Linotype

Type Libra­ry (Schrif­ten­bi­blio­thek) und Font Found­ry (Han­dels­haus für Schrif­ten). Ehe­mals Her­stel­ler von Setz­ma­schi­nen bzw. Schrift­satz­sys­te­men und Schrift­gie­ße­rei. Lino­ty­pe war ursprüng­li­ch der Name einer vom deut­schen Uhr­ma­cher und Erfin­der Ott­mar Mer­gen­tha­ler (1854–1899) 1886 kon­stru­ier­ten Zei­len­setz- und Gieß­ma­schine. 

Heu­te ver­bin­det man mit die­sem eng­li­sch »laino’taip« aus­ge­spro­che­nen Begriff pri­mär die »Lino­ty­pe Libra­ry«, eine der umfang­reichs­ten Schrif­ten­bi­blio­the­ken der Welt. 1 ) Unter ihren ver­mut­li­ch meh­re­re tau­send Ori­gi­nal­druck­schrif­ten – die im typo­gra­phi­schen Sprach­ge­brauch in digi­ta­li­sier­ter Form kurz als Font bzw. im Plu­ral als Fonts bezeich­net wer­den – befin­den sich neben meis­ter­haf­ten Repli­ken der berühm­ten his­to­ri­schen Typen etwa von Clau­de Gara­mond (um 1498/99–1561), John Bas­ker­vil­le (1706–1775), Giam­bat­ti­s­ta Bodo­ni (1740–1813) oder Fir­min Ambroi­se Didot (1764–1836) eine Viel­zahl von authen­ti­schen Neu­schöp­fun­gen der renom­mier­tes­ten Schrift­ge­stal­ter sowohl des ver­gan­ge­nen 20. Jahr­hun­derts wie auch der zeit­ge­nös­si­schen Typo­gra­phie.

Stell­ver­tre­tend für ande­re, nicht min­der bedeu­ten­de Schrift­künst­ler sei­en hier Her­mann Zapf (1918—2015), Adri­an Fru­ti­ger (1928–2015), Georg Trump (1896–1985) und A.M. Cas­sand­re (1901–1968), Max Mie­din­ger (1910−1980), Her­mann Eiden­be­nz (1902–1993), Hans Edu­ard Mei­er (1922–2014) oder Nevil­le Bro­dy (*1957) genannt.

Zu den bekann­tes­ten Schrift­schnit­ten bzw. Schrift­sti­len im Lino­ty­pe-Inven­tar gehö­ren bei­spiels­wei­se die Hel­ve­ti­ca, Fru­ti­ger, Uni­vers, Syn­tax, Opti­ma oder die Zap­fi­no.

Ottmar Mergenthaler (1854–1899), Uhrmacher und Erfinder der Zeilensetz- und Gießmaschine »Linotype« (1886) mit seiner Frau Emma Friederika Lachenmayer. Quelle: Ausschnitt aus einem Foto des Archivs der ehemaligen Linotype AG, Eschborn (heute Monotype Imaging Inc., USA).
Ott­mar Mer­gen­tha­ler (1854–1899), Uhr­ma­cher und Erfin­der der Zei­len­setz- und Gieß­ma­schine »Lino­ty­pe« (1886) mit sei­ner Frau Emma Frie­de­ri­ka Lachen­may­er. Quel­le: Aus­schnitt aus einem Foto des Archivs der ehe­ma­li­gen Lino­ty­pe AG, Esch­born (heu­te Mono­ty­pe Ima­ging Inc., USA).

Wie eine typi­sch ame­ri­ka­ni­sche Pio­nier- und Erfolgs­sto­ry, aller­dings von gera­de­zu epo­cha­lem Zuschnitt, so liest sich die Lino­ty­pe-Fir­men­ge­schich­te: 1872 wan­der­te der im würt­tem­ber­gi­schen Hach­tel am 11. Mai 1854 gebo­re­ne Schul­meis­ter­sohn Ott­mar Mer­gen­tha­ler, der von sei­nem Onkel Luis Hahl in Bie­tig­heim zum Uhr­ma­cher aus­ge­bil­det wor­den war, nach Ame­ri­ka aus. Nach einer kur­zen Sta­ti­on in Washing­ton D.C. fand er Arbeit in der Maschi­nen­fa­brik von Charles T. Moo­re in Bal­ti­more, wo Mer­gen­tha­ler 1882 sei­ne ers­te Setz­ma­schine »Blo­wer« kon­stru­ier­te, die am 3. Juni 1886 in der Zei­tungs­dru­cke­rei der New Yor­ker »Tri­bu­ne« instal­liert wur­de; einer gern kol­por­tier­ten Anek­do­te zufol­ge soll der Her­aus­ge­ber, Poli­ti­ker und Diplo­mat Whi­telaw Reid (1837–1912) bei der Inbe­trieb­nah­me fas­zi­niert gemeint haben: »Ott­mar, you’ve cast a line of types«. Damit war der tref­fen­de Name für die­se genia­le, die Print­me­di­en radi­kal revo­lu­tio­nie­ren­de und ratio­na­li­sie­ren­de Erfin­dung gebo­ren – »Lino­ty­pe«. 2 )

Linotype »Simplex« Zeilensetz- und Gießmaschine der Mergenthaler Linotype Co., New York, um 1895. Exponat im Technischen Museum Wien, 12. Februar 2016. Quelle: Dr. Bernd Gross, verfügbar unter »CC-BY-SA 4.0 Lizenz« bei https://commons.wikimedia.org.
Lino­ty­pe »Sim­plex« Zei­len­setz- und Gieß­ma­schine der Mer­gen­tha­ler Lino­ty­pe Co., New York, um 1895. Expo­nat im Tech­ni­schen Muse­um Wien, 12. Febru­ar 2016. Quel­le: Dr. Bernd Gross, ver­füg­bar unter »CC-BY-SA 4.0 Lizenz« bei https://​com​mons​.wiki​me​dia​.org.

Auf der Pari­ser Welt­aus­stel­lung von 1889 war Mer­gen­tha­lers Zei­len­setz­ma­schine mit ihren hoch­kom­pli­zier­ten, an ein über­di­men­sio­na­les Uhr­werk erin­nern­den Prä­zi­si­ons­me­cha­nis­men die Sen­sa­ti­on; der Erfin­der und Unter­neh­mer Tho­mas Alva Edi­son (1847–1931) bezeich­ne­te sie sogar als ach­tes Welt­wun­der. Die bahn­bre­chen­de Inno­va­ti­on bestand dar­in, daß die Lino­ty­pe nicht Let­tern son­dern sei­ten­rich­tig ver­tief­te Matri­zen setz­te und ähn­li­ch einer Schreib­ma­schine über eine 90 Zei­chen umfas­sen­de Tas­ta­tur bedient wer­den konn­te; die­se sorg­fäl­tig im Block­satz aus­ge­schlos­se­ne Matri­zen­zei­le wur­de vor ein Gieß­rad trans­por­tiert und, nach­dem die Spa­ti­en­kei­le für die Wort­z­wi­schen­räu­me hoch­ge­scho­ben wor­den waren, mit einer knapp 300 Grad heiß­flüs­si­gen Legie­rung aus Blei, Anti­mon und Zinn aus­ge­gos­sen. Es waren stets drei Zei­len zugleich in Arbeit: wäh­rend der Set­zer eine Zei­le über die Tas­ta­tur ein­gab, wur­de die zuvor gesetz­te Matri­zen­zei­le auf Block­satz­brei­te spa­tio­niert und aus­ge­gos­sen, sowie deren Vor­gän­ge­rin wie­der abge­legt.

»Lino­ty­pe: The Film« Offi­zi­el­ler Trai­ler (engl.) für einen Doku­men­tar­film über die Lino­ty­pe-Gieß­ma­schine. Quel­le: YouTube. Bei YouTube hoch­ge­la­den am 15.1.2012 in der Kate­go­rie Film & Ani­ma­ti­on. Ver­füg­bar unter der Stan­dard-YouTube-Lizenz.

Auf die­se Wei­se wur­de eine Kapa­zi­tät von 6.000 Buch­sta­ben pro Stun­de erreicht; im Hand­satz betrug die Stun­den­leis­tung ver­gleichs­wei­se nur 1.400 Zei­chen. Die Lino­ty­pe ver­füg­te auch über meh­re­re Schrift­ma­ga­zi­ne, die unter­ein­an­der misch­bar waren; und da jede Matri­ze zwei unter­schied­li­che Schrift­for­men auf­wies, waren bis zu acht kom­bi­nier­ba­re Schrift­ar­ten im Zugriff. Nach dem Guß sor­tier­te die Maschine auto­ma­ti­sch die Matri­zen und Spa­ti­en­kei­le in die Abla­ge zurück. Die Zei­len wur­den von Hand zu Sei­ten zusam­men­ge­fügt und nach dem Dru­cken wie­der ein­ge­schmol­zen.

Im Jahr 1890 wur­den die »Mer­gen­tha­ler Lino­ty­pe Com­pany« in Brook­lyn, New York, USA, sowie das euro­päi­sche Toch­ter­un­ter­neh­men »Mer­gen­tha­ler Lino­ty­pe & Machine­ry Ltd.« in Man­ches­ter, Eng­land, gegrün­det und schon 1892 konn­te man in Ame­ri­ka stolz die Pro­duk­ti­on der ein­tau­sends­ten Lino­ty­pe ver­mel­den; 1894 wur­de die ers­te eng­li­sche Lino­ty­pe in Ams­ter­dam auf­ge­stellt, 1896 die »Mer­gen­tha­ler Setzmaschinen«-Fabrik in Ber­lin gegrün­det und 1898 nahm die ers­te Lino­ty­pe auch in Frank­reich den Betrieb auf. Das Jahr 1899 war vom frü­hen Tod Mer­gen­tha­lers tra­gi­sch über­schat­tet; er starb am 28. Okto­ber knapp 45-jäh­rig in Bal­ti­more an der Tuber­ku­lo­se. 3 )

1900 wur­de der für die wei­te­re Unter­neh­mens­ent­wick­lung ent­schei­den­de Koope­ra­ti­ons­ver­trag zwi­schen Mer­gen­tha­ler Ber­lin und der D. Stem­pel-Gie­ße­rei Frank­furt geschlos­sen; Stem­pel pro­du­zier­te fort­an alle Typen­ma­tri­zen für die Lino­ty­pe-Setz­ma­schine; die ers­ten Schrift­schnit­te waren die Kolo­nel Frak­tur No. 5, die Petit Frak­tur No. 5 und die Kolo­nel Dop­pel­let­tern Frak­tur.

1904 waren bereits 10.000 Lino­ty­pe-Setz­ma­schi­nen welt­weit im Ein­satz, 1911 wur­de erst­mals ein ara­bi­scher Text auf einer Lino­ty­pe gesetzt. In den Kriegs­jah­ren zwi­schen 1915 und 1919 über­nahm Stem­pel eine Rei­he von renom­mier­ten deut­schen Schrift­gie­ße­rei­en, so bei­spiels­wei­se Brötz & Glo­ck in Frank­furt, Roos & Jun­ge in Offen­bach, Hein­rich Hoff­meis­ter und Wil­helm Dru­gu­lin in Leip­zig; man stel­le sich vor – allein Dru­gu­l­ins legen­dä­res Schrif­ten­in­ven­tar umfaß­te 274 ori­en­ta­li­sche, 258 Frak­tur- und 457 Anti­qua-Schrif­ten.

1925 führ­te Lino­ty­pe spe­zi­ell für den Zei­tungs­druck die Schrift »Ionic« ein, die zur Inspi­ra­ti­ons­quel­le und zum Vor­bild für zahl­rei­che neue Schrift­schnit­te wur­de, die man auf­grund ihrer aus­ge­zeich­ne­ten Les­bar­keit als »Legi­bi­li­ty Group« klas­si­fi­zier­te. 1927 wur­de die D. Stem­pel Teil­ha­be­rin der 1790 gegrün­de­ten Haas’schen Schrift­gie­ße­rei in Basel; von 1933 datiert die wohl auch zeit­po­li­ti­sch moti­vier­te Teil­ha­ber­schaft an der Schrift­gie­ße­rei Ben­ja­min Krebs Frank­furt, für die Künst­ler wie Albert Chris­to­ph Aus­purg (1868–1943) und Franz Rie­din­ger (z.B. Meri­an Frak­tur, 1910) tätig waren. 4 )

Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Ber­li­ner Fir­men­sitz 1948 nach Frank­furt ver­legt. Im Mer­gen­tha­ler-Jubi­lä­ums­jahr 1954 stan­den welt­weit über 100.000 Lino­ty­pe-Setz­ma­schi­nen im Ein­satz. 1956 über­nahm die D. Stem­pel AG zur Gän­ze die Offen­ba­cher Schrift­gie­ße­rei der Gebrü­der Kling­s­por, in deren Schrif­ten­bi­blio­thek sich u.a. die Krea­tio­nen des Buch­künst­lers, Typo­gra­phen, Gra­fi­kers und Illus­tra­tors Wal­ter Tie­mann (1876–1951), des Typo­gra­phen, Gra­fi­kers, Kal­li­gra­phen und Zise­leurs Rudolf Koch (1876–1934), des Kal­li­gra­phen und Typo­gra­phen Emil Johan­nes (Hans) Küh­ne (1910–1961) oder des Kal­li­gra­phen, Schrift­ge­stal­ters und Typo­gra­phen Karl­ge­org Hoefer (1914–2000) befan­den.

Eine zukunfts­be­stim­men­de Inno­va­ti­on brach­te das Jahr 1958 mit der Ein­füh­rung des welt­ers­ten inte­grier­ten Pho­to­satz-Ver­fah­rens, genannt »Lino­film Sys­tem«. Dabei wur­den die bis dahin manu­ell bedien­ten Setz­ma­schi­nen durch elek­tro­ni­sch gesteu­er­te Loch­strei­fen-Per­fo­ra­to­ren ergänzt. 5 ) Mit der Ent­wick­lung der ers­ten Pro­zes­so­ren wur­de der Loch­strei­fen end­los getas­tet und von einem »Satz­rech­ner« aus­ge­schlos­sen, also mit Zei­len­en­de­kom­man­dos bzw. Wort­tren­nun­gen ver­se­hen. Die­se Satz­rech­ner waren Vor­aus­set­zung für den 1966 kon­stru­ier­ten »Lino­Quick­Set­ter«, eine Pho­to­setz­ma­schine mit einer Leis­tung von 24.000 Let­tern pro Stun­de. Zum Mei­len­stein in der Print­tech­no­lo­gie wur­de 1968 die Katho­den­strahl-Setz­ma­schine »Lino­tron 505«. Im sel­ben Jahr star­te­te die D. Stem­pel AG die Pro­duk­ti­on von »typefaces«, spe­zi­el­len Schrift­bil­dern für den Pho­to­satz.

1970 über­nahm Stem­pel die bank­rot­te Schrift­gie­ße­rei C. E. Weber Stutt­gart, u.a. mit den Schrif­ten von Georg Trump (1896–1985) und Ern­st Schneid­ler (1882–1956). Als die Haas’sche Schrift­gie­ße­rei, an der die Stem­pel AG seit der Zwi­schen­kriegs­zeit Mehr­heits­an­tei­le hielt, 1972 das renom­mier­te Haus Deber­ny & Pei­gnot Paris auf­kauf­te, wur­de die gemein­sa­me Schrif­ten­bi­blio­thek durch die stil­voll-ele­gan­ten Krea­tio­nen der fran­ko­pho­nen Typo­gra­phen A.M. Cas­sand­re (1901–1968), Enric Crous-Vidal (1908–1987), Geor­ge Auriol (1863–1938) und Adri­an Fru­ti­ger (1928–2015) berei­chert.

1973 erfolg­te die Fusi­on der Mer­gen­tha­ler Setz­ma­schi­nen GmbH mit der eng­li­schen Lino­ty­pe Ltd. zur neu­en Mer­gen­tha­ler-Lino­ty­pe GmbH mit Sitz in Frank­furt bzw. ab 1974 in Esch­born. 1975 wur­de das ers­te »Lino­tro­nic« Foto­satz­sys­tem mit Screen–dis­play und Flop­py-disk-dri­ve auf der Düs­sel­dor­fer »Imprin­ta« vor­ge­stellt. Die Ein­füh­rung der »Typo­ma­tic« Foto­setz­ma­schine durch die Stem­pel AG 1976 mar­kier­te nach 90 Jah­ren Vor­herr­schaft im Sek­tor der Print­me­di­en defi­ni­tiv das Ende der tra­di­tio­nel­len Lino­ty­pe-Zei­len­setz­ma­schi­nen­ära. 1978 über­nahm die Haas’sche Schrift­gie­ße­rei Basel die Schrift­gie­ße­rei Oli­ve Mar­seil­le und mit ihr u.a. die typo­gra­phi­sch höchst reiz­vol­len Mis­tral-Schrif­ten des Gra­fik­de­si­gners und Schrift­ge­stal­ters Roger Excoffon (1910–1983). Im Jahr 1979 wur­de die ame­ri­ka­ni­sche Mut­ter­ge­sell­schaft nach finan­zi­el­len Tur­bu­len­zen von der Allied Che­mi­cal in Mor­ris­town, N.J., auf­ge­fan­gen.

Mit der Ein­füh­rung des Laser RIP (Ras­ter Image Pro­ces­sor, dt. Ras­ter­gra­fik­pro­zes­sor) »Lino­tro­nic 101« im Jahr 1983 wur­de erst­mals eine Stun­den­leis­tung von bis zu zwei Mil­lio­nen Zei­chen erreicht; die zum Jubi­lä­um 1986 prä­sen­tier­te Laser RIP »Lino­tro­nic 500« gewähr­leis­te­te schließ­li­ch die Pro­duk­ti­on von kom­plet­ten Tages­zei­tun­gen und Bild­ma­ga­zi­nen auf höchs­tem druck­tech­no­lo­gi­schen Niveau. Im Jubi­lä­ums­jahr absor­bier­te die Mer­gen­tha­ler-Lino­ty­pe GmbH die D. Stem­pel AG inklu­si­ve Haas Basel, u.a. mit den kom­mer­zi­ell sehr erfolg­rei­chen Hel­ve­ti­ca-Schrif­ten von Max Mie­din­ger (1910−1980) und der Cla­ren­don-Schrif­ten von Her­mann Eiden­be­nz (1902–1993), und schloß einen wich­ti­gen Koope­ra­ti­ons- und Lizenz­ver­trag mit Ado­be® Sys­tems Incor­po­ra­ted, ITC® Inter­na­tio­nal Typeface Cor­po­ra­ti­on und App­le® Inc.; gleich­zei­tig for­cier­te Lino­ty­pe die Pro­duk­ti­on von Post­Script Font­for­ma­ten.

1987 erwarb eine deut­sche Ban­ken­grup­pe unter der Lei­tung der Deut­schen Bank in Frank­furt das ame­ri­ka­ni­sche Lino­ty­pe-Stam­m­un­ter­neh­men von der Allied Che­mi­cal und reor­ga­ni­siert den Kon­zern als Lino­ty­pe AG, die an der an die Frank­fur­ter Bör­se gehan­delt wird.

1990 schlos­sen sich Lino­ty­pe AG und Hell GmbH – mit Schrif­ten von Gerard Unger (*1942) und Her­mann Zapf (1918—2015) – zur Lino­ty­pe-Hell AG zusam­men. Vom 1. Mai 1997 bis 31. Okto­ber 2005 erfolg­te die Umfir­mie­rung in »Lino­ty­pe Libra­ry GmbH«; ab 1. Novem­ber 2005 in »Lino­ty­pe GmbH«, wel­che bis August 2006 zum Fir­men­kon­sor­ti­um der Hei­del­berg-Grup­pe AG gehör­te.

2006 wur­de die »Lino­ty­pe GmbH« mit dem Fir­men­sitz in Bad Hom­burg (Hes­sen) eine Toch­ter­ge­sell­schaft der »Mono­ty­pe Ima­ging Inc.«, der nun welt­weit größ­ten Font Found­ry, mit mehr als 20.000 Fonts im Sor­ti­ment. 6 ) Am 4. März 2013 wur­de die Lino­ty­pe GmbH in »Mono­ty­pe GmbH« umbe­nannt.

Der Name Lino­ty­pe bzw. »Lino­ty­pe Libra­ry« 7 ) wird heu­te nur noch als Bestand­teil der Mono­ty­pe Libra­ries als akti­ves Schrif­ten-Label wei­ter­ge­führt. Ansons­ten exis­tiert der Name nur noch als Zusatz­be­zeich­nung von Fonts, bei­spiels­wei­se »Lino­ty­pe Didot«, »Lino­ty­pe Authentic« oder »Lino­ty­pe Cen­ten­ni­al«. 8 )

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

Share / Bei­trag tei­len:

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmer­kung: Die Lino­ty­pe Libra­ry ist seit 2013 ein Bestand­teil der Mono­ty­pe Libra­ries mit über 20.000 Schrif­ten.
2.Anmer­kung: Im Gegen­satz zu Ott­mar Mer­gen­tha­lers Lino­ty­pe war die vom Ame­ri­ka­ner Tol­bert Lans­ton 1897 kon­stru­ier­te Mono­ty­pe eine Ein­zel­buch­sta­ben­setz­ma­schine; eine sepa­ra­te Gieß­ma­schine, die von einem über die Tas­ta­tur per­fo­rier­ba­ren Loch­band gesteu­ert wur­de, goß ein­zel­ne Let­tern, die zu aus­ge­schlos­se­nen Zei­len zusam­men­ge­stellt wur­den; die Mono­ty­pe wur­de in ers­ter Linie für kom­pli­zier­te und anspruchs­vol­le­re typo­gra­phi­sche Arbei­ten ein­ge­setzt.
3.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Schrö­der, Fritz: Ott­mar Mer­gen­tha­ler – Leben und Schaf­fen eines gros­sen Deut­schen Erfin­ders im Aus­land, Preus­si­sche Ver­lags- und Dru­cke­rei GmbH, Ber­lin 1941.
4.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Höh­ne, Otto: Geschich­te der Setz­ma­schi­nen, Ver­lag des Bil­dungs­ver­ban­des der deut­schen Buch­dru­cker, Leip­zig, 1925.
5.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Moll, Her­bert: Das Setz­ma­schi­nen­buch. Eine Zusam­men­stel­lung aller in der Pra­xis ein­ge­setz­ten Setz­ma­schi­nen ihre Arbeits­wei­se und Pro­duk­te, Bler­sch Stutt­gart, 1960.
6.Quel­le: Mono­ty­pe Ima­ging Inc., 600 Uni­corn Park Dri­ve, Woburn, MA 01801, Mas­sa­chu­setts, USA. Online ver­füg­bar unter http://​www​.mono​ty​pe​.com (4.10.2016).
7.Anmer­kung: Lino­ty­pes Schrif­ten gehö­ren welt­weit zum Stan­dard und wur­den von den gro­ßen Soft­ware­an­bie­tern Micro­soft Cor­po­ra­ti­on ® und App­le Com­pu­ter ® für die Ver­wen­dung in ihren Betriebs­sys­te­men lizen­ziert.
8.Anmer­kung: Anfang 2016 gehör­ten zur Mono­ty­pe Inc. Ascen­der, Bit­stream, Font­Font, ITC, Lino­ty­pe oder die größ­ten und wich­tigs­ten Inter­net­han­dels­platt­for­men Fonts​.com, Font­shop oder MyFonts. MyFonts wur­de zum Jah­res­wech­sel 2011/12 laut Zei­tungs­be­rich­ten für 50 Mil­lio­nen US-Dol­lar von Bit­stream Inc. gekauft, Font­shop im Juli 2014 für rund 13 Mil­lio­nen US-Dol­lar.