Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Guillemets français

Französische Anführungszeichen (Guillemet oder Guillemets, phonetisch auch im Plural »-gij'mee« ausgesprochen). Die »Imprimerie Nationale« schreibt im Französischen die Anwendung der französichen Guillemets mit der Spitze nach außen vor.

« »Les guillemets français (Französische Anführungszeichen)
« guillemet ouvrant (Anführungszeichen offen)
»guillemet fermant (Anführungszeichen geschlossen)

Die Positionierung der« guillemets français »ist mitte/mitte, zwischen x-Linie und Grundlinie (Schriftlinien) sowie je ein Leerraumzeichen bzw. 1/4-Geviert Zwischenraum nach dem Guillemet ouvrant (also vor dem angeführten Wort) und vor dem Guillemet fermant (also nach dem angeführten Wort). Im deutschsprachigen Raum werden die Guillemet dagegen mit der Spitze nach innen verwendet.

Das »Historische Lexikon der französischen Sprache«, in Frankreich kurz« Le Robert », nennt einen Typographen namens Guillaume, der diese Satzzeichen 1527 erstmals angewandt haben soll. Etienne Dolet beschreibt sie 1540 als doppelt gesetzte Halbkreise in der Art von runden Parenthesen, im Original ((On trouve aussi ces demys cercles aulcunesfoys doublés:& ce sans force de parenthese ...)).

Die Bezeichnung« Guillemet »ist erst mit dem Jahr 1677 verbürgt und entstand vermutlich aus einer umgangssprachlichen Zusammenziehung von« Guillaume »und« mettre »oder« maistre », was soviel wie »Meister Wilhelm« oder »Wilhelm setzt« bedeutet.

Die Unterscheidung in« guillemet ouvrant et fermant »geht auf das Jahr 1804 und Firmin Didot zurück, der in seinem exklusiven Schriftschnitt »Romain de L'Empereur« erstmals diese spezielle Form und Positionierung der Guillemets verwendete. Didot zögerte nicht, »Les guillemets anglais«, also englische Anführungszeichen, erstmals in der Art der traditionellen Guillemets zu setzen, also die englische Hybridform in der Höhe der Minuskel.

[T] Guillemets und Sonderzeichen verhalten sich zur Zeit leider noch inkompatibel zu Suchmaschinenalgorithmen. Deshalb werden in den HTML-Dateien von typolexikon.de vorerst die deutschen Guillemets mit Leerraumzeichen verwendet.
[L] Livre des caractères de l'Imprimerie nationale de France, Paris, 2000.
[L] Jacques Drillon: Traité de la ponctuation française, éditions Gallimard, Paris 1991.
[L] Alain Rey: Dictionnaire historique de la langue française, Le Robert, Paris 1958.


Aufsatz zuletzt bearbeitet am 05.11.2008
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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