Klassizistische Antiqua

Schrift­art; Neben­schrift­grup­pe, die im Sin­ne typo­gra­phi­schen Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on zur Schrift­gat­tung (Haupt­schrift­grup­pe) der Anti­qua-Schrif­ten gehört; rund­bo­gi­ge Druck­schrift römi­schen Ursprungs mit Seri­fen. Im eng­lisch­spra­chi­gen Raum als »Dido­ne« bezeich­net.

Unter »Klas­si­zis­ti­sch« bzw. »Klas­si­zis­mus« wird ein west­eu­ro­päi­scher und nord­ame­ri­ka­ni­scher Kunst­stil von 1750 bis ins frü­he 19. Jahr­hun­dert ver­stan­den (Deutsch­land 1770–1830), der sich dadurch aus­zeich­net, die Form­prin­zi­pi­en der grie­chi­sch-römi­schen Anti­ke in Kunst und Kul­tur nach­zu­ah­men. In sei­ner typi­sch stren­gen Gerad­li­nig­keit unter­schei­det sich der Klas­si­zis­mus wesent­li­ch von der über­bor­den­den For­men­viel­falt des vor­an­ge­gan­ge­nen Spät­ba­ro­ck bzw. Roko­ko. Das Selbst­ver­ständ­nis die­ses Stils: Logi­sch, klar, line­ar, streng und mora­li­sie­rend. Poli­ti­sch und gesell­schaft­li­ch sym­bo­li­sier­te der Klas­si­zis­mus ins­be­son­de­re die Demo­kra­tie des anti­ken Grie­chen­lands und die römi­sche Repu­blik. So stell­te er u.a. feu­da­lis­ti­sche Herr­schafts­struk­tu­ren und die »dege­ne­rier­te Banau­sie« (Mira­be­au) der Aris­to­kra­tie in Fra­ge und favo­ri­sier­te das Ide­al der libe­ra­len Geis­tes­hal­tung eines huma­nis­ti­sch »auf­ge­klär­ten« Bil­dungs­bür­ger­tums (Gebrü­der Hum­boldt). Der Klas­si­zis­mus wur­de des­halb zum füh­ren­den Kunst­stil jun­ger Repu­bli­ken wie Frank­reich (Empi­re) und Nord­ame­ri­ka. Er galt ab den 1790er Jah­ren als »Stil der Revo­lu­ti­on«. 1 )

Ety­mo­lo­gi­sch lei­tet sich der Begriff »Klas­si­zis­mus« von »klas­si­sch« ab, was aus dem mit­tel­la­tei­ni­schen »clas­si­cus« für »mus­ter­gül­tig, vor­bild­li­ch, erst­klas­sig « ent­lehnt ist, das wie­der­um auf das latei­ni­sche »clas­si­cus« (in nor­ma­ti­ver Hin­sicht »die römi­sche Bür­ger­klas­se betref­fend«) und »clas­sis« zurück­geht, womit die »Klas­se« als höchs­te, eli­tä­re Gesell­schafts­schicht der Anti­ke gemeint war. Bereits im zwei­ten nach­christ­li­chen Jahr­hun­dert unter­schied der römi­sche Schrift­stel­ler Aulus Gel­li­us in sei­ner 20 Bän­de umfas­sen­den grie­chi­sch-latei­ni­schen Lite­ra­tur­ge­schich­te »Noc­tes Atti­cae « den »scrip­tor clas­si­cus«, also den erst­klas­si­gen Autor, Rhe­tor, His­to­ri­ker oder Phi­lo­so­phen, schlicht: den Klas­si­ker vom pro­le­ta­ri­schen Schrei­ber­ling. Im acht­zehn­ten Jahr­hun­dert wur­de die­ser Begriff dann auch auf nach­an­ti­ke Lite­ra­ten und Künst­ler aus­ge­dehnt, zuer­st von Vol­taire 1761, als er in einem sei­ner zahl­rei­chen Arti­kel für Dide­rots »Ency­clo­pé­die« die bedeu­tends­ten fran­zö­si­schen Dich­ter des vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr­hun­derts – Cor­neil­le und Raci­ne – als »Klas­si­ker« bezeich­net.

Schriftprobe eines digitalen Remakes einer streng linear aufgebauten Klassizistischen Antiqua von Firmin Ambroise Didot (1764–1836) von Adrian Frutiger für Linotype aus dem Jahre 1991. Infografik: www.typolexikon.de
Schrift­pro­be eines digi­ta­len Remakes einer streng line­ar auf­ge­bau­ten Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua von Fir­min Ambroi­se Didot (1764–1836) von Adri­an Fru­ti­ger (1928–2015) für Lino­ty­pe aus dem Jah­re 1991.

Die Bezeich­nung »Anti­qua« geht ety­mo­lo­gi­sch auf die latei­ni­sche weib­li­che Form von »anti­quus« zurück, für »vorig, alt«, eine Neben­form von »anti­cus« für »der vor­de­re« vom latei­ni­schen »ante« für »vor«. Mit »Anti­qua« ist somit die »alte Schrift« gemeint. Die Anti­qua ist heu­te die füh­ren­de Ver­kehrs­schrift der west­li­chen Welt.

Die Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua ist in ihrer Typo­me­trie streng linea­rer auf­ge­baut. Sie ver­fügt über sehr star­ke Grund­stri­che, fei­ne Haar­li­ni­en und fei­ne, lan­ge Seri­fen, wel­che waag­recht ange­setzt sind und eckig abschlie­ßen. Die Schrift­ach­se der run­den Buch­sta­ben­for­men steht prä­zi­se senk­recht.

Primäre Klassifikationsmerkmale

Dach­an­sät­ze Majus­kel: Gera­de
Minus­ke­lober­län­gen: Enden bei der H-Linie, aller­dings oft Dach­an­satz zur »Gro­ßen Über­hangs­li­nie«
Ach­se der Minus­kel e: Waag­rech­ter Innen­bal­ken
Opti­sche Ach­se der Rund­for­men: Senk­recht
Seri­fen­über­gän­ge: Eckig oder rund
Seri­fen­sei­ten­kan­te: Gera­de
Seri­fen­un­ter­kan­te: Steht gera­de auf der Grund­li­nie
Stich­stär­ken­kon­trast Balken/Querbalken: Sehr stark

Vertreter dieser Schriftart
SchriftSchrift­ge­stal­terFont Found­ryJahr
Bau­er Bodo­niJost, Hein­rich
Höll, Lois
Bau­er1926/1927
Bodo­niBodo­ni, Giam­bat­ti­s­taStam­pe­ria rea­leum 1771
Bodo­ni Old FaceLan­ge, Gün­ter Ger­hardBert­hold1983/2001
Cale­do­niaDwigg­ins, Wiliam A.Mer­gen­tha­ler (Lino­ty­pe)1939
Cen­ten­ni­alFru­ti­ger, Adri­anLino­ty­pe1986
Cen­tu­ryBen­ton, Linn BoydATF1894
DidotDidot, Fir­min Ambroi­seImpri­me­rie Roya­leum 1790
Didot Lino­ty­peFru­ti­ger, Adri­an
Lino­ty­pe Desi­gn Stu­dio
Lino­ty­pe1991
Elek­traDwigg­ins, Wil­liam A.Lino­ty­pe1935
FeniceNova­re­se, AldoITC1977–1980
Filo­so­fiaLicko, ZuzanaÉmi­gré1996
Mono­ty­pe ModernMono­ty­pe1860/1896
Prill­witzPrill­witz, Johann Carl Lud­wigGöschen/Bertuch1790
Prill­witzPreuss, Ingopreus­s­TY­PE2006
Romain de L’Empereur
(Kai­ser-Anti­qua)
Didot, Fir­min Ambroi­seImpri­me­rie Roya­le1804
Wal­baumWal­baum, Jus­tus ErichKircher/Walbaum/Bertuchum 1800
Wal­baumLan­ge, Gün­ter Ger­hardBert­hold1976

Ab cir­ka 1770 ent­wi­ckel­te der ita­lie­ni­sche »Prin­ci­pe dei tipo­gra­fi« (»der Fürst unter den Typo­gra­phen«) Giam­bat­ti­s­ta Bodo­ni (1740–1813) aus der fran­zö­si­schen Réa­les Pier­re Simon Four­niers erst­mals eine Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua mit einem streng sym­me­tri­schen, fast monu­men­tal anmu­ten­den Auf­bau, wel­che die west­eu­ro­päi­sche Schrift­kul­tur des gesam­ten 19. Jahr­hun­derts maß­geb­li­ch prä­gen soll­te. Erst­ma­lig wur­de die­se Schrift­art von Bodo­ni in sei­nen »Epit­ha­la­mia exoti­cis lin­gu­is red­dita, Par­mae, Regio typo­gra­pheo MDCCLXXV« 2 ) ver­öf­fent­licht, und in den dar­auf fol­gen­den Jah­ren ver­fei­nert.

Schriftprobe eines digitalen Remakes der Bodoni (Giambattista Bodoni, 1740–1813). In der Schriftklassifikation zählen Bodonis zu den Klassizistischen Antiquas. Infografik: www.typolexikon.de
Schrift­pro­be eines digi­ta­len Remakes der Bodo­ni (Giam­bat­ti­s­ta Bodo­ni, 1740–1813). In der Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on zäh­len Bodo­nis zu den rei­nen Klas­si­zis­ti­schen Anti­quas.
Schrift ist nicht gleich Schrift, auch wenn Schriften auf den ersten Blick ähnlich aussehen können oder vordergründig sogar den gleichen Namen tragen. Hier ein Rohsatzvergleich von vier Bodoni Antiquas im normalen Schriftschnitt. Die Typometrie unterscheidet sich signifikant voneinander. Infografik: www.typolexikon.de
Schrift ist nicht gleich Schrift, auch wenn Schrif­ten auf den ers­ten Bli­ck ähn­li­ch aus­se­hen kön­nen oder vor­der­grün­dig sogar den glei­chen Namen tra­gen. Hier ein Roh­satz­ver­gleich von vier klas­si­zis­ti­schen Bodo­ni Anti­quas im nor­ma­len Schrift­schnitt. Die Typo­me­trie unter­schei­det sich signi­fi­kant von­ein­an­der.

In Deutsch­land (damals Hei­li­ges Römi­sches Reich Deut­scher Nati­on 962‑1806) war es vor­nehm­li­ch der Leip­zi­ger (damals Kur­fürs­ten­tum Sach­sen) Typo­p­graph und Ver­le­ger Georg Joa­chim Göschen (1752–1828), der in den Jah­ren 1794 bis 1802 die Gesamt­aus­ga­be der Wer­ke von Chris­to­ph Mar­tin Wie­land in der 1790 von Johann Carl Lud­wig Prill­witz (1758–1810) geschnit­te­nen ers­ten deut­schen Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua ver­leg­te und in exem­pla­ri­scher Wei­se die Ele­ganz der fran­zö­si­schen Let­tern von Fir­min Didot (1764–1836) mit den buch­ty­po­gra­phi­schen Stil­vor­ga­ben und Satz­re­geln, die Bodo­ni in sei­nem »Manua­le tipo­gra­fi­co« kano­ni­siert hat­te, umsetz­te. Zur Rea­li­sie­rung sei­ner makro– und mikro­ty­po­gra­phi­schen höchst anspruchs­vol­len Form­vor­stel­lun­gen von einer eben­mä­ßi­gen, soge­nann­ten »sple­ndi­den Satz­wei­se« führ­te Göschen auch die dazu­ge­hö­ri­ge Druck­tech­no­lo­gie ein: der Ein­satz von Ste­gen und Pres­sen aus Metall anstel­le von Holz gewähr­leis­te­te das kon­se­quen­te Hal­ten der Schrift­li­nie, den exak­ten Axi­al­satz des Titel­blatts und den gleich­mä­ßi­gen Farb­ab­druck; ein opti­mier­tes Schrift­guß­ver­fah­ren ermög­lich­te die prä­zi­sen und lang­ge­zo­ge­nen Haar­stri­che der neu­en Anti­qua-Schnit­te; sorg­fäl­tigst aus­ge­schlos­se­ne Buch­sta­ben- (Lauf­wei­te) und Wort­z­wi­schen­räu­me, ein gro­ßer Zeilen­durch­schuß und die brei­ten Rän­der des Satz­spie­gels sorg­ten für die regel­mä­ßi­ge Grau­wir­kung eines lich­ten, har­mo­ni­schen Satz­bil­des, das ins­ge­samt dem ästhe­ti­schen Ide­al des klas­si­zis­ti­schen Stils ent­sprach. Voll begeis­ter­ter Empha­se schrieb Wie­land 1793 in einem Brief an Göschen über den Pro­be­druck der Prill­witz-Anti­qua für die Aus­ga­be sei­ner Wer­ke: »Ich kann mich nicht genug an der Schön­heit die­ser Let­tern ergöt­zen! Eine jede ist in ihrer Art eine Medi­ce­i­sche Venus. Lachen Sie nicht über die anschei­nen­de Hyper­bo­le! Es ist etwas Wah­res an die­ser selt­sam tönen­den Behaup­tung; ich wenigs­tens kann mir kei­ne schö­ne­ren Schrift­zei­chen den­ken als die­se, und ich habe doch auch eine Ima­gi­na­zion …«

1804 schuf Fir­min Didot in Paris für die offi­zi­el­len Doku­men­te zur Kai­ser-Krö­nung von Napo­leon Bona­par­te den nur die­ses eine Mal ver­wen­de­ten Schrift­schnitt »Romain de L’Empereur« ( »Kai­ser-Anti­qua« ). Die­se exklu­si­ve Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua prä­sen­tier­te als typo­gra­phi­sches und kul­tur­po­li­ti­sch glei­cher­ma­ßen bri­san­tes Kurio­sum die eng­li­schen, übli­cher­wei­se hoch­ge­stell­ten Anfüh­rungs­zei­chen in der nied­ri­ge­ren Posi­ti­on der tra­di­tio­nel­len fran­zö­si­schen Guil­le­mets, also »99÷66« in Minus­kel­hö­he: wohl als »dia­kri­ti­sch« sub­ti­le Anspie­lung dar­auf, dass Napo­leon den per­ma­nent feind­se­li­gen Eng­län­dern eben erst den Frie­dens­ver­trag von Ami­ens abge­trotzt hat­te, eine von Bri­tan­ni­en aus gegen ihn ange­zet­tel­te Ver­schwö­rung ver­ei­telt hat­te und sie­ges­ge­wohnt damit rech­ne­te, bin­nen kur­zem ganz Eng­land unter sei­ne Herr­schaft zu brin­gen. Didots Kai­ser-Anti­qua ist eines von vie­len Bei­spie­len dafür, dass »Schrift­zei­chen« stets auch »Zeit­zei­chen« sind.

Par­al­lel zur Typo­gra­phie ver­wen­de­ten ins­be­son­de­re Kup­fer­ste­cher (Tief­dru­cker) die­se Schrift­art ger­ne, weil die Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua auf­grund ihrer Typo­me­trie leich­ter mit dem Grab­sti­chel auf die Kup­fer­plat­te zu »ste­chen« bzw. zu gra­vie­ren (Gra­vu­re) war, als eine Renais­sance- oder Vor­klas­si­zis­ti­sche Anti­qua. Inwie­weit die Tech­nik des Kup­fer­stichs die Ent­wick­lung der typo­gra­phi­schen Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua beein­flusst hat, ist wis­sen­schaft­li­ch nicht doku­men­tiert. 3 )

Auf Dau­er konn­te sich die deut­sche Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua (außer für biblio­phi­le Luxus­aus­ga­ben der Hoch­li­te­ra­tur) gegen die Domi­nanz der Frak­tur aller­dings nicht behaup­ten, war doch das brei­te Lese­pu­bli­kum jahr­hun­der­te­lang fast aus­schließ­li­ch auf das gebro­che­ne Schrift­bild fixiert gewe­sen. Absatz­schwie­rig­kei­ten und hohe ver­le­ge­ri­sche Ver­lus­te waren die unaus­bleib­li­che Fol­ge. Dazu kamen die Napo­leo­ni­schen Krie­ge, in deren Ver­lauf der deut­sche Natio­na­lis­mus mehr und mehr erstark­te, wodurch die als fran­zö­si­sche und damit feind­li­che Schrift kon­no­tier­te Anti­qua bis spä­tes­tens 1812 jeg­li­che Akzep­tanz ver­lor.

In Eng­land ent­stand um 1817 aus der von Fir­min Didot per­fek­tio­nier­ten Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua die »Egyp­ti­en­ne« und fast zeit­gleich die »Gro­tesk«.

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmer­kung: Bedeu­ten­de Ver­tre­ter der klas­si­zis­ti­schen Stil­epo­che waren u.a. Pira­ne­si, Karl Fried­rich Schin­kel und Leo von Klen­ze (Archi­tek­tur), Jac­ques-Louis David (Male­rei), Anto­nio Cano­va (Bild­haue­rei), Johann Wolf­gang von Goe­the und Fried­rich Schil­ler (Lite­ra­tur), Wolf­gang Ama­de­us Mozart und Lud­wig van Beet­ho­ven (Musik), Wil­helm von Hum­boldt (Wis­sen­schaft) sowie Fir­min Didot und Giam­bat­ti­s­ta Bodo­ni (Typo­gra­phie).
2.Anmer­kung: Facsi­mi­le des Bodo­ni-Drucks mit einer Klas­si­zis­ti­schen Anti­qua, Par­ma 1775, aus der Cary Collec­tion, New York unter http://​wal​ly​.rit​.edu/​c​a​r​y​/​c​c​_​d​b​/​s​u​b​j​e​c​t​_​l​i​b​r​a​r​y​.​h​tml. Mel­bert B. Cary war in den 1920er Jah­ren Direk­tor der Con­ti­nen­tal Type Foun­ders Asso­cia­ti­on; sei­ne Samm­lung umfaßt rund 2.300 bedeu­ten­de Wer­ke zur Geschich­te des Buch­drucks und gehört zum Roches­ter Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy.
3.Anmer­kung: Die in der »Schrift­set­z­er­li­te­ra­tur« immer wie­der repro­du­zier­te Bin­sen­weis­heit, dass sich die Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua um 1800 auf­grund des Gebrauchs der »Spitz­fe­der« ent­wi­ckelt hat, ist – phi­lo­lo­gi­sch betrach­tet – abso­lu­ter Non­sens.