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Cursiva
Lateinische Kursivschrift; Schrägschrift der Römer. Auch als »Scriptura cursiva« bezeichnet. Etymologisch von lateinisch »Cursiva« für »schräg, laufend« zu »fortlaufend«. Römische Verkehrsschrift, die mit einem Griffel in Wachstafeln oder mit einer sehr schmalen Rohrfeder auf Papyrus geschrieben wurde. Die Cursiva entwickelte sich aus der »Capitalis quadrata« (Römische Quadratschrift). In ihrem Frühstadium um A.D. war sie mehr oder weniger eine seitlich geneigte Vulgärform der Capitalis Quadrata. Die Cursiva wurde vor allem für nichtliterarische, alltägliche Manuskripte verwendet.
Heute wird in der Typographie eine nach rechts geneigte Schriftlage einer Druck- oder Screenschrift, bzw. eine nach rechts abgeschrägte Schriftstilvariante als »kursiv« bzw. als »italic«, »italique«, »cursiva« oder als »corsivo« bezeichnet.
[T] Lateinische Handschriften und antike Schriftgeschichte werden in der Paläographie erforscht.
[T] Eine umfassende Systematik der lateinischen Paläographie erarbeiteten bis 1765 die französischen Benediktiner Charles Francois Toustain und René Prosper Tassin; in ihrem »Nouveau Traité« wurde die römische Majuskelschrift erstmals nach Capitalis und »Uncialis« unterschieden und zu Minuskel und Cursiva als besondere Schriftart eine »Semiuncialis« (Halbunziale) eingeführt, aus der sich im Verlauf der karolingischen Schriftreform die mittelalterliche Minuskel entwickelte.
[T] In der Paläographie wird die römische Schrift generell als »Scriptura capitalis« bezeichnet.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 05.07.2007
von Wolfgang Beinert
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