Fußnote

Eine Fuß­no­te ist eine Anmer­kung, Legen­de, Bemer­kung, Quel­len­an­ga­be, Über­set­zung oder wei­ter­füh­ren­de Erklä­rung zu einem Wort oder einer Text­pas­sa­ge. Sie wird – im Gegen­satz zu Mar­gi­na­li­en und End­no­ten – am Fuß der glei­chen Sei­te, meist in einem klei­ne­ren Schrift­grad, in einer soge­nann­ten Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße, an die Text­ko­lum­ne (Haupt­text) ange­hängt. Fuß­no­ten wer­den bei­spiels­wei­se bei wis­sen­schaft­li­chen Tex­ten ver­wen­det, die einen Zitat­nach­weis oder eine Anmer­kung zu einer The­se erfor­dern. Fuß­no­ten sind eine Hil­fe für Leser, die Bele­ge und wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen suchen und über­prü­fen. Die Qua­li­tät und der Umfang von Fuß­no­ten kann des­halb auch ein Maß­stab für eine wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung sein. 

Text- und Notenkolumne

In der Buch­ty­po­gra­phie glie­dert sich eine Sei­te mit Fuß­no­ten in eine Text­ko­lum­ne für den Haupt­text und eine Noten­ko­lum­ne für die Fuß­no­ten. 

Beispiel einer Fußnote in einem einspaltigen Buchsatzspiegel. Die Text- und Notenkolumnen werden immer innerhalb des Satzspiegels bzw. des Gestaltungsrasters gesetzt. Je nach Umfang der Fußnote(n) wird der Haupttext nach oben hin verkürzt oder nach unten hin verlängert. Ausgerichtet wird die Notenkolumne in der letzten Zeile des Satzspiegels. Der Umfang einer Notenkolumne sollte zwei Drittel des übrigen Textes nicht überschreiten. Quelle: www.typolexikon.de
Bei­spiel einer Fuß­no­te in einem ein­spal­ti­gen Buch­satz­spie­gel. Die Text- und Noten­ko­lum­nen wer­den immer inner­halb des Satz­spie­gels bzw. des Gestal­tungs­ras­ters gesetzt. Je nach Umfang der Fußnote(n) wird der Haupt­text nach oben hin ver­kürzt oder nach unten hin ver­län­gert. Aus­ge­rich­tet wird die Noten­ko­lum­ne in der letz­ten Zei­le des Satz­spie­gels. Der Umfang einer Noten­ko­lum­ne soll­te zwei Drit­tel des übri­gen Tex­tes nicht über­schrei­ten.

Sowohl die Text- als auch die Noten­ko­lum­nen wer­den dabei immer inner­halb des Satz­spie­gels bzw. des Gestal­tungs­ras­ters gesetzt. Je nach Anzahl und Umfang der Fußnote(n) wird der Haupt­text nach oben hin ver­kürzt oder nach unten hin ver­län­gert. In der klas­si­schen Buch­ty­po­gra­phie exis­tiert die unge­schrie­be­ne Regel, dass der Umfang einer Noten­ko­lum­ne zwei Drit­tel des übri­gen Tex­tes nicht über­schrei­ten soll. Bei Dis­ser­ta­ti­ons­schrif­ten an vie­len deut­schen Uni­ver­si­tä­ten und For­schungs­zen­tren dür­fen in der Regel maxi­mal 25% einer Sei­te Fuß­no­ten ent­hal­ten.

Der Abstand zwi­schen Text- und Noten­ko­lum­ne soll­te kon­stant sein und min­des­tens eine Leer­zei­le betra­gen. Er kann auch zusätz­li­ch mit einer durch­ge­hen­den Haar­li­nie oder einem cir­ca 16 mm lan­gen nach links gerück­ten Fuß­no­ten­strich geglie­dert wer­den. Wich­tig dabei ist jedoch, dass die gewähl­te Glie­de­rungs­me­tho­de im gesam­ten Schrift­satz durch­gän­gig ver­wen­det wird. 

In der klas­si­schen Buch­ty­po­gra­phie kann eine Noten­ko­lum­ne auch zwei- oder mehr­spal­tig sein. Die Auf­tei­lung in meh­re­re Spal­ten ist ins­be­son­de­re bei einer brei­ten Text­ko­lum­ne (sie­he Satz­brei­te) in Ver­bin­dung mit kur­zen Fuß­no­ten zweck­mä­ßig. Fuß­no­ten­tex­te wer­den kei­nes­falls durch Leer­zei­len getrennt, son­dern fort­lau­fend unter­ein­an­der gereiht. Fuß­no­ten­tex­te enden immer mit einem Punkt.

Konsultationszeichen

Inner­halb einer Text­ko­lum­ne wird auf die ent­spre­chen­de Fuß­no­te mit einem Ver­weis- oder Noten­zei­chen – einem soge­nann­ten Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen (Kon­sul­ta­ti­on von lat. »con­sul­ta­tio« für »Berat­schla­gung«) – in Form eines Son­der­zei­chens (z.B. *), eines Buch­sta­bens (z.B. c), einer Ara­bi­schen Zif­fer (z.B. 3) oder eines Römi­schen Zähl­zei­chens (z.B. III) ver­wie­sen. 1 )

Bei bis zu drei Fuß­no­ten inner­halb eines Schrift­sat­zes kön­nen Son­der­zei­chen ver­wen­det wer­den. Die­se wer­den dann infol­ge ver­mehrt, bei­spiels­wei­se *, ** oder ***. Arbei­tet ein/e Autor/in durch­ge­hend mit vie­len Fuß­no­ten, bei­spiels­wei­se bei wis­sen­schaft­li­chen oder juris­ti­schen Tex­ten, soll­ten die Fuß­no­ten ver­nünf­ti­ger­wei­se die Form von Ara­bi­schen Zif­fern, Römi­schen Zah­len oder Buch­sta­ben dar­ge­stellt bzw. bes­ten­falls fort­lau­fend mit Ara­bi­schen Zif­fern num­me­riert wer­den. Die Form der gewähl­ten Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen soll­te in einem Schrift­satz kon­se­quent, also durch­gän­gig ver­wen­det wer­den. 

Bezieht sich eine Fuß­no­te auf einen gan­zen Satz, steht das Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen unmit­tel­bar hin­ter dem Schluss­punkt, ansons­ten steht es hin­ter dem betrof­fe­nen Wort. 

Beispiel einer Fußnote mit Arabischer Ziffer. Bezieht sich eine Fußnote auf einen ganzen Satz, steht das Konsultationszeichen unmittelbar hinter dem Schlusspunkt (2), ansonsten steht es hinter dem betroffenen Wort (1). Photoshoprohsatz in der Corporate A von Kurt Weidemann (1922–2011). Quelle: www.typolexikon.de
Bei­spiel einer Fuß­no­te mit Ara­bi­scher Zif­fer. Bezieht sich eine Fuß­no­te auf einen gan­zen Satz, steht das Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen unmit­tel­bar hin­ter dem Schluss­punkt (2), ansons­ten steht es hin­ter dem betrof­fe­nen Wort (1). Pho­to­sho­proh­satz in der Cor­po­ra­te A von Kurt Wei­de­mann (1922–2011).

Mikrotypographie

In Druckerzeug­nis­sen emp­fiehlt sich zwi­schen Wort und Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen je nach Schrift­art ein Wort­z­wi­schen­raum von 0 bis zu einem Halb­ge­viert, in HTML-Tex­ten bei Pro­por­tio­nal­schrif­ten auf­grund des z.Zt. immer noch man­gel­haf­ten Font Hin­tings ein Abstand bis zu einem gan­zen Lee­raum­zei­chen, bei dick­ten­glei­chen Schrif­ten kein Lee­raum­zei­chen.

Um den Lese­pro­zess (sie­he Fixa­tio­nen) nicht zu bein­träch­ti­gen, wer­den Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen inner­halb einer Text­ko­lum­ne zurück­hal­tend gesetzt, bes­ten­falls in einer hoch­ge­stell­ten Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße. 

In der Noten­ko­lum­ne (Fuß­no­ten­text) steht das Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen dage­gen immer deut­li­ch – oft in einem halb­fet­ten oder fet­ten Schrift­schnitt aus­ge­zeich­net – am Anfang des ergän­zen­den Tex­tes. Der Abstand zwi­schen Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen und Fuß­no­ten­text beträgt hier min­des­tens ein gan­zes Lee­raum­zei­chen.

Inwie­weit Noten­ko­lum­nen mit einem Hän­gen­den Ein­zug oder bün­dig gesetzt wer­den, hängt vom ver­füg­ba­ren Raum und der ästhe­ti­schen Betrach­tungs­wei­se ab. Glei­ches gilt für die Schrift­satz­art (z.B. Flat­ter­satz oder Block­satz), die Ver­wen­dung von Noten­zei­chen mit oder ohne Par­en­the­sen, mit oder ohne Punkt, die Ver­wen­dung von Mediä­val­zif­fern oder Majus­kel­zif­fern, die Aus­zeich­nung mit einer ande­ren Schrift (sie­he Schrift­mi­schung) oder Far­be sowie den Zei­len­ab­stand.

Bei Druckerzeug­nis­sen kön­nen Noten­ko­lum­nen in Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen von der Regis­ter­hal­tig­keit der Text­ko­lum­ne – von Rec­to zu Ver­so – abwei­chen, also einen ande­ren Zei­len­ab­stand besit­zen. 2 ) 3 )

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de 

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmer­kung: In der DIN 5008 wird der Umgang mit Fuß­no­ten wie folgt beschrie­ben: »Hin­weis­zei­chen wer­den mit Zah­len (ara­bi­sche Zif­fern) oder Son­der­zei­chen (bis höchs­tens drei Fuß­no­ten) dem Wort ohne Leer­zei­chen fol­gend hoch­ge­stellt geschrie­ben. Bei mehr­sei­ti­gen Tex­ten sind die Fuß­no­ten über alle Sei­ten hin­weg fort­lau­fend zu num­me­rie­ren«.
2.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Fors­s­man, Fried­rich und Hans Peter Will­berg: Lese­ty­po­gra­fie, Ver­lag Her­mann Schmidt, Mainz, ISBN 978–3-87439–800-8.
3.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: De Jong, Ralf und Fried­rich Fors­s­man: Detail­ty­po­gra­fie, Ver­lag Her­mann Schmidt, Mainz, ISBN 978–3-87439–642-4.