Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Manutius, Aldus d. Ä.
Typograph, Italien [1], um 1449/50–1515

Italienischer Typograph, Verleger und Lehrer. Geboren um 1449/50 in Bassiano-Belletri nahe Rom. Aldus Manutius (der Ältere) war der bedeutendste Vertreter der venezianischen Buchdruckerfamilie Manuzzi. Er studierte antike Philologie in Rom und Ferrara, wurde Lehrer in der Familie des Fürsten Pio zu Carpi und gründete mit dessen finanzieller Unterstützung 1488 eine Offizin in Venedig, die sich neben Prachtdrucken auf Pergament besonders der textkritischen Edition von Klassikern der griechischen und römischen Literatur widmete.

Das handliche Oktav-Format dieser kommerziell höchst erfolgreichen Ausgaben gilt als Prototyp unseres Taschenbuchs. Gemeinsam mit anderen Humanisten, unter ihnen Pietro Bembo, bildete Aldus Manutius die sogenannte »Neacademia«, eine wissenschaftliche Gesellschaft, aus der später die Academia della Fama hervorging.

Als Typograph entwickelte er mit seinem bologneser Stempelschneider Francesco Griffo die italienische Kursivschrift, die er erstmals 1501 für den Buchdruck verwendete. Für die Druckwerke der Familie Manutius gilt noch heute der Gattungsbegriff Aldinen.

Nach Aldus Manutius Tod im Jahre 1515 (8.2.1515 in Venedig) wurde die Offizin zuerst von Verwandten, dann von seinem Sohn Paolo weitergeführt. Als Paulus Manutius 1561 zum Leiter der Päpstlichen Buchdruckerei im Vatikan ernannt wurde, übernahm sein Sohn Aldus (der Jüngere) das Verlagshaus in Venedig, bis auch er 1590 nach Rom berufen wurde, wo er 1597 erbenlos starb.

Das »Aldusblatt« ist bis heute noch ein populäres Schlußstück in der Buchtypographie.


[1] Damals: Republik Venedig.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 18.08.2006
von
Wolfgang Beinert

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