Falzmarke | Faltmarke

1. Falz­mar­ke. Ter­mi­nus aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz der Typo­gra­phie, des Druck­ge­wer­bes und der buch­bin­de­ri­schen Wei­ter­ver­ar­bei­tung für eine Mar­kie­rung zur Kon­fek­tio­nie­rung (z.B. Fal­zen und Ril­len) eines Papier- bzw. Druck­bo­gens. 

Falz­mar­ken wer­den in gewerb­li­chen Druck­ver­fah­ren (z.B. Buch­druck, Flexo­druck, Off­set­druck, Sieb­druck oder Tief­druck) – wie auch Beschnitt­zei­chen oder Pas­ser­mar­ken – auf dem unbe­schnit­te­nen Druck­bo­gen außer­halb des Beschnitts mit­ge­druckt. Sie die­nen in der buch­bin­de­ri­schen Wei­ter­ver­ar­bei­tung als opti­sche Mar­kie­run­gen bei der Ein­rich­tung einer Rill-, Per­fo­rier- oder Falz­ma­schine bzw. als Falt­mar­kie­rung bei der hand­buch­bin­de­ri­schen Kon­fek­tio­nie­rung. 1 ) 

2. Falt­mar­ke. Begriff für Mar­kie­run­gen auf Brief­pa­pie­ren inner­halb des Papier­be­schnitts, wel­che das kor­rek­te hän­di­sche Fal­ten erleich­tern. Falt­mar­ken haben in der Regel die Form eines kur­zen, fei­nen Strichs. 2 )

In Deutsch­land sind auf einem Nor­malbrief­bo­gen nach DIN 676 Form A im Papier­for­mat DIN A4 drei Falt­mar­ken gebräuch­li­ch: 3 )

  • Obere Falt­mar­ke bei 87 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen)
  • Mit­tel­mar­ke (Loch­mar­ke) bei 148,5 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen)
  • Unte­re Falt­mar­ke bei 192 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen)

Bei einem Nor­malbrief­bo­gen nach DIN 676 Form B im Papier­for­mat DIN A4 sind eben­falls drei Falt­mar­ken gebräuch­li­ch: 4 )

  • Obere Falt­mar­ke bei 105 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen)
  • Mit­tel­mar­ke (Loch­mar­ke) bei 148,5 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen)
  • Unte­re Falt­mar­ke bei 210 mm (vom oberen Papier­rand gemes­sen) 

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Tipp: Vor­sicht beim Aus­gleich von Län­gen­dif­fe­ren­zen! Falz­mar­ken soll­ten bei umfang­rei­che­ren Druck­sa­chen des­halb immer von/mit der Dru­cke­rei oder/und der Buch­bin­de­rei berech­net wer­den. Das gilt ins­be­son­de­re bei Fein­st-, Natur- und Künst­ler- bzw. Desi­gner­pa­pie­ren, die im Druck sehr stark »nach­ar­bei­ten«.
2.Anmer­kung: Falt­mar­ken erleich­tern bei­spiels­wei­se den Ver­sand von Brief­pa­pie­ren in einem Kuvert DIN Lang.
3, 4.Anmer­kung: In der Regel rei­chen die obere und mitt­le­re Falt­mar­ke aus, um einen Brief­bo­gen für ein Din­Lang oder DIN 5A Kuvert zu fal­ten.