Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Grauwert

Optischer Grauwert einer monochromen Schriftsatzarbeit. In der Typographie wird darunter der reflektierte bzw. absorbierte Farbdurchschnittswert einer Schriftfläche bzw. Kolumne im Sinne von unbedruckt und bedruckt, hell und dunkel, unbeschrieben und beschrieben verstanden. Der Grauwert stellt in ästhetischer Hinsicht die unobjektive Relation von Raum, Fläche und Farbe einer Schriftsatzarbeit dar; er ist die Summe unterschiedlicher makro- und mikrotypographischer Überlegungen und Gesetzmäßigkeiten.

Der typographische Grauwert basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie beispielsweise der Farbmetrik der »Commission International de I´Eclairage«, sondern er ist ausschließlich ein subjektiver Sinneseindruck, der eher dem subjektiven Geschmack oder dem subjektiven Geruch ähnelt. Demzufolge gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen über den optimalen Grauwert einer Schriftsatzarbeit.

In der klassischen Buchtypographie existiert allerdings seit Jahrhunderten der Erfahrungswert, dass der Grauwert einer Kolumne ausschlaggebend für die Gesamtanmutung und die Lesbarkeit einer Schriftsatzarbeit ist. Deshalb gilt im Segment der Lese- und Buchtypographie die Regel, je dunkler und dichter der Grauwert einer Schriftfläche ist, desto unangenehmer und schwerer ist der Text lesbar.

[T] Der Grauwert einer Schriftsatzarbeit für eine Drucksache kann nicht am Bildschirm beurteilt werden.
[T] Ist der Grauwert einer Schriftsatzarbeit zu dunkel, entsteht bei großen Textmengen der abschreckende Eindruck der »Bleiwüste«.
[T] Je »fetter« eine Schrift ist, desto dunkler wirkt ihr Grauwert.
[T] Wird eine Schrift mittels eines Schriftsatzprogramms, z.B. QuarkXpress ® oder Adobe InDesign ®, in ihrer Breite und Höhe modifiziert, so ändert sich dadurch auch ihr Grauwert. Deshalb: Niemals eine Schrift dehnen oder stauchen!
[T] Um sich einen ersten Eindruck vom Grauwert einer Kolumne machen zu können, skizzierten Schriftsetzer in der Periode des materiellen Schriftsatzes, insbesondere im Akzidenzsatz, ihre Arbeiten zuerst in Form eines Faksimiles.
[L] Hans Gekeler, Handbuch der Farbe, Systematik und Ästhetik, DuMont Buchverlag, Köln. ISBN 3-7701-2111-2.


Aufsatz zuletzt bearbeitet am 05.11.2008
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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