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Kate­go­rie S

Schriftlaufweite

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Lauf­wei­te einer maschi­nell oder digi­tal repro­du­zier­ba­ren Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Web­fonts; gewer­be­sprach­li­che Abkür­zung »Lauf­wei­te«; umgangs­sprach­li­ch »Buch­sta­ben­ab­stand« oder »Zei­chen­ab­stand«; engl. »font tracking«; CSS-Eigen­schaft »let­ter-spa­c­ing«. Im mate­ri­el­len Schrift­satz (z.B. Blei­satz) auch als »Zurich­tung« oder »Brei­ten­lauf« bezeich­net. Schrift­lauf­wei­te wei­ter­le­sen

Schriftwahl

Die Wahl einer geeig­ne­ten Schrift bzw. eines Fonts ist in allen Teil­dis­zi­pli­nen der Typo­gra­phie von hoher Bedeu­tung. Sie beein­flusst nicht nur mass­geb­li­ch die Les­bar­keit und die Ästhe­tik eines Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­ums, sie ver­ur­sacht auch nach­hal­ti­ge Kon­klu­sio­nen bei der Imple­men­tie­rung.

Die Wahl der Schrift­gat­tung (z.B. Anti­qua-Schrift), der Schrift­art (z.B. Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua), der Neben­grup­pe (z.B. Bodo­ni-Vari­an­te), des Schriftstils/Schriftschnitts (z.B. Roman) und der Font-Tech­no­lo­gie (z.B. Open­Ty­pe, Tru­e­Ty­pe) gehört in den Bereich der Makro­ty­po­gra­phie. Für die Ein­ord­nung von Schrif­ten exis­tie­ren unter­schied­li­che Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­mo­del­le, bei­spiels­wei­se die Typeface Desi­gn Grou­ping accord­ing to AFI oder die Matrix Bei­nert.  Schrift­wahl wei­ter­le­sen

Schriftsippe

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für eine Grup­pe zusam­men­ge­hö­ri­ger Haupt­schrift­grup­pen, Schrift­un­ter­grup­pen und Schrift­schnit­te (Schrift­stil­va­ri­an­ten), die typo­me­tri­sch aus einem Grund­kör­per ent­wi­ckelt wur­den und deren Buch­sta­ben, Zif­fern und Son­der­zei­chen in der Regel die glei­chen Grund­for­men und Pro­por­tio­nen besit­zen, jedoch unter­schied­li­che Klas­si­fi­ka­ti­ons­merk­ma­le auf­wei­sen; auch als »Schrift­groß­fa­mi­lie« bezeich­net. Schrifts­ip­pe wei­ter­le­sen

Schriftklassifikation Matrix Beinert

Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­mo­dell für das Elec­tro­nic und Desk­top Publis­hing (DTP), wel­ches 2001 vom deut­schen Typo­gra­phen Wolf­gang Bei­nert erar­bei­tet und zuletzt im Janu­ar 2016 aktua­li­siert wur­de. Das Sche­ma ord­net Druck­schrif­ten, Screen Fonts und Bild­zei­chen in neun Haupt­grup­pen: Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on Matrix Bei­nert wei­ter­le­sen

Spationieren

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Erwei­te­rung der Schrift­lauf­wei­te, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Web­fonts, aus­ge­hend von der Nor­mal­schrift­wei­te (NSW). Im mate­ri­el­len Schrift­satz (z.B. Blei­satz) auch als »Spa­ti­ie­ren« oder als »Sper­ren« bezeich­net; engl. »Spa­c­ing«. Ety­mo­lo­gi­sch von »Spa­ti­um« für »Zwi­schen­raum« aus dem lat. »spa­ti­um« für »Raum«.   Spa­tio­nie­ren wei­ter­le­sen

Sperren

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für das gleich­mä­ßi­ge Erwei­tern der Schrift­lauf­wei­te. Sperr­satz; Syn­onym im Hand­satz »Spa­ti­ie­ren«. Ety­mo­lo­gi­sch »sper­ren« von alt­hoch­deut­sch »sperr­an« in Bezug zu »Spar­ren« für »Spa­ti­en« von latei­ni­sch »spa­ti­um«. In der Mikro­ty­po­gra­phie zählt das Sper­ren zum Opti­schen Schrift­wei­ten­aus­gleich.  Sper­ren wei­ter­le­sen

Schriftgattung

Ter­mi­nus aus der typo­gra­phi­schen Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on für die ober­s­te taxo­no­mi­sche Ebe­ne einer maschi­nell bzw. digi­tal repro­du­zier­ba­ren Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder ein Web­font. Ety­mo­lo­gi­sch setzt sich der Fach­be­griff aus »Schrift« im Sin­ne einer Buch­sta­ben­schrift (z.B. Alpha­bet­schrif­ten) bzw. Sil­ben­schrift (z.B. Syl­la­bo­gra­phie­schrif­ten), also einem »Zei­chen­sys­tem zur Sicht­bar­ma­chung von Spra­che, Gedan­ken oder sons­ti­gen kodier­ten Infor­ma­tio­nen« und »Gat­tung« – vom spät­mit­tel­hoch­deut­schen »gatun­ge« zu mit­tel­nie­der­län­di­sch »gat­ten« als Abs­trak­tum für »zusam­men­fü­gen«, »Zusam­men­ge­füg­tes« und »Zusam­men­ge­hö­ri­ges« – zusam­men.  Schrift­gat­tung wei­ter­le­sen

Schriftklassifikation

Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on dient dem Ord­nen, Kata­lo­gi­sie­ren und der Pfle­ge von Schrif­ten in Schrif­ten­bi­blio­the­ken sowie dem Stu­di­um von Schrif­ten. Klas­si­fi­ka­ti­ons- und Ord­nungs­mo­del­le opti­mie­ren spür­bar typo­gra­phi­sche Gestal­tungs- und Arbeits­pro­zes­se, also den typo­gra­phi­schen Work­flow vom Ent­wurf bis zur Pro­duk­ti­on. Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on wei­ter­le­sen

Schriftfamilie

Typo­gra­phi­sche Bezeich­nung für eine Grup­pe zusam­men­ge­hö­ren­der Schrift­sti­le bzw. Schrift­schnit­te in unter­schied­li­chen Schrift­brei­ten, Schrifts­tär­ken und Schrift­la­gen, die in der Regel vom glei­chen Type Desi­gner (Schrift­ge­stal­ter) stam­men und gemein­sa­me Form­merk­ma­le in ihrer Typo­me­trie (Let­tern­ar­chi­tek­tur) auf­wei­sen. Schrift­fa­mi­lie wei­ter­le­sen

Schriftschnitt

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deut­scher Offi­zi­nen und Schrift­gie­ße­rei­en für eine Schrift­stil­va­ri­an­te einer phy­si­schen Druck­schrift inner­halb einer Schrift­fa­mi­lie; Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­merk­mal bezug­neh­mend auf die Schrift­brei­te (sie­he auch Dick­te), Schrifts­tär­ke und Schrift­la­ge eines Alpha­bets. Im Elec­tro­nic Publis­hing auch als »Schrift­stil«, inter­na­tio­nal und in der Web­ty­po­gra­phie als »Font Sty­le« bezeich­net. 

Die Bezeich­nung »Schrift­schnitt« wird aus tra­di­tio­nel­len Moti­ven in Deutsch­land, Öster­reich und der deutsch­spra­chi­gen Schweiz auch in der digi­ta­len Typo­gra­phie für eine Schrift­stil­va­ri­an­te inner­halb einer Schrift­fa­mi­lie ver­wen­det. Schrift­schnitt wei­ter­le­sen

Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung DIN 5008

Deut­sche Norm für die sche­ma­ti­sche und text­li­che Gestal­tung von Schrift­sät­zen mit­tels alpha­nu­me­ri­scher Tas­ta­tu­ren für die Daten- und Text­ver­ar­bei­tung, die durch das Deut­sche Insti­tut für Nor­mung e.V. (DIN) erst­mals 1949 unter dem Titel »Regeln für Mas­chi­ne­schrei­ben« stan­dar­di­siert und zuletzt im April 2011 unter dem Titel »Schreib- und Gestal­tungs­re­geln für die Text­ver­ar­bei­tung« doku­men­tiert wur­de. Schreib- und Gestal­tungs­re­geln für die Text­ver­ar­bei­tung DIN 5008 wei­ter­le­sen

Schriftklassifikation DIN 16518

Deut­sches typo­gra­phi­sches Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­mo­dell aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für phy­si­sche Werk­satz­schrif­ten und Akzi­denz­schrif­ten, das durch das Deut­sche Insti­tut für Nor­mung e.V. (DIN) 1964 stan­dar­di­siert wur­de und bis heu­te unver­än­dert doku­men­tiert wird. Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on DIN 16518 wei­ter­le­sen

Schriftnorm

Norm einer Anti­qua Schrift mit und ohne Seri­fen, des­sen Typo­me­trie durch unter­schied­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und Unter­neh­men, bei­spiels­wei­se durch das Deut­sche Insti­tut für Nor­mung (DIN), die Schwei­ze­ri­sche Nor­men-Ver­ei­ni­gung (SNV), das Aus­tri­an Stan­dards Insti­tu­te (ASI) oder die Inter­na­tio­nal Orga­niza­t­i­on for Stan­dar­di­za­t­i­on (ISO), stan­dar­di­siert wur­den bzw. doku­men­tiert wer­den.  Schrift­norm wei­ter­le­sen

Schriftauszeichnung

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für eine Schrift­mi­schung im »glat­ten Satz«, also inner­halb eines fort­lau­fen­den Tex­tes; Abkür­zung »Aus­zeich­nung«. Der Begriff hat sei­nen Ursprung in der Inku­na­bel­zeit der Jah­re 1450 bis 1500. Denn Initia­len, Rubri­ken, Lom­bar­den, Illu­mi­na­tio­nen, Unter­strei­chun­gen und Aus­zeich­nungs­stri­che konn­ten in der Pro­to­ty­po­gra­phie nur von Kal­li­gra­phen, Illu­mi­na­to­ren und Rubri­ka­to­ren hän­di­sch »aus­ge­zeich­net« wer­den.  Schrift­aus­zeich­nung wei­ter­le­sen

Satzausrichtung

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Schrift­satz­aus­rich­tung eines Tex­tes mit­tels eines Schrift­satz- oder Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramms; Text­aus­rich­tung; Text­lauf­rich­tung; Abkür­zun­gen »Aus­rich­tung« oder »Lauf­rich­tung«.

In der Regel sind Tex­te links­bün­dig, rechts­bün­dig oder axi­al aus­ge­rich­tet (sie­he Schrift­satz­ar­ten).

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de