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Display-Schriften
Display Typefaces, Display-Größe
1. Typographischer Terminus für Zierschriften, die auf der Typometrie der Antiqua basieren und Großteils im Sinne der typographischen Schriftklassifikation zur Untergruppe der Antiqua-Varianten (Hybride) gehören. Display-Schriften eignen sich im Segment der Lesetypographie nicht als Grundschrift, da sie in der Regel über auffällige, dekorative, modische bzw. geschmäcklerische Charaktere verfügen. Display-Schriften werden deshalb überwiegend in der Gebrauchstypographie (Werbetypographie) und in der Kunsttypographie (Typo-Design) meist in großen Schriftgraden als Headlines, als Schmuckschriften bzw. als Gestaltungselemente verwendet. Display-Schriften verfügen oft nur über ein oder zwei Figurenverzeichnisse. Verbindliche Klassifikationsmerkmale für Display-Schriften existieren nicht. Beispielsweise werden in den USA, z.B. bei House Industries ® oder Emigre ®, auch Handschriften, Pinselschriften, » Decorative « und Designer-Schriften als » Display Typefaces « bezeichnet.
Vertreter dieser Schriftart nach der Matrix Beinert: Aachen (Colin Brignall, 1968), Beesknees (Dave Farey, 1990), Blur (Neville Brody), Berliner Grotesk (Erik Spiekermann, Orginal von 1913), Broadway (Morris Fuller Benton, 1928), Confidential (Just van Rossum, 1992), Cottenwood (Buker, Lind und Redick, 1990), Countdown (Colin Brignall, 1965), Exocet (Jonathon Barnbrook, 1990), Idustria (Neville Brody, 1990), Ironwood (Buker, Lind und Redick, 1990), Metronome Gothc (Agfa), New Yorker New (Gerd Wiescher, 1991), Stencil (Gerry Powell, 1937) und Wanted (Richard Beatty, 1991).
2. Display-Größe ist ein typographischer Terminus aus der Periode des optomechanischen Schriftsatzes (Fotosatz) für Druckschriften mit einem Schriftgrad ab 48 Didot-Punkten, also ab dem Mittel » 4 Cicero « bzw. ab einer » Konkordanz «. In Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz wurden diese Schriftgrade in der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) als Plakatgrößen bezeichnet.
[T] Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970er Jahren konnten handelsübliche Schriften relativ einfach klassifiziert und in Gruppen eingeteilt werden. Dies ist seit dem optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) und insbesondere seit Beginn der digitalen Typographie (PostScript, TT, Bitmap, OTF, etc.) nicht mehr oder nur zum Teil möglich. Zu viele Varianten und Mischformen sind existent. Einheitliche Formmerkmale sind nicht mehr konkret nachweisbar und es ist nahezu unmöglich geworden, Antiquaschriften kunstgeschichtlich zuzuordnen.
[T] Display-Schriften werden oft irreführend als Auszeichnungsschriften bezeichnet. Dies ist nicht ganz korrekt. Denn in der klassischen Lese- und Buchtypographie werden Schriftstile bzw. im Bleisatz Schriftschnitte innerhalb einer Schriftfamilie, z.B. der kursive Stil oder Kapitälchen, als Auszeichnungstile, Auszeichnungsschnitte (Bleisatz) bzw. z.Zt. des Handsatzes als Auszeichnungsgarnituren bezeichnet.
[T] In der Typographie existieren keine verbindlichen Bemessungsgrundlagen für Schriftgrößen im Sinne der Metrologie und der Typometrie.
[T] Die Divergenz bei Typometern, Software, Peripheriegeräten (RIPs) etc. ist trotz oft gleich lautender Termini und Größen gravierend.
[T] In Deutschland ist offiziell das metrische System, also die Angaben in mm, cm bzw. Meter bindend.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 03.11.2008
von Wolfgang Beinert
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