Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Gießbach

Typographischer Terminus für mehrere untereinander stehende Wortzwischenräume, welche – im übertragenen Sinne – optisch einen »Bach« ergeben. Das Auge fällt an diesen Stellen während des Fixationsprozesses gewissermaßen durch den Text bzw. durch die Zeilen. Ein Gießbach erschwert den Leseprozess und beinträchtigt die
Lesbarkeit eines Textes. Gießbäche entstehen insbesondere im automatisch generierten Blocksatz.

[T] Automatisch generierter Blocksatz verursacht in der Regel zu weite und zu unregelmäßige Wortzwischenräume sowie Gießbäche.
[T] Blocksatz muss grundsätzlich immer manuell
nachbearbeitet ( Mikrotypographie) werden, damit keine Gießbäche entstehen.
[T] Geschäftsbriefe und Ergebnisberichte, beispielsweise in Microsoft Word ® geschrieben, sollten – wenn sie nicht händisch nachbearbeitet werden – nicht im Blocksatz formatiert werden, sondern im linksbündigen Flattersatz. Denn nicht alles was technisch machbar ist, ist sinnvoll und ästhetisch!
[L]
Jan Tschichold: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie, Reprint im Maro Druck, ISBN 3-87512-403-0.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 29.01.2007
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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