Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Goldener Schnitt

Bezeichnung für ein mathematisches Teilungsverhältnis; irrationale Proportion von Breite zu Höhe im Verhältnis 1 : 1,618. Propagiert wurde der Goldene Schnitt seit der Renaissance insbesondere von Architekten, Typographen, Malern, Bildhauern und Musikern als das ideale Zahlenverhältnis im Sinne des Klassizismus. Der Goldene Schnitt, also das Teilungsverhältnis

a : b = b : (a + b)
wenn a gleich 1 ist, beträgt b 1,618; ist a gleich 0,618, so ist b gleich 1. 0,618 : 1 entspricht 1 : 1,6180339887498948482045868343656 (...) gerundet 1 : 1,618


wird in allen westlichen Kulturen als harmonisch empfunden. Diese Proportion wurde erstmalls im antiken Griechenland in der Natur und in der Architektur beobachtet und vom italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci (um 1180–1240) fundiert nachgewiesen.

Seit der Renaissance werden auch Buch- und Satzspiegelformate sowie Schriften und Zeichen (Typometrie) in der Proportion des Goldenen Schnitts entworfen.

[T] In der Buchtypographie wird ein Teilungsverhältnis auch als Teilungskanon bezeichnet.
[L] Beutelspacher und Petri: Der Goldene Schnitt, Spectrum Akademischer Verlag.
[L]
Jan Tschichold: Schriften 1925-1974, Brikmann & Bose, Berlin 1991, Band 2, ISBN 3-922660-36-3.
[L] Jost Hochuli: Bücher machen, Agfa Compugraphic.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 13.02.2008
von
Wolfgang Beinert

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