Ausschluß

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für Wort­z­wi­schen­raum; nicht­ge­druck­ter Teil zwi­schen zwei Wör­tern, der zum soge­nann­ten »Blind­ma­te­ri­al« gehört.

Der opti­ma­le »Aus­schluß« 1 ) zwi­schen zwei Wör­tern dient der bes­se­ren Les­bar­keit und ist ein wesent­li­ches Qua­li­täts­merk­mal einer typo­gra­phi­schen Schrift­satz­ar­beit. Der »tadel­lo­se Aus­schluß« 2 ) hat sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ver­än­dert. Bei­spiels­wei­se wur­de im fünf­zehn­ten und sech­zehn­ten Jahr­hun­dert enger »aus­ge­schlos­sen« als im neun­zehn­ten Jahr­hun­dert. 3 ) 4 ) 5 )

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

Share / Bei­trag tei­len:

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Tipp: Als Faust­re­gel für »den idea­len Aus­schluß« gilt heu­te die trans­po­nier­te Dik­te ohne die äuße­ren Seri­fen­ab­schlüs­se, wel­che die Minus­kel »n« benö­ti­gen wür­de.
2.Anmer­kung: Bis in die 1970er Jah­re wur­de in der typo­gra­phi­schen Lite­ra­tur, z.B. in der von Jan Tschi­chold (1902–1974), die For­mu­lie­rung »tadel­lo­ser Aus­schluß« ver­wen­det. Heu­te könn­te man die­se Begriff­lich­keit als »idea­ler Wort­z­wi­schen­raum« bezeich­nen.
3.Tipp: Um einen tadel­lo­sen Aus­schluß bzw. Wort­z­wi­schen­raum zu erzie­len, ste­hen pri­mär fünf mikro­ty­pro­gra­phi­sche Inter­ven­tio­nen zur Ver­fü­gung: Die Lauf­wei­te, der pro­zen­tua­le Wort­z­wi­schen­raum, der indi­vi­du­el­le Wort­z­wi­schen­raum, der Schrift­grad und die Sil­ben­tren­nung.
4.Tipp: Der Aus­schluß inner­halb eines Block­sat­zes muss grund­sätz­li­ch hand­kor­ri­giert wer­den. Block­satz, der nur auto­ma­ti­sch gene­riert wur­de, weist in der Regel zu gro­ße und zu unre­gel­mä­ßi­ge Wort­z­wi­schen­räu­me auf, so genann­te Gieß­bä­che. Aus­schließ­li­ch auto­ma­ti­sch gene­rier­ter Block­satz gilt in der Mikro­ty­po­gra­phie als unäs­the­ti­sch und schlecht les­bar.
5.Anmer­kung: Geschäfts­brie­fe, Han­douts, Berich­te etc., bespiels­wei­se in Micro­soft Word® geschrie­ben, soll­ten nicht im Block­satz for­ma­tiert wer­den, son­dern im links­bün­di­gen Flat­ter­satz. Denn nicht alles was tech­ni­sch mach­bar ist, ist sinn­voll und ästhe­ti­sch!