Farbauszeichnung

Typographischer Terminus für eine farbliche Hervorhebung eines Buchstabens, eines Sonderzeichens, einer Ziffer, eines Wortes oder einer Textpassage im »glatten Satz«, also innerhalb eines fortlaufenden Textes; Schriftauszeichnung mit einer Farbe, die von der der Grundschrift abweicht; Schriftauszeichnungsmethode.

Der Begriff »Auszeichnung« hat seinen Ursprung in der Inkunabelzeit der Jahre 1450 bis 1500. Denn Initialen, Rubriken, Lombarden, Illuminationen, Unterstreichungen und Auszeichnungsstriche konnten in der Prototypographie nur von Kalligraphen, Illuminatoren und Rubrikatoren händisch »ausgezeichnet« werden. 

Farbauszeichungen gehören in der Regel zu den »Lauten Schriftauszeichnungen«, sie werden vom Rezipienten also bereits bemerkt, bevor das Auge die ausgezeichnete Textpassage erreicht hat. Um typographische Redundanzen und nachteilige Auswirkungen auf die Fixationsprozesse zu vermeiden, sollten diese grundsätzlich mit den anderen Schriftauszeichnungen eines Schriftsatzes im Rahmen einer Auszeichnungsmatrix abgestimmt werden (siehe Schriftmischung). 1 ) 2 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Tipp: Farbauszeichnungen sollten grundsätzlich sparsam angewendet werden. Für ungeübte Typographen/innen gilt die Faustregel: Um Redundanzen zu vermeiden, niemals »Laute Schriftauszeichnungen« zusätzlich mit Farbe hervorheben.
2.Tipp: Lange farbige Textpassagen in Konsultations- und Lesegrößen sollten in Vierfarbdruck (CMYK/Euroskala) grundsätzlich nicht gerastert und nur in Echtfarben gedruckt werden, da die Schriftkanten unscharf werden, was wiederum die Lesbarkeit beeinträchtigt.