Designer Fonts

1. Peripherer Begriff für Druckschriften und Screen Fonts, deren Letternarchitektur sich primär an einer individuellen Formgebung orientiert und nicht an der Lesbarkeit einer Textschrift bzw. Werksatzschrift

Vergleich einer Textschrift mit einem »Designer Font«. Oben die »Minion Pro« regular von Robert Slimbach (*1956) aus der Linotype® Schriftbibliothek, die sich an Jahrhundert alter Typometrie im Sinne bestmöglicher Lesbarkeit orientiert. Gleichartigkeit ist hier kein Manko, sie liegt in der Natur einer Textschrift. Unten: Die »Nueva« regular, einer Schrift mit kalligrafischer Anmutung von Carol Twombly (*1959) aus dem Jahr 1994 von Adobe®. Eine Schrift mit individueller Anmutung, die jedoch für den Werksatz (Mengenschriftsatz) ungeeignet erscheint.
Vergleich einer Textschrift mit einem »Designer Font«. Oben die »Minion Pro« regular von Robert Slimbach (*1956) aus der Linotype® Schriftbibliothek, die sich an Jahrhundert alter Typometrie im Sinne bestmöglicher Lesbarkeit orientiert. Gleichartigkeit ist hier kein Manko, sie liegt in der Natur einer Textschrift. Unten: Die »Nueva« regular, einer Schrift mit kalligrafischer Anmutung von Carol Twombly (*1959) aus dem Jahr 1994 von Adobe®. Eine Schrift mit individueller Anmutung, die jedoch für den Werksatz (Mengenschriftsatz) ungeeignet erscheint.

Designer Fonts sind mehrheitlich »Decorative«, »Display Typefaces« oder »Script Fonts«, die sich in der Regel nicht als Textschrift bzw. Werksatzschrift eignen, sondern ihren Mehrwert im Akzidenzsatz, Grafikdesign und im Editorial Design finden.

2. Gern genutzter Modebegriff aus dem Online Marketing (Werbung) für Fonts, der Rezipienten bzw. potenziellen Käufern suggerieren soll, dass es sich um eine individuelle, zeitgeistige oder gar künstlerisch wertvolle Schrift eines Designers handelt. 1 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Leider ist hier meist der Wunsch der Vater des Gedankens.