Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Decorative
Dekorative Schriften, Designer Fonts

Typographischer Terminus für Zierschriften, die auf der Typometrie der Antiqua basieren und Großteils im Sinne der typographischen Schriftklassifikation Antiqua-Varianten (Hybride) sind. Zu dieser Gruppe gehören mehrheitlich Designer-Schriften, also beispielsweise »Designer Fonts« von Emigre ®, Fuse ® und anderen, die nicht die traditionellen Klassifikationsmerkmale einer Druckschrift aufweisen.

»Decorative« können im Gegensatz zu Display-Schriften auch in kleinen Schriftgraden verwendet werden, eignen sich aber im Segment der Lesetypographie, z.B. für einen Roman, dennoch nicht als Grundschrift, da in ihrer Formgebung der grafische Entwurf und nicht die Ästhetik im Sinne der Lesbarkeit im Vordergrund steht. Decorative werden deshalb überwiegend in der Gebrauchstypographie (Werbetypographie) und in der Kunsttypographie (Typo-Design) als Headlines, Trend- und Schmuckschriften verwendet. Decorative verfügen in der Regel über unterschiedliche Schriftstile.

Verbindliche Klassifikationsmerkmale für Decorative existieren nicht. Der Übergang zu den Display-Schriften und anderen Unter- und Nebengruppen ist grenzenlos.

Vertreter dieser
Schriftart nach der Matrix Beinert: Triplex (Zuzana Licko, 1989), Democratica (Miles Newlyn, 1991), Disturbance, Insignia (Neville Brody, 1990) und Mason (Jonathan Barnbrook, 1992).

[T] Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970er Jahren konnten handelsübliche Schriften relativ einfach klassifiziert und in Gruppen eingeteilt werden. Dies ist seit dem optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) und insbesondere seit Beginn der digitalen Typographie (PostScript, TT, Bitmap, OTF, etc.) nicht mehr – oder nur zum Teil möglich. Zu viele Varianten und Mischformen sind existent. Einheitliche Formmerkmale sind nicht mehr konkret nachweisbar und es ist nahezu unmöglich geworden, Antiquaschriften kunstgeschichtlich zuzuordnen.


Aufsatz zuletzt bearbeitet am 05.07.2007
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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