Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Kegelgröße

Typographischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für den Schriftgrad einer Bleisatzschrift, bemessen an der physischen Größe ihres Kegels. Wobei die Kegelgröße in der Regel nicht mit der gedruckten Schriftgröße korrespondiert, da der Bleibuchstabe eine Art Stempel ist, der die Farbe spiegelverkehrt auf bzw. in das Papier druckt.

Je nach Anpreßdruck, chemischer Zusammensetzung der Farbe und Papiersorte weicht die gedruckte Schriftgröße von der Kegelgröße mehr oder weniger stark ab. Beispielsweise ist bei gestrichenen, oberflächenverdichteten Papieren, geringem Anpreßdruck und schnell wegschlagender, oxydativ trocknender Farbe der gedruckte Schriftgrad etwas kleiner als die Kegelgröße. Dagegen haben Werkdruck-, Natur-, Feinst- und Künstlerpapiere eine spürbar stärkere Tonwertzunahme als gestrichene Papiere. Hier ist der geduckte Schriftgrad oft deutlich größer, als die Kegelgröße, insbesondere bei starkem Anpreßdruck.

Kegelgrößen erhielten in der Periode des materiellen Schriftsatzes Eigennamen, so genannte Mittel. Beispielsweise wurde ein 12 Didot-Punkt großer Schriftgrad als Cicero bezeichnet.

[T] In der
Typographie existieren keine verbindlichen Bemessungsgrundlagen für Schriftgrößen im Sinne der Metrologie und der Typometrie.
[T] Die Divergenz bei Typometern, Software, Peripheriegeräten (RIPs) etc. ist – trotz oft gleich lautender Termini und Größen – gravierend.
[T] In Deutschland ist offiziell das metrische System, also die Angaben in mm, cm bzw. Meter bindend.

[T] Beispielsweise beurteilte der
Typograph Giambattista Bodoni seine Schriften ausschließlich nach dem gedruckten Schriftbild. Er schnitt seine Schriften so, dass sie erst in Verbindung mit »seinen« speziellen Farben und auf »seinem« speziellen Papier zu ihren wahren Formen und Größen fanden. Die »dünnen« Serifen seiner klassizistischen Schriftschnitte verdickten sich nämlich, sobald sie auf dem Papier standen. Zum einen durch den Druckprozess selbst, also das Eindringen der Type in das Material, dann durch die Eigenschaften des Papiers und durch das Wegschlagverhalten der Farbe.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 05.11.2008
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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