Auszeichnen

1. Auszeichnen eines Manuskripts bzw. Typoskripts

In der Typographie versteht man unter »Auszeichnen« die makro- und mikrotypographischen Satzangaben für ein Manuskript (handschriftlicher Beitrag eines Autors, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient) bzw. für ein Typoskript (maschinell verfasster Text, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient), das einem Schriftsetzer/in vorgibt, mit welchen charakterisierenden Eigenschaften der Schriftsatz typographisch (um)gesetzt werden soll.

Dazu zählen beispielsweise die Vorgaben für die Grundschrift, Auszeichnungsschrift, Schriftgrad, Zeilenabstand, Spationierung oder Konsultation. 

Ein Vordruck für ein Typoskript der Werbeagentur Beinert & Partner um 1991. Das Formular in DIN A4 wurde mit der Schreibmaschine oder mit einem Matrixdrucker beschrieben und mit den Satzangaben, Korrekturzeichen und erklärenden Legenden händisch »ausgezeichnet«. Die Nummerierung der Zeilen und der Anschläge diente der Berechnung des Satzumfangs. Nach dem gewissenhaften »Auszeichnen« sämtlicher Seiten wurde das Typoskript dann an die Schriftsetzerei weitergegeben und besprochen. Je exakter ein Typoskript vorbereitet wurde, desto effektiver und kostengünstiger konnte ein Setzer/in arbeiten.
Ein Vordruck für ein Typoskript der Werbeagentur Beinert & Partner um 1991. Das Formular in DIN A4 wurde mit der Schreibmaschine oder mit einem Matrixdrucker beschrieben und mit den Satzangaben, Korrekturzeichen und erklärenden Legenden händisch »ausgezeichnet«. Die Nummerierung der Zeilen und der Anschläge diente der Berechnung des Satzumfangs. Nach dem gewissenhaften »Auszeichnen« sämtlicher Seiten wurde das Typoskript dann an die Schriftsetzerei weitergegeben und besprochen. Je exakter ein Typoskript vorbereitet wurde, desto effektiver und kostengünstiger konnte ein Setzer/in arbeiten.

Bis zum Ende des optomechanischen Schriftsatzes (Fotosatz) gehörte das Auszeichnen von Manuskripten und Typoskripten zu den Routinen in der Zeitungs- und Buchtypographie sowie im Editorial-, Kommunikations- und Grafikdesign

Mit Beginn der Elektronischen Textverarbeitung, insbesondere mit dem Gebrauch von Microsoft Word® (1983) sowie der Etablierung der Desktop Publishing Software (DTP) Adobe PageMaker® (1985) bzw. durch QuarkXpress® von Quark® (1987), geriet das händische Auszeichnen von Manuskripten oder Typoskripten aufgrund veränderter Arbeitsabläufe in seiner ursprünglichen Form sukzessive in Vergessenheit. 

Detaillierte Informationen unter
Makrotypographie
Mikrotypographie

2. Auszeichnen im geschlossenen Schriftsatz

Verb für das »Auszeichnen« einer Grundschrift innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes mit einem anderen Schriftschnitt.

Detaillierte Informationen unter
Auszeichnungsschriften
Schriftauszeichnung
Schriftmischung

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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