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Kategorie S

Sonderzeichen

Sonderzeichen sind grafische Zeichen bzw. Satzzeichen und Symbole, die weder zu den Buchstaben eines Alphabets noch zu den Indo-Arabischen Ziffern gezählt werden. Aus der Sicht der Typographie und der digitalen Informations- und Datenverarbeitung (IT) gehören sowohl die orthographische Satzzeichen (Interpunktionszeichen), die diakritische Zeichen (Diakritika) als auch die typographischen Satzzeichen (Zeichen und Symbole) zu den Sonderzeichen. Sonderzeichen weiterlesen

Schriftgattung

Terminus aus der typographischen Schriftklassifikation für die oberste taxonomische Ebene einer maschinell bzw. digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder ein Webfont. Etymologisch setzt sich der Fachbegriff aus »Schrift« im Sinne einer Buchstabenschrift (z.B. Alphabetschriften) bzw. Silbenschrift (z.B. Syllabographieschriften), also einem »Zeichensystem zur Sichtbarmachung von Sprache, Gedanken oder sonstigen kodierten Informationen« und »Gattung« – vom spätmittelhochdeutschen »gatunge« zu mittelniederländisch »gatten« als Abstraktum für »zusammenfügen«, »Zusammengefügtes« und »Zusammengehöriges« – zusammen.  Schriftgattung weiterlesen

Spaltenabstand

In der Typographie wird der Abstand zwischen zwei oder mehreren Satzspalten bzw. Kolumnen (Textspalten) als Spaltenabstand, Satzspaltenabstand, Kolumenabstand, Kolumnenzwischenraum oder als Zwischenschlag bezeichnet. 

Die Evaluierung des Spaltenabstands gehört in das Segment der Makrotypographie. Spaltenabstände zählen zum Kolumnenraster (Spaltenraster) und werden in einem Satzspiegel, einem Gestaltungsraster bzw. in einem CSS Cascading Style Sheets 1 ) dokumentiert.

Beispiel eines 3-spaltigen Gestaltungsrasters mit integrierten Kolumnenraster, Zeilenraster und Bildraster. Die (zwei) vertikalen Weißräume werden als Spaltenabstände bzw. Zwischenschläge bezeichnet.
Beispiel eines 3-spaltigen Gestaltungsrasters mit integrierten Kolumnenraster, Zeilenraster und Bildraster. Die (zwei) vertikalen Weißräume werden als Spaltenabstände bzw. Zwischenschläge bezeichnet.

Spaltenabstände werden in unterschiedlichen Maßeinheiten (z.B. Millimeter, Pixel oder Typographischer Punkt) gemessen. Kolumnen können durch Weißraumzwischenschläge oder mit stumpffeinen bzw. halbfetten Spaltenlinien (Kolumnenlinien) getrennt werden. Im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) zählt der Blanko-Zwischenschlag zum Blindmaterial.

Bei digitalen Desktop-Anwendungen sind fixe, einheitliche Spaltenabstände – wie sie bei Druckerzeugnissen machbar sind –  grundsätzlich nicht möglich, da die Spaltenabstände – z.B. bei Responsive Websites – auf unterschiedlichen Monitorgrößen unterschiedlich groß dargestellt werden bzw. das Layout sich an die unterschiedlichen Viewport-Größen anpasst. In der Webtypographie sind Spaltenabstände somit relativ. 

Thesen zum Spaltenabstand

  • Im mehrspaltigen Schriftsatz (Spaltensatz) haben die Binnenflächen zwischen den Kolumnen unmittelbar Einfluss auf den Grauwert einer Seite bzw. Doppelseite.
  • Spaltenlinien benötigen deshalb breitere Zwischenschläge.
  • Spaltenabstände werden immer in optischer Relation zur Satzbreite bemessen.
  • Im Idealfall wird die Relation zwischen Spaltenabstand und Texteinzug berücksichtigt.
  • Im Blocksatz stehen mögliche Spaltenlinien rechts, im asymmetrischen Flattersatz links von der Kolumne.
  • Im Schön- und Widerdruck unterliegen Spaltenabstände der Registerhaltigkeit.
  • Ein Spaltenabstand sollte immer größer als der größte Wortzwischenraum einer benachbarten Kolumne sein.
  • Der Spaltenabstand sollte grundsätzlich deutlich kleiner als der Kopfsteg, Fußsteg, Bundsteg und Außensteg sein.
  • Blocksatz verträgt engere Spaltenabstände als asymmetrischer Flattersatz.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: CSS Cascading Style Sheets ist ein weltweiter Standard des W3C (World Wide Web Consortium). Informationen verfügbar unter http://www.w3c.de/about/ (29.10.2017).

Satzbreite

Die Satzbreite beschreibt in der Typographie die Zeilenlänge einer, jedoch meist mehrerer untereinander gesetzter Textzeilen; Satzspaltenbreite (Spaltenbreite); Textspaltenbreite; maximale Zeilenlänge innerhalb einer Kolumne (Kolumnenbreite). Satzbreiten werden in unterschiedlichen Maßeinheiten (z.B. metrisches Maßsystem), in Wörtern oder in Anschlägen – also anhand der Anzahl der einzelnen Zeichen inklusive Leerraumzeichen einer Zeile – gemessen.  Satzbreite weiterlesen

Eszett : Scharfes s | ẞ : ß

Schriftzeichen; Schriftsatzzeichen; Buchstabe. Das heute nur noch in Deutschland und Österreich geschriebene »ß« wird als »Eszett« (»SZ«) oder »Scharfes s« bezeichnet. Es gilt als eine Eigenart der deutschen Schriftsprache. 

In der deutschen Orthographie ist das »ß« ein Buchstabe, der in Regel nach einem Vokal oder Diphthong (Doppellaut) zur phonetischen Wiedergabe eines stimmlosen »s-Lautes« dient. Er kommt in Deutschland und Österreich häufig in Familiennamen (z.B. Großmann) und Ortsnamen (z.B. Roßhaupten) vor, was im internationalen Kontext häufig zu Irritationen führt. Eszett : Scharfes s | ẞ : ß weiterlesen

Schöffer, Peter

Deutscher Prototypograph, Kalligraph, Verleger und Buchhändler. Meisterschüler von Johannes Gutenberg (um 1400–1468) und Lehrer von Arnold Pannartz (o.A.–1476), Conrad Sweynheym (o.A.–um1474/1476) und Nicolas Jenson (um 1420–1480). Peter Schöffer ist der zweite Typograph nach Gutenberg. Er gilt als der Wegbereiter des verfeinerten Schriftgusses für Buchschriften in Lesesgrößen. Alternative Schreibweisen seines Namens: Peter und Petrus bzw. Scheffer, Schoeffer, Schoffer, Schoiffer, Schoiffer, Schoifher, Schoyfer oder »Petrus Schoeffer de Gernsheim« und »Petrus Gernsheimensis«. Schöffer, Peter weiterlesen

Schreibschriften

In der Typographie sind »Schreibschriften« ein Sammelbegriff für dekorative Druckschriften und Screen Fonts, die in ihrer Formgebung (Typometrie) auf einer kalligraphischen Schönschrift (siehe Kalligraphie) oder Handschrift beruhen bzw. um Schriften, die per Hand (Handcrafted) gezeichnet und so belassen als TrueType Font digitalisiert wurden. Im angelsächsischen Sprachraum als »Script Fonts«, abgekürzt als »Script« bezeichnet.
Schreibschriften weiterlesen

Schriftschnitt

Typographischer Terminus aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Offizinen und Schriftgießereien für eine Schriftstilvariante einer physischen Druckschrift innerhalb einer Schriftfamilie; Taxonomie bezugnehmend auf die Schriftbreite (Dickte der Glyphe), Schriftstärke (z.B. fett) und Schriftlage (z.B. kursiv) eines Alphabets im Sinne der Schriftklassifikation. Im Electronic Publishing auch als »Schriftstil«, international als »Font Style« bezeichnet.  Schriftschnitt weiterlesen

Schriftwahl

Die Wahl einer geeigneten Schrift bzw. eines Fonts ist in allen Teildisziplinen der Typographie von hoher Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur massgeblich die Lesbarkeit und die Ästhetik eines Kommunikationsmediums, sie verursacht auch nachhaltige Konklusionen bei der Implementierung.

Die Wahl der Schriftgattung (z.B. Antiqua-Schrift), der Schriftart (z.B. Klassizistische Antiqua), der Nebengruppe (z.B. Bodoni-Variante), des Schriftstils/Schriftschnitts (z.B. Roman) und der Font-Technologie (z.B. OpenType, TrueType) gehört in den Bereich der Makrotypographie. Für die Einordnung von Schriften existieren unterschiedliche Schriftklassifikationsmodelle, beispielsweise die Typeface Design Grouping according to AFI oder die Matrix BeinertSchriftwahl weiterlesen

Schriftlaufweite

Typographischer Terminus für die Laufweite einer maschinell oder digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder eines Webfonts; gewerbesprachliche Abkürzung »Laufweite«; umgangssprachlich »Buchstabenabstand« oder »Zeichenabstand«; engl. »font tracking«; CSS-Eigenschaft »letter-spacing«. Im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) auch als »Zurichtung« oder »Breitenlauf« bezeichnet. Schriftlaufweite weiterlesen

Schriftsippe

Typographischer Terminus für eine Gruppe zusammengehöriger Hauptschriftgruppen, Schriftuntergruppen und Schriftschnitte (Schriftstilvarianten), die typometrisch aus einem Grundkörper entwickelt wurden und deren Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen in der Regel die gleichen Grundformen und Proportionen besitzen, jedoch unterschiedliche Klassifikationsmerkmale aufweisen; auch als »Schriftgroßfamilie« bezeichnet. Schriftsippe weiterlesen

Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung DIN 5008

Deutsche Norm für die schematische und textliche Gestaltung von Schriftsätzen mittels alphanumerischer Tastaturen für die Daten- und Textverarbeitung, die durch das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) erstmals 1949 unter dem Titel »Regeln für Maschineschreiben« standardisiert und zuletzt im April 2011 unter dem Titel »Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung« dokumentiert wurde. Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung DIN 5008 weiterlesen

Schriftauszeichnung

Typographischer Terminus für eine Schriftmischung im »glatten Satz«, also innerhalb eines fortlaufenden Textes; Abkürzung »Auszeichnung«. Der Begriff hat seinen Ursprung in der Inkunabelzeit der Jahre 1450 bis 1500. Denn Initialen, Rubriken, Lombarden, Illuminationen, Unterstreichungen und Auszeichnungsstriche konnten in der Prototypographie nur von Kalligraphen, Illuminatoren und Rubrikatoren händisch »ausgezeichnet« werden.  Schriftauszeichnung weiterlesen