Grundschrift

1. Grundschrift bei Druckschriften und Screen Fonts

In der Typographie ist die »Grundschrift« der Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder Schriftsippe, der innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes, beispielsweise einem Buch, einem Geschäftsbericht, einer Website, einer Anzeige oder eines Prospekts, als Primärschrift (Basisschrift) verwendet wird. Vereinzelt auch als »Fließtextschrift« oder »Lauftextschrift« und im gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) als »Brotschrift« bezeichnet.

In der Lesetypographie besteht die Grundschrift, z.B. für einen Buch, eine Zeitung, ein Magazin oder eine Website, in der Regel aus einer gut lesbaren Textschrift (siehe Lesbarkeit) im Schriftschnitt »Normal« (regular, normale, chiaro tondo, font-weigt 400) bzw. im Schriftschnitt »Buch« (book, romain labeur, libro).

Die »Grundschrift« ist der Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder Schriftsippe, der innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes als Primärschrift (Basisschrift) verwendet wird. Beispiel: Grundschrift der »SZ« mit weißen Feldern markiert. Bildzitat: Süddeutsche Zeitung, München.
Die »Grundschrift« ist der Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder Schriftsippe, der innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes als Primärschrift (Basisschrift) verwendet wird. Beispiel: Grundschrift der »SZ« mit weißen Feldern markiert. Bildzitat: Süddeutsche Zeitung, München.

Die Wahl der Grundschrift auf den Taxonomieebenen der Hauptschriftgruppen (z.B. Antiqua), Schriftuntergruppen (z.B. Klassizistische Antiqua) und Nebenschriftgruppen (z.B. Bodoni-Varianten) gehört in den Bereich der Makrotypographie. In der Mikrotypographie entscheidet man sich dann für eine bestimmte Variante, z.B. eine »Bauer Bodoni® Roman« von Heinrich Jost (1889–1948) und Lois Höll (1860–1935) aus der Linotype®-Schriftenbibliothek (siehe Schriftklassifikation).

Die Grundschrift ist grundsätzlich immer die Primärschrift (Basisschrift) eines Schriftsatzes, eines Schriftsystems oder eines Corporate Designs (Hausschrift). Die Typometrie, die Hauptschriftlinien und die mikrotypographische Zubereitung der Grundschrift dienen als Grundlage für die Wahl und Abstimmung aller weiteren verwendeten Schriftstile und Schriftarten. Von ihr leiteten sich sämtliche innerfamiläre und extrafamiliäre Schriftmischungen ab, beispielsweise für Headlines, Bildunterschriften, Fußnoten, leise und laute Auszeichnungen.

Bei der Schriftwahl – egal ob für den Mengenschriftsatz (Werksatz, Zeitungssatz), den Titelsatz (Akzidenzsatz), eine Copy oder für ein Corporate Design – wird grundsätzlich immer zuerst die Grundschrift für eine semantisch-typographische Auszeichnungsmatrix gewählt, dann folgen die innerfamiliären Auszeichnungsschnitte und schlußendlich die extrafamilären Schriftstile (siehe auch Schriftwahl).

2. Grundschrift bei Schulschriften

Als »Grundschrift« wird seit 2011 eine Variante der schulischen Druckschrift (Lateinische Ausgangsschrift (LA), Vereinfachte Ausgangsschrift (VA), Schulausgangsschrift (SAS)) für Grundschüler bezeichnet, welche im Auftrag des Grundschulverbandes 1 ) entwickelt wurde und von interessierten deutschen (Grund)Schulen erprobt werden kann. Das Projekt ist in Fachkreisen umstritten.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Der Grundschulverband e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein politisch tätiger Fachverband für Grundschullehrer/innen. Weitere Informationen online unter http://grundschulverband.de (23.7.2017).