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Font
Englische Bezeichnung für Schrift. In der Typographie wird darunter speziell ein digitaler Zeichensatz einer Screen-, Pixel- oder Druckschrift im PostScript-, TrueType- bzw. im OpenType-Format für Apple Macintosh ® und/oder Microsoft Windows ® verstanden.
Bezugsquellen für digitale Schriften sind Schriftgestalter und Font Foundries. Fonts werden überwiegend per Download über das Internet distribuiert [1].
[1] Druckschriften können nicht am Bildschirm beurteilt werden, denn die Darstellung einer Schrift auf einer digitalen Benutzeroberfläche entspricht nicht dem Druckbild. Auch ein PDF-File ist nur für eine grobe Vorauswahl brauchbar. Deshalb sollte vor dem Kauf einer Schrift grundsätzlich ein gedrucktes Schriftmuster (Schriftmusterbuch, Katalog, Prospekt etc.) bestellt werden.
[T] Bei PostScript-Schriften besteht ein » Zeichensatzkoffer « aus einem PostScript File für die Peripheriegeräte in der Druckvorstufe (z.B. ein PostScript Type 1 für Laserdrucker, Filmbelichtungen, CtP-Offsetdruckplatten etc.) und einem File für die Bildschirmdarstellung der Schrift. Des weiteren kann ein Zeichensatzkoffer auch noch eine AFM-Datei beinhalten. Bei älteren Betriebssystemen, z.B. bei Apple Macintosh ® bis OS 9 Classic, ist ein ATM-Manager von Adobe ® zur einwandfreien Bildschirmdarstellung des Screen-Fonts notwendig. Ab Mac OS X ist ATM nicht mehr notwendig.
[T] Schriften werden von den Herstellern regelmäßig überarbeitet und für neue Satzsysteme, Betriebssysteme oder Schriftsatzsoftware adaptiert. Deshalb sollten grundsätzlich für die Weiterverarbeitung in der Druckvorstufe, z.B. Belichtung auf Film oder Offsetdruckplatte, der exakte Schriftstil inklusive der Bezugsquelle der verwendeten Schrift angegeben werden. Also Schriftname, Schriftbreite, Schriftstärke, Schriftlage, Erscheinungsjahr und Schriftenbibliothek (Schriftklassifikation). Denn je nach Hersteller und/oder Erscheinungsjahr kann es zu markanten Unterschieden im Figurenverzeichnis kommen. Die beste und einfachste Lösung: Grundsätzlich immer die Original-Fonts zur Weiterverarbeitung mitliefern; und unbedingt darauf achten, dass im typographischen Workflow ausschließlich diese Fonts verwendet werden. Denn Schrift ist nicht gleich Schrift und wo beispielsweise Bodoni draufsteht, muss nicht unbedingt Bodoni drin sein!
[T] Um ein Layout bzw. eine Schriftsatzarbeit professionell in der Druckvorstufe weiterzuverarbeiten, benötigt man bestenfalls Fonts mit der PostScript Type 1 Technologie (Mac). Gleiches gilt für die Open-Type-Umgebung. Die PS-Typen ab Version 3 aufwärts sind in der Regel nicht oder nur bedingt dafür geeignet.
[T] TrueType-Schriften (.ttf) eignen sich nicht für den professionellen typographischen Print-Workflow. Sie sind nur für Büro-Umgebungen geeignet, wo sie auch zum Standard avancierten. Also um beispielsweise einen Brief in Microsoft Word ® zu schreiben und diesen auf einem Laser- oder Tintenstrahldrucker auszudrucken.
[T] Die von Microsoft ® und Adobe ® entwickelte OpenType-Technologie für Windows ® und Mac OS X ® wird vermutlich in absehbarer Zeit den klassischen » PostScript-Zeichensatzkoffer « sowie den True-Type-Font ersetzen.
[T] Schriftbezeichnungen sind in der Regel oft nicht schützbar. Deshalb gibt es natürlich unzählige Schriften gleichen Namens, die unterschiedliche Qualitäten besitzen. Schrift ist nicht gleich Schrift!
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 03.11.2008
von Wolfgang Beinert
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