Fixationen

Eine von drei Aktivitäten der Augenbewegungsmuster beim Lesen einer Wortsprache; Ruhen des Auges während des Lesens einer Wortsprache auf einem Punkt (lat. Festigung, Fixierung). Weitere Augenbewegungsmuster beim Lesen sind die Sakkaden und die Regressionen, auch Regressionssakkaden genannt.

Fixationen sind im Vergleich zu den Sakkaden und den Regressionen der wesentliche visuelle Prozeß beim Lesen einer Schrift. Nur bei den Fixationen kommt es zu einer Informationsaufnahme. Fixationen nehmen rund 90 bis 95 Prozent der Gesamtlesezeit ein.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Fixationen handelt es sich um Inhaltswörter, also Adjektive, Adverbien, Nomen und Verben. Häufig vorkommende Wörter werden kürzer und weniger fixiert als weniger häufige. Lexikalisch ambivalente Wörter erfordern längere Fixationen.

Fixationen, Regressionen und Sakkaden: »Dies ist ein Beispiel, wie Augensprünge beim Lesen verlaufen können. Die Kreise deuten die scharf gesehenen Teile je Fixation an, gestrichelte Linien Vorwärtssprünge, durchgezogene Rücksprünge«. Bildzitat: Prof. Dirk Wendt, Lesbarkeit von Druckschriften, Ein Beitrag zum Symposium der Typographischen Gesellschaft München am 13. und 14. November 1998. Die Zusammenfassung als Buch erschienen im Jahre 2000 unter dem Titel
Fixationen, Regressionen und Sakkaden: »Dies ist ein Beispiel, wie Augensprünge beim Lesen verlaufen können. Die Kreise deuten die scharf gesehenen Teile je Fixation an, gestrichelte Linien Vorwärtssprünge, durchgezogene Rücksprünge«. Bildzitat: Prof. Dirk Wendt, Lesbarkeit von Druckschriften, Ein Beitrag zum Symposium der Typographischen Gesellschaft München am 13. und 14. November 1998. Die Zusammenfassung als Buch erschienen im Jahre 2000 unter dem Titel »Lesen Erkennen«, Seite 11.

Fixationen können, je nach Lesekompetenz, eine unterschiedliche Dauer besitzen. Bei zunehmender Textschwierigkeit in Bezug auf Inhalt und Grammatik, steigt die durchschnittliche Dauer der einzelnen Fixationen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Regressionen zu, während die Sakkaden mengenmäßig und in ihrer Länge abnehmen.

Neben physischen Parametern (z.B. Presbyopie), der Textschwierigkeit sowie der Lesekompetenz eines Rezipienten hat die typographische Aufbereitung eines Schriftsatzes signifikanten Einfluß auf die Lesbarkeit und somit auf die Dauer des Leseprozesses. Insbesondere sinnvolle typographische Auszeichnungen im Rahmen einer semantischen Auszeichnungsmatrix (siehe auch Schriftmischung) können Fixationsprozesse sinnvoll unterstützen. 1 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Literaturempfehlung: Lesen Erkennen, Beiträge zu einem Symposium der TGM von Dirk Wendt, Bernd Weidemann, Rüdiger Weingarten, Hartmut Günther, Gerd Kegel und Ernst Pappel. Herausgegeben von der Typographischen Gesellschaft München, 2000.