Brotschrift

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) für die Grundschrift einer Schriftsatzarbeit; Werksatzschriften in den Lesegrößen der Mittel Korpus bzw. Garamond (10 Didot Punkt), Rheinländer (11 Didot Punkt) und Cicero (12 Didot Punkt). Heute als Grundschrift, vereinzelt auch als Fließtextschrift bezeichnet. 

Semantisch rührt die Bezeichnung daher, dass Handschriftsetzer im Zuge der Industrialisierung im Akkord entlohnt wurden. Aus der Menge des erstellten Schriftsatzes ergab sich der zu erwartende Lohn. Ein Schriftsetzer verdiente folglich sein »Brot« mit dem Setzen der Schrift. 1 ) Als Berechnungsgrundlage für die Entlohnung diente die Anzahl der gesetzten Zeilen.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmerkung: Da für den Lohn eines Schriftsetzers die Menge der gesetzten Zeilen ausschlaggebend waren, lag es natürlich in seinem Interesse, schnell und viel zu setzen. Dies ist einer der Hauptursachen für den oft schlechten, weit spationierten und löchrigen Blocksatz dieser Epoche.