Benton, Linn Boyd

US-ame­ri­ka­ni­scher Typo­gra­ph, Dru­cker, Erfin­der und Direk­tor der ATF-Com­pany. Gebo­ren 1844, gestor­ben 1932. Die Ent­wick­lung der ame­ri­ka­ni­schen Typo­gra­phie wur­de von Linn Boyd Ben­ton und sei­nem ein­zi­gen Sohn Mor­ris Ful­ler Ben­ton ent­schei­dend geprägt. Bei­de wirk­ten zeit­le­bens in lei­ten­den Posi­tio­nen für die »Ame­ri­can Type Foun­ders Com­pany« (ATF), 1 ) die 1892 durch den Zusam­men­schluß von 23 Schrift­gie­ße­rei­en in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka gegrün­det wor­den war. 

Der US-amerikanische Typograph Linn Boyd Benton (USA, 1844–1932), vermutlich zwischen 1880 und 1885 im Büro seiner Schriftgießerei in Milwaukee, USA. Vermutlich fotografiert von seinem Sohn und Assistenten Morris Fuller Benton.
Der US-ame­ri­ka­ni­sche Typo­gra­ph Linn Boyd Ben­ton (USA, 1844–1932), ver­mut­li­ch zwi­schen 1880 und 1885 im Büro sei­ner Schrift­gie­ße­rei in Mil­wau­kee, USA. Ver­mut­li­ch foto­gra­fiert von sei­nem Sohn und Assis­ten­ten Mor­ris Ful­ler Ben­ton.

Linn Boyd Ben­ton hat­te in der Dru­cke­rei der »Mil­wau­kee Dai­ly News«, deren Her­aus­ge­ber sein als demo­kra­ti­scher Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ter auch poli­ti­sch ein­fluss­rei­cher Vater Charles Ben­ton war, bereits in sehr jun­gen Jah­ren das Schrift­set­zer­hand­werk erlernt. Nach einem Inter­mez­zo als Gold­schmied wur­de Linn Boyd 1873 Mit­ei­gen­tü­mer einer Schrift­gie­ße­rei in Mil­wau­kee, wo der tech­ni­sch hoch­be­gab­te Auto­di­dakt sei­ne ers­te Maschine zum Gra­vie­ren von Stahl­prä­ge­stem­peln ent­wi­ckel­te, 2 ) die 1885 paten­tiert wur­de. Die­ser folg­ten bis 1930 eine gan­ze Rei­he von Inno­va­tio­nen, die das Dru­cke­rei­we­sen welt­weit revo­lu­tio­nie­ren soll­ten. 3 ) 1894 wur­de Linn Boyd Ben­ton zu einem der Direk­to­ren in der neu­ge­grün­de­ten ATF-Com­pany ernannt, der er bis zu sei­nem Tod 1932 vor­stand. 4 ) 5 )

Die gro­ße Depres­si­on der Zwi­schen­kriegs­jah­re brach­te auch die ATF-Com­pany in eine schwe­re wirt­schaft­li­che Kri­se. Linn Boyd Ben­ton zog sich Anfang Juli 1932 sechs­und­acht­zig­jäh­rig aus dem ope­ra­ti­ven Geschäft zurück und ver­st­arb zwei Wochen spä­ter.

Druckschriften von Linn Boyd Benton

Cen­tu­ry Roman (für das Cen­tu­ry Maga­zi­ne ent­wi­ckelt), 1894, Ame­ri­can Type Foun­ders
Cen­tu­ry Ita­lic, 1894, Ame­ri­can Type Foun­ders
Cen­tu­ry Roman 2 (Broad Face), 1894, Ame­ri­can Type Foun­ders
Cen­tu­ry Ita­lic 2, 1894, Ame­ri­can Type Foun­ders

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: A. Cost,Patricia: »Linn Boyd Ben­ton, Mor­ris Ful­ler Ben­ton, and Typemaking at ATF« im Jour­nal Nr. 31/​32 der Ame­ri­can Prin­ting His­to­ry Asso­cia­ti­on, 2002.
2.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Benton,Linn Boyd: »The Making of Type«, 1906.
3.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Kaup, W.J.: »Modern Auto­ma­tic Type Making«, in »Ame­ri­can Machi­nist 32«, 1909.
4.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Updi­ke, Dani­el Ber­ke­ley: »Prin­ting Types: Their His­to­ry, Forms and Use«, Har­vard Uni­ver­si­ty Press, Cam­bridge, Mas­sa­chu­setts, 1922.
5.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Goudy,Frederic W.: »Type Desi­gn: A Homi­ly«, in »Ars Typo­gra­phi­ca 1«, 1934.