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Fust, Johann
Fust'sche Offizin, Deutschland [1], um 14001466
Mainzer Kaufman, Geldverleiher und Advokat (Jurist). Geboren um 1400 in Mainz. Ehemals Geldgeber und Geschäftspartner von Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Typographie. Nach einem Rechtsstreit in Mainz mit Gutenberg Fust wollte das Gewinn bringende Geschäft mit seinem geschäftstüchtigen Schwiegersohn Petrus Schoeffer fortsetzen und forderte deshalb skrupellos seinen Kredit von 1.600 Gulden (Gegenwert von drei Mainzer Bürgerhäusern) samt Zins und Zinseszins zurück ging die Offizin im Humbrechthof Ende 1454 in der Fust'schen Offizin auf. Die Offizin von Johann Fust gilt als die Keimzelle der Prototypographie.
Der Kalligraph und Typograph Petrus Schoeffer, Schüler von Gutenberg, war nach dem gewonnen Prozess gegen Gutenberg in dem er als Zeuge gegen Gutenberg aussagte ab 1454 Werkstattleiter, Partner und nach seiner Heirat mit Fusts Tochter Christina und dem Erbverzicht des Fustsohnes Johannes seit 1476 Eigentümer der Fust'schen Offizin. In der Fust´schen Offizin unter Schoeffer erlernten u.a. Conrad Sweynheym, Arnold Pannartz und Nicolas Jenson die Typographie, die geheime » Deutsche Kunst «.
Nach der gewaltsamen Einnahme von Mainz in der Nacht vom 28. Oktober 1462 durch die Truppen des von Papst und Kaiser favorisierten Adolf von Nassau, musste die Offizin im Humbrechthof in Windeseile aufgegeben werden, da Fust und Schöffer Günstlinge des nunmehr abgesetzten Erzbischofs Diether von Isenburg gewesen waren. Viele Mitarbeiter der Fust´schen Offizin verliesen Mainz und brachten so die » Deutsche Kunst « in andere europäische Städte (Schriftgeschichte).
Johann Fust starb 1466 in Paris vermutlich an der Pest.
[1] Damals: Kurfürstentum Mainz, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (9621806).
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 03.11.2008
von Wolfgang Beinert
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