Capitalis Rustica

Hand­schrift­li­che Schnell­schreib­va­ri­an­te der »Capi­ta­lis qua­drata«. Latei­ni­sche Hand­schrift für Per­ga­ment­hand­schrif­ten; Schrift der Römer. Ety­mo­lo­gi­sch aus latei­ni­sch »capi­ta­lis« für »Haupt, Kopf« aus »den Kopf, das Leben betref­fend; in sei­ner Art vor­züg­li­ch« und »rusti­ca« für »länd­li­ch, bäu­er­li­ch, rus­ti­kal« ent­lehnt aus dem lt. »rusti­ca­lis« aus »rusti­cus« zu »rus, ruris« für »Land«. 1 )

Die Capi­ta­lis Rusti­ca gilt neben der Capi­tals Qua­drata als die klas­si­sche Buch­schrift der Römer. 2 ) Die Capi­ta­lis Rus­ti­ka ist eine Schrift, die aus­schließ­li­ch Majus­keln auf­weist und die im Gegen­satz zur Capi­ta­lis Qua­drata schnel­ler und enger im Zwei­li­ni­en­sys­tem geschrie­ben wur­de. Ihre Anmu­tung erscheint weni­ger kon­stru­iert und zwang­lo­ser. Wie die Capi­ta­lis Monu­men­ta­lis, die als das Vor­bild aller Anti­qua-Schrif­ten gilt, ver­fügt die Capi­ta­lis Rusti­ca über Seri­fen. 

Die Capitalis Rustica gilt neben der Capitals Quadrata als die klassische Buchschrift der Römer. Sie wurde mit einer breiten Rohrfeder auf Pergament geschrieben. Abbildung: Kopie (Ausschnitt) einer Pergamenthandschrift aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. Quelle: Bibliothèque nationale de France, Paris.
Die Capi­ta­lis Rusti­ca gilt neben der Capi­tals Qua­drata als die klas­si­sche Buch­schrift der Römer. Sie wur­de mit einer brei­ten Rohr­fe­der auf Per­ga­ment geschrie­ben. Abbil­dung: Kopie (Aus­schnitt) einer Per­ga­ment­hand­schrift aus dem 5. Jahr­hun­dert n. Chr. Quel­le: Biblio­thèque natio­na­le de Fran­ce, Paris.

Im vier­ten Jahr­hun­dert ent­steht mit dem Wech­sel vom fase­ri­gen Papy­rus zum glat­te­ren Per­ga­ment und vom pflanz­li­chen, leicht split­tern­den Rohr zum kom­pak­ten Feder­kiel als Schreib­werk­zeug aus der Capi­ta­lis Rusti­ca (und der Capi­ta­lis Qua­drata) die »Uncia­lis« (Unzia­le), die ers­te Schrift mit run­den For­men.

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmer­kung: Latei­ni­sche Hand­schrif­ten und anti­ke Schrift­ge­schich­te wer­den in der Paläo­gra­phie erforscht.
2.Anmer­kung: In der Paläo­gra­phie wird die römi­sche Schrift gene­rell als »Scrip­tu­ra capi­ta­lis« bezeich­net.