold Böcklin von Otto Weisert, Copperplate Gothic von Frederic Goudy und Souvenir von Morris Fuller Benton. Infografik: www.typolexikon.de
Antiqua Varianten (Zierschriften). Beispiele gesetzt in der Blur von Neville Brody, Arnold Böcklin von Otto Weisert, Copperplate Gothic von Frederic Goudy und Souvenir von Morris Fuller Benton.

Vertreter dieser Schriftart
SchriftSchriftgestalterFont FoundryJahr
Amelia ScriptBaboon, MaroonEigenproduktion2015
Arnold BöcklinWeisert, OttoOtto Weisert1904
BlurBrody, NevilleFontFont1991
ChromoxomeNiessink, ThomEigenproduktion2015
DemocraticaNewlyn, MilesEmigre1991
EckmannEckmann, OttoKlingspor1900
ExocetBarnbrook, JonathanEmigre1991
InsigniaBrody, NevilleFontFont1990
IronwoodRedick, Joy
Lind, Barbara
Buker Chansler, Kim
Adobe1990
MamboFullard, ValFontFont1992
MasonBarnbrook, JonathanEmigre1992
Pattern No. 1Dingler, EikeMauve Type2014
Sofia RoughGourvat, OlivierMostardesign Type Foundry2015
SouvenirBenton, Morris FullerITC1914
StencilPowell, GerryATF1937
TrendHernández, Daniel
Nazal Selaive, Paula
Latinotype2012
TriplexLicko, ZuzanaEmigre1989

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmerkung: Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970er Jahren konnten handelsübliche Schriften relativ einfach klassifiziert und in Gruppen eingeteilt werden. Dies ist seit dem optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) und insbesondere seit Beginn der digitalen Typographie (PostScript®, TTF, Bitmap, OTF usw.) nicht mehr – oder nur zum Teil möglich. Zu viele Varianten und Mischformen sind existent. Einheitliche Formmerkmale sind nicht mehr konkret nachweisbar und es ist nahezu unmöglich geworden, Antiquaschriften kunstgeschichtlich zuzuordnen.
2.Anmerkung: In der Matrix Beinert werden Antiqua Varianten als Zierschriften bezeichnet.