Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Font

Englische Bezeichnung für »Schrift, Zeichensatz«. In der
Typographie wird darunter speziell ein digitaler Zeichensatz einer Screen-, Pixel- oder Druckschrift verstanden. Fonts liegen in unterschiedlichen Technologien für unterschiedliche Betriebssysteme (Operating Systems, OS) [1], Betriebssystemversionen, Anwendersoftware (z.B. Adobe ® InDesign ® CS5.5 oder Microsoft Word ®) und Anwendungen (z.B. Bildschirm oder Offsetdruck) vor.

AUSWAHL DER GÄNGIGSTEN FONTTECHNOLOGIEN



Technologie Format Betriebssystem Anwendung
OpenType OTF [2] PostScript und True Type Plattformübergreifend Screen Font, Druckschrift
OpenType TTF [3] TrueType Plattformübergreifend Screen Font, Bürokommunikation
Mac PostScript [4] PostScript Apple, Linux [5] Screen Font, Druckschrift
Mac TrueType Font Suitcase Apple, Linux Screen Font, Bürokommunikation
Win PostScript PostScript Windows Screen Font, Druckschrift
Win TrueType True Type Windows, Linux Screen Font, Bürokommunikation




Bezugsquellen für digitale Schriften sind Schriftgestalter und
Font Foundries. Fonts werden überwiegend per Download über das Internet distribuiert.

[1] Zu den wichtigsten Betriebssystemen (Operating Systems, OS) bei Mikrocomputern zählen z.B. Microsoft Windows 7 ®, Windows Vista ®, Windows XP ®, Windows Phons ® sowie Apple Mac OS X Lion ® und Apple iOS 5 ®).
[2] Die PostScript-Version trägt das Suffix .otf. Das PostScript-CFF (Compact Font Format) ist hier eingebettet. OpenType Fonts gibt es mit drei unterschiedlichen Zeichenvorräten: OpenType Std (Standard), OpenType Pro (für Typographen) und OpenType Com (Internationale Kommunikation).
[3] Die TrueType-Version trägt das Suffix .ttf.
[4] Bei Mac PostScript Fonts besteht ein »Zeichensatzkoffer« aus einem PostScript File für die Peripheriegeräte in der Druckvorstufe (z.B. ein PostScript Type 1 für Laserdrucker, Filmbelichtungen, CtP-Offsetdruckplatten etc.) und einem File (Font Suitcase) für die Bildschirmdarstellung der Schrift. Des Weiteren kann ein Zeichensatzkoffer auch noch eine
AFM-Datei beinhalten, die primär für Linux gedacht ist. Bei älteren Betriebssystemen, z.B. bei Apple Macintosh ® bis OS 9 Classic, ist ein ATM-Manager von Adobe ® zur einwandfreien Bildschirmdarstellung des Screen-Fonts notwendig. Ab Mac OS X ist ein externer ATM nicht mehr notwendig.
[5] Das modular aufgebaute OS Linux kann verschiedene Formate verarbeiten, z.B. Bitmap Fonts (bdf.gz bzw. pcf.gz), PostScript 1 Fonts, Type3 Fonts, TrueType Fonts, Type42 Fonts, Open Type Fonts und Meta Fonts. Bei Linux kann auch die AFM-Datei (Adobe Font Metric) ihren Zweck erfüllen, die die Metriken enthält.
[T] Bei Web Fonts gibt es zur Zeit u.a. folgende Formate: EOT (Embedded OpenType), Raw TT (Raw TrueType), WOFF (Web Open Font Format) und SVG (Scalable Vector Graphics).
[T] Druckschriften können nicht am Bildschirm beurteilt werden, denn die Darstellung einer Schrift auf einer digitalen Benutzeroberfläche entspricht nicht dem Druckbild. Auch ein PDF-File ist nur für eine grobe Vorauswahl brauchbar. Deshalb sollte vor dem Kauf einer Schrift grundsätzlich ein gedrucktes Schriftmuster (Schriftmusterbuch, Katalog, Prospekt etc.) bestellt werden.
[T] Schriften werden von den Herstellern regelmäßig überarbeitet und für neue Satzsysteme, Betriebssysteme oder Schriftsatzsoftware adaptiert. Deshalb sollten grundsätzlich für die Weiterverarbeitung in der Druckvorstufe, z.B. Belichtung auf Film oder Offsetdruckplatte, der exakte Schriftstil inklusive der Bezugsquelle der verwendeten Schrift angegeben werden. Also Schriftname, Schriftbreite, Schriftstärke, Schriftlage, Erscheinungsjahr und Schriftenbibliothek (Schriftklassifikation). Denn je nach Hersteller und/oder Erscheinungsjahr kann es zu markanten Unterschieden im Figurenverzeichnis kommen. Die beste und einfachste Lösung: Grundsätzlich immer die Original-Fonts zur Weiterverarbeitung mitliefern; und unbedingt darauf achten, dass im typographischen Workflow ausschließlich diese Fonts verwendet werden. Denn Schrift ist nicht gleich Schrift – und wo beispielsweise Bodoni draufsteht, muss nicht unbedingt Bodoni drin sein!
[T] Um ein Layout bzw. eine Schriftsatzarbeit professionell in der Druckvorstufe weiterzuverarbeiten, benötigt man Fonts mit der PostScript Type 1 Technologie.
[T] TrueType-Schriften (.ttf) eignen sich nicht für den professionellen typographischen Print-Workflow. Sie sind nur für die Bürokommunikation geeignet, wo sie auch zum Standard avancierten. Also um beispielsweise einen Brief in Microsoft Word ® zu schreiben und diesen auf einem Laser- oder Tintenstrahldrucker auszudrucken.
[T] Schriftbezeichnungen sind in der Regel oft nicht schützbar. Deshalb gibt es natürlich unzählige Schriften gleichen Namens, die unterschiedliche Qualitäten besitzen
. Schrift ist nicht gleich Schrift!
[T] Vor dem »Kauf« eines Fonts sollte der »Schriftlizenzvertrag« genau studiert werden. Im Zweifelsfall ablehnen, im gegenseitigen Einvernehmen abändern oder die Schrift einfach woanders kaufen, wenn möglich beim Schriftgestalter selbst. Denn die Folgekosten können teuer zu Buche stehen, insbesondere für Webfonts, die sich die Font Foundries nach Page Views gerne vergolden lassen wollen.
[L] Alle Fragen und Antworten zu OpenType unter www.adobe.com/de/type/opentype/qna.html



Aufsatz zuletzt bearbeitet am 09.02.2012
von

Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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