Didot, Firmin Ambroise

Fran­zö­si­scher Typo­gra­ph, Kup­fer­ste­cher, Erfin­der und Dich­ter. Gebo­ren am 14. April 1764 in Paris, gestor­ben am 24. April 1836 in Mesnil-sur-l’Estrée in der Nor­man­die. Mit­glied einer pro­mi­nen­ten Fami­lie von Typo­gra­phen und Papier­fa­bri­kan­ten, zweit­ge­bo­re­ner Sohn von François Ambroi­se Didot (1730–1804). Fir­min Didot zählt bis heu­te zu den bedeu­tends­ten Typo­gra­phen Euro­pas.

Der französische Typograph Firmin Ambroise Didot (1764–1836). Abbildung: Kolorierte Heliographie von Dujardin, Paris, 1823. Gedruckt von Ancienne Quantin, Paris.
Der fran­zö­si­sche Typo­gra­ph Fir­min Ambroi­se Didot (1764–1836). Abbil­dung: Kolo­rier­te Helio­gra­phie von Dujar­din, Paris, 1823. Gedruckt von Anci­en­ne Quan­tin, Paris.

Gemein­sam mit sei­nem älte­ren Bru­der Pier­re über­nahm Fir­min Ambroi­se Didot im Revo­lu­ti­ons­jahr 1789 die väter­li­che Offi­zin, die 1798 in die Räu­me der ehe­ma­li­gen »Impri­me­rie Roya­le« im Lou­vre ver­legt wur­de. Hier »schnitt« er die Schrif­ten zu pracht­vol­len Folio-Edi­tio­nen der Wer­ke von Ver­gil, Horaz, Raci­ne oder Lafon­tai­ne und per­fek­tio­nier­te die nach sei­nem Vater François Ambroi­se Didot benann­ten Didot-Let­tern einer form­voll­ende­ten Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua, die in ganz Euro­pa zur vor­herr­schen­den Schrift wur­de. 1 )

Fir­min Ambroi­se Didot ver­bes­ser­te die Ste­reo­ty­pie, ein Druck­ver­fah­ren, bei dem der beweg­li­che Schrift­satz in eine mas­si­ve Plat­te aus Let­tern­ma­te­ri­al abge­formt wur­de, von der dann belie­big vie­le Abdrü­cke gemacht wer­den konn­ten. Er ent­wi­ckel­te auch das Sys­tem des Pari­ser Typo­gra­phen Pier­re Simon Four­nier zur Bestim­mung der ver­schie­de­nen Schrift­ke­gel­grö­ßen wei­ter, das heu­te das Didot­sche Maß­sys­tem bzw. der Didot-Punkt (sie­he Typo­gra­phi­scher Punkt) genannt wird. Fir­min Didot erhielt des­halb von sei­nen Zeit­ge­nos­sen den Spitz­na­men »Didot mil­li­mé­tri­que«.

1804 schuf Fir­min Didot für die Kai­ser-Krö­nung von Napo­leon, den nur ein ein­zi­ges Mal ver­wen­de­ten Schrift­schnitt »Romain de L’Empereur« (»Kai­ser-Anti­qua«). Die­se exklu­si­ve Anti­qua ent­hielt erst­mals die spe­zi­el­le Form der »Les guil­le­mets anglais«, eng­li­sche Anfüh­rungs­zei­chen gesetzt in der Art der tra­di­tio­nel­len Guil­le­mets; also »66« und »99« in Minus­kel­hö­he, die heu­te als »Fran­zö­si­sche Anfüh­rungs­zei­chen« bezeich­net wer­den.

Fir­min Didot war auch als Dich­ter erfolg­reich. Sei­ne Tra­gö­di­en »La Mort d’Annibal« und »La Rei­ne de Por­tu­gal« wuren im Pari­ser Théâ­tre de l’Odéon auf­ge­führt.

Ihm zu Ehren über­nah­men sei­ne Nach­kom­men den Vor­na­men und nann­ten sich fort­an Fir­min-Didot, was die fran­zö­si­sche Regie­rung 1887 per Dekret bestä­tig­te. 2 )

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Didot, Ambroi­se Fir­min: L‹ impri­me­rie, la librai­rie et la pape­te­rie à l’exposition uni­ver­sel­le de 1851 : Rap­port du XVI­Ie jury pré­sen­té par Ambroi­se Fir­min Didot, mem­bre du jury cen­tral de Fran­ce, Impr. impé­ria­le, Paris, 1854. Online ver­füg­bar beim Mün­che­ner Digi­ta­li­sie­rungs­zen­trum (MDZ) der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek unter http://​rea​der​.digi​ta​le​-samm​lun​gen​.de/​d​e​/​f​s​1​/​o​b​j​e​ct/dis­play/bsb10787371_00011.html.
2.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Fir­min-Didot, Ambroi­se: Essai sur la typo­gra­phie, Paris 1852.