Decorative

Typographischer Terminus für dekorative Schriften, die auf der Typometrie der Antiqua mit und ohne Serifen basieren und Großteils im Sinne der typographischen Schriftklassifikation »Antiqua Varianten« sind. Zu dieser Gruppe gehören mehrheitlich »Designer Fonts«, die nicht die traditionellen Klassifikationsmerkmale einer Text- bzw. Werksatzschrift aufweisen.

Decorative sind »Antiqua Varianten« und gehören in der Regel zu den Zierschriften. Beispiele gesetzt in der Blur von Neville Brody (*1957), Arnold Böcklin der Schriftgießerei Otto Weisert (1904), Copperplate Gothic von Frederic William Goudy (1865–1947) und Souvenir von Ephram Edward (Ed) Benguiat (*1927).
Decorative sind »Antiqua Varianten« und gehören in der Regel zu den Zierschriften. Beispiele gesetzt in der Blur von Neville Brody (*1957), Arnold Böcklin der Schriftgießerei Otto Weisert (1904), Copperplate Gothic von Frederic William Goudy (1865–1947) und Souvenir von Ephram Edward (Ed) Benguiat (*1927).

Im Schriftklassifikationsmodell der Matrix Beinert gehören Decorative zu den Zierschriften der Hauptschriftgruppe 4, wo sie jeweils Unterschriftgruppen bilden: 

Decorative eignen sich im Segment der Lesetypographie, z.B. für einen Roman, gemeinhin nicht oder nur sehr bedingt als Grundschrift, da in ihrer Formgebung primär der individuelle grafische Entwurf und nicht die Typometrie im Sinne der Lesbarkeit im Vordergrund steht.

Decorative werden deshalb überwiegend in der Gebrauchstypographie, im Editorial Design oder in der Kunsttypographie als Trend- und Schmuckschriften verwendet. Decorative ab den 1980er Jahren verfügen oft über alternative Figurenverzeichnisse, unterschiedliche Ligaturen und Glyphen.

Verbindliche Klassifikationsmerkmale im Sinne der Schriftklassifikation für Decorative existieren nicht. Der Übergang zu anderen Unter- und Nebengruppen ist fließend.  1 ) 

 

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970er Jahren konnten handelsübliche Schriften relativ einfach klassifiziert und in Gruppen eingeteilt werden. Dies ist seit dem optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) und insbesondere seit Beginn der digitalen Typographie (PostScript, TT, Bitmap, OTF, etc.) nicht mehr – oder nur zum Teil möglich. Zu viele Varianten und Mischformen sind existent. Einheitliche Formmerkmale sind nicht mehr konkret nachweisbar und es ist nahezu unmöglich geworden, Antiquaschriften kunstgeschichtlich zuzuordnen.