Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Gemeine

Umgangssprachlicher
Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für die Minuskeln eines Alphabets; Kleinbuchstaben. Die Bezeichnung » Gemeine « wurde nur im Plural verwendet. Semantisch rührt der Begriff » Gemeine « von » gemeinen Buchstaben « für » kleine Buchstaben «, wobei gemein « für » gewöhnlich, häufig vorkommend, verbreitet, einfach, normal oder nieder « steht. Der typographische Terminus für Gemeine bzw. Kleinbuchstabe lautet Minuskel.

[T] Unter » Gemeiner Zeichenvorrat « oder » Gemeiner Typenvorrat « verstand ein Handschriftsetzer die Anzahl der Kleinbuchstaben innerhalb der verwendeten Brotschrift, welche ihm bis zur Beendigung seiner Schriftsatzarbeit noch zur Verfügung stand. In kleinen Druckereien – insbesondere in ländlichen Gegenden – war der gemeine Zeichenvorrat in der Regel oft sehr begrenzt (Finanzielle Ressourcen, Ausschuss, Stehsatz etc.). Dies ist u.a. einer der Gründe dafür, weshalb in » Landdruckereien « unverhältnismäßig viel abgekürzt wurde.
[T] Der Terminus für Großbuchstabe lautet Majuskel.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 01.08.2006
von
Wolfgang Beinert




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Quelle: © Wolfgang Beinert, Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie
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