Duktus

Kalligraphischer und typographischer Terminus, der die Charaktereigenschaft eines Buchstabens beschreibt; also die Strichstärke, Strichneigung und Strichführung. Etymologisch leitet sich das Wort »Duktus« vom lateinischen »ductus« für »Zug, Führung« zu »ducere« für »führen« ab.

In der Kaligraphie skizziert der Duktus die Art der Stift- bzw. Federführung, also das Führen sowie das Be-und Entlasten des Schreibgeräts, beispielsweise eines Kreidestifts, einer Bambusfeder, eines Gänsekiels, eines Pinsels, einer Stahlfeder oder eines Füllfederhalters. Je nach Schreibgerät und Führung variiert die Strichstärke von mager bis fett und von gleichmäßig bis hin zum ausgeprägten Wechselzug. 

Bei Screen- und Druckschriften ist die kalligraphische Ahnverwandtschaft insbesondere bei den kursiven Schriftschnitten erkennbar (siehe kursiv). 1 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmerkung: In der Typographie könnte man beispielsweise eine Grotesk mit Wechselzug, z.B. die Optima von Hermann Zapf (1918–2015), auch als eine serifenlose Wechselzugantiqua bezeichnen.