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Kategorie B

Buchstabe

Lateinischer Buchstabe; Buchstabe römischen Ursprungs. Schriftzeichen für einen Sprachlaut; Zeichen zur visuellen Sprachfixierung von Vokalen und Konsonanten. Ein Buchstabe kodifiziert die auditive Wahrnehmung und wird demgemäß in der Linguistik als ein Graphem definiert, das einem Phonem entspricht. Das Zeichen »charakterisiert« den Laut – und umgekehrt – als Einheit, als eine untrennbare semantische Verknüpfung, die besonders in den romanischen Sprachen deutlich wird, beispielsweise im Französischen, wo das Wort »caractère« noch immer die Grundbedeutung von Buchstabe, Schriftzeichen, Letter und Type hat. Buchstabe weiterlesen

Baskerville, John

Englischer Typograph und Emailliertechniker. Geboren 1706 zu Wolverley in der englischen Grafschaft Worcester, gestorben 1775. 1726 ließ sich der ausgebildete (Grab-)Steinschneider John (Johannis) Baskerville als Schreiblehrer und Graveur in Birmingham nieder, wo er ab 1738 ein Lackierunternehmen betrieb, das auf Japanlack spezialisiert war. Sein Erfindungsgeist revolutionierte die Emailliertechnik und er machte ein Vermögen mit der Herstellung von diversen Haushaltsgegenständen.  Baskerville, John weiterlesen

Brotschrift

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) für die Grundschrift einer Schriftsatzarbeit; Werksatzschriften in den Lesegrößen der Mittel Korpus bzw. Garamond (10 Didot Punkt), Rheinländer (11 Didot Punkt) und Cicero (12 Didot Punkt). Heute als Grundschrift, vereinzelt auch als Fließtextschrift bezeichnet.  Brotschrift weiterlesen

Blitzer

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Drucker für eine fehlerhaft unbedruckte, bedruckte oder überdruckte Stelle innerhalb einer Drucksache. Die Ursachen für »Blitzer« sind sowohl in der Druckvorstufe als auch beim Druck selbst zu finden.  Blitzer weiterlesen

Berthold, Hermann

Typograph, Galvaniseur und Unternehmer. Hermann Berthold wurde am 19. August 1831 als Sohn eines Kattundruckers in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Präzisions-Werkzeugmacher beschäftigte sich Berthold intensiv mit der innovativen Technik der Galvanographie, einem 1840 vom Münchener Naturwissenschafter, Mineralogen und zu jener Zeit sehr bekannten bayrisch-pfälzischen Mundartdichter Franz von Kobell (1803–1882) entwickelten neuen Verfahren zur Herstellung von Kupferdruckplatten. Berthold, Hermann weiterlesen

Bastardschriften

Terminus aus der Paläographie, der Paläotypie und der Typographie für Mischschriften; auch als »Bastarda« oder »Hypride« bzw. »Hypridschriften« bezeichnet. Schriften, die nicht eindeutig klassifizierbar sind bzw. die hypride Stilmerkmale im Sinne einer philologischen oder typographischen Schriftklassifikation aufweisen. 

In der typographischen Schriftklassifikation zählen mehrheitlich Bastardschriften der Schriftgattung Antiqua zu der Untergruppe der Antiqua Varianten. 

Die semantische Ausgangsbedeutung des Wortes »Bastard« rührt von »wilder Schößling«, d.h. »ein aus dem Wurzelstock wachsendes Wildreis eines veredelten Baumes« her. Etymologisch leitet sich der Begriff von »bast(h)art« für »als uneheliches Kind, Mischling« ab, dies wiederum vom frz. »bastard« entlehnt ist.

Der Begriff Bastardschriften wird mit Beginn der digitalen Typographie kaum oder nicht mehr verwendet. Stattdessen hat sich der Terminus Hypridschriften etabliert.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de