Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Layout

Englischer Terminus aus der US-Werbung der 1940er Jahre für den »Aufriss eines Werbemittels«; (werbe)grafischer Entwurf; Skizze bzw. skizzenhafte Zusammenstellung einzelner graphischer Module, beispielsweise bestehend aus Headlines, Texten, Fotografien, Illustrationen, Grafiken oder Corporate Identity- bzw.
Corporate Design-Elementen zu einem vorläufigen graphischen Gesamtentwurf für ein PR-, Medien- oder Werbemittel (z.B. Anzeige, Prospekt oder Website). Ein Layout (englisch »layout« für »Entwurf, Planung, Anordnung, Anlage« oder »Aufmachung einer Zeitung«) dient dazu, einen grafischen Entwurf bzw. eine Idee zu materialisieren, um diese sich selbst bzw. Dritten (z.B. Kollegen, Zulieferer, Auftraggeber etc.) verständlich vor Augen zu führen. In der klassisischen Typographie auch als Faksimile bezeichnet.

Grundsätzlich unterscheidet man unterschiedliche Varianten von Layouts. Erstens das Grob- oder Rohlayout (in den USA als »Rough« -Layout bezeichnet). Es besteht in der Regel aus groben händischen »Scribbles« (englisch »scribble« für »kritzeln« ) bzw. händischen oder digitalen Skizzen einer Idee. Zweitens die Zwischenlayouts. Teile der Rohlayouts werden hier im Detail bzw. in Teilen umgesetzt, so auch der makrotypographische Entwurf. Drittens das Feinlayout. Hier werden die einzelnen Module (u.a. die Mikrotypographie) »gefinisht« bzw. in produktionsfähige Vorlagen umgesetzt.

[T] Scribbles in der Rohlayoutphase verkaufen eine Idee grundsätzlich besser als Rohlayouts mit Blindmaterial. Insbesondere provisorisches Stockmaterial, z.B. von Bildagenturen, ist sehr problematisch: Gefällt dem Auftraggeber beispielsweise das Gesicht des Testimonials nicht, wird er vermutlich gleich die ganze Idee ablehnen. Oder: Ein »Layoutfoto« aus der französischen VOGUE von Helmut Newton verkauft vielleicht eine (fremde) Idee, aber bei der Implementierung trennt sich dann die Spreu vom Weizen: Die Eigenproduktion wird in den seltensten Fällen an die Qualität und das Budget der »Vorlage« heranreichen.
[T] Grundsätzlich sind händische Scribbles dem soggenannten »Blindmaterial«, bestehend aus »Blindtexten« und »Placebofotos«, vorzuziehen, da nur sie eine eigenständige Idee skizzieren und visuell transportieren können, auch wenn sie für Laien oft unkonkret und in der Präsentationsphase nicht so »sauber« wirken mögen. Vorhandenes Blindmaterial (z.B. Stockmaterial), z.B. aus Zeitungen, Magazinen oder Archiven, stellen keine eigenständige Idee dar. Sie sind bereits in Auffassung, Inhalt und Ästhetik geprägt. Blindmaterial ist insbesondere auch ein Grund dafür, dass selten neue Ideen produziert werden, sondern nur nachgeahmt bzw. Ideen Dritter verwertet werden und somit im Endeffekt alles gleich aussieht.
[T] Sogenannte »Blindtexte« sind für ein mikrotypographisches Layout nicht geeignet, denn gute Typographie folgt grundsätzlich dem Inhalt. So kann beispielsweise die Schriftwahl oder eine semantische und typographische Matrix (Schriftmischung) ausschließlich nur aus dem Inhalt heraus entwickelt werden. Bei Präsentationen sollte deshalb dezidiert mit ausgearbeiteten Schriftproben gearbeitet werden, die einen Bezug zu den realen Textvorlagen herstellen.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 10.03.2011
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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