Verbot der Fraktur durch NSDAP-Schrift-Verdikt vom 3.1.1941

Verbot der Fraktur durch die Nationalsozialisten: Schrift-Verdikt vom 3. Januar 1941 auf dem Briefpapier der NSDAP. Gekennzeichnet von Martin Bormann. Quelle: Bundesarchiv Koblenz im Bestand NS 6/334.

Ver­bot der Frak­tur durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten: Schrift-Ver­dikt vom 3. Janu­ar 1941 auf dem Brief­pa­pier der NSDAP. Gekenn­zeich­net von Mar­tin Bor­mann. Quel­le: Bun­des­ar­chiv Koblenz im Bestand NS 6/​334.

Rein­schrift des Schrift-Ver­dikts vom 3. Janu­ar 1941 der NSDAP von Mar­tin Bor­mann. Quel­le: Bun­des­ar­chiv Koblenz, Bestand NS 6/​334:

ANFANG ***

Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deut­sche Arbei­ter­par­tei
Stell­ver­tre­ter des Füh­rers
Stabs­lei­ter

Mün­chen 33,
z.Zt. Ober­salz­berg, den 3.1.41

Rund­schrei­ben
(Nicht zur Ver­öf­fent­li­chung)

Ein­gangs­tem­pel

Zu all­ge­mei­ner Beach­tung tei­le ich im Auf­tra­ge des Füh­rers mit:

Die soge­nann­te goti­sche Schrift als eine deut­sche Schrift anzu­se­hen oder zu bezeich­nen ist fal­sch. In Wirk­lich­keit besteht die soge­nann­te goti­sche Schrift aus Schwa­ba­cher Juden­let­tern. Gen­au wie sie sich spä­ter in den Besitz der Zei­tun­gen setz­ten, setz­ten sich die in Deutsch­land ansäs­si­gen Juden bei Ein­füh­rung des Buch­drucks in den Besitz der Buch­dru­cke­rei­en und dadurch kam es in Deutsch­land zu der star­ken Ein­füh­rung der Schwa­ba­cher Juden­let­tern.

Am heu­ti­gen Tage hat der Füh­rer in einer Bespre­chung mit Herrn Reichs­lei­ter Amann und Herrn Buch­dru­cke­rei­be­sit­zer Adolf Mül­ler ent­schie­den, dass die Anti­qua-Schrift künf­tig als Nor­mal-Schrift zu bezeich­nen sei. Nach und nach sol­len sämt­li­che Druckerzeug­nis­se auf die­se Nor­mal-Schrift umge­stellt wer­den. Sobald dies schul­buch­mäs­sig mög­li­ch ist, wird in den Dorf­schu­len und Volks­schu­len nur mehr die Nor­mal-Schrift gelehrt wer­den.

Die Ver­wen­dung der Schwa­ba­cher Juden­let­tern durch Behör­den wird künf­tig unter­blei­ben; Ernen­nungs­ur­kun­den für Beam­te, Stras­sen­schil­der u.dergl. wer­den künf­tig nur mehr in Nor­mal-Schrift gefer­tigt wer­den.

Im Auf­tra­ge des Füh­rers wird Herr Reichs­lei­ter Mann zunächst jene Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten, die bereits eine Aus­lands­ver­brei­tung haben, oder deren Aus­lands­ver­brei­tung erwünscht ist, auf Nor­mal-Schrift umstel­len.

gez. M. Bor­mann.

*** ENDE

Quel­le der Rein­schrift: www​.typo​l​e​xi​kon​.de