Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Maßsysteme

In der westeuropäischen Typographie werden unterschiedliche Maßsysteme zur Feststellung von Größen und Werten von Schriftgraden, Schriftlaufweiten, Zeilenabständen, Kolumnen, Linien, Flächen und Längen verwendet.

Gegenwärtig werden in der Print-Typographie der Typographische Punkt in unterschiedlichen Varianten (Didot-,
Pica- und PostScript-Punkt), das metrische System (m, cm, mm), das Geviert (relatives Maß) und unterschiedliche Zoll-Systeme, beispielsweise das englische Zoll-System (Inch), verwendet. In der Screen-Typographie werden zusätzlich noch die relativen Maßeinheiten Pixel (kleinster Bildpunkt gemessen in dpi oder dots per inch), em (Schrifthöhe, z.B. im CSS-Menü bei GoLive ®) und ex (x-Höhe, z.B. im CSS-Menü bei GoLive ®) sowie prozentuale Werte (%) verwendet.

[T] In der Typographie existieren keine verbindlichen Bemessungsgrundlagen für Schriftgrößen im Sinne der Metrologie und der Typometrie.
[T] Die Divergenz bei Typometern, Software, Peripheriegeräten (RIPs) etc. ist – trotz oft gleich lautender Termini und Größen – gravierend.
[T] In Deutschland ist offiziell das metrische System, also die Angaben in mm, cm bzw. Meter bindend.

[T] Pica-, Didot- oder PostScript-Punkt: Alle drei Punkt-Systeme sind heute in Europa gebräuchlich und in jeder professionellen Schriftsatz-Software (z.B. Adobe InDesign ®) kalibrierbar, wobei der »PostScript Point« von Adobe ® (DTP-Punkt) nicht mit dem klassischen »Pica Point« zu verwechseln ist. Ein traditioneller Pica Point misst 1/72,27 Inches, ein PostScript Point 1/72 Inches. Und ein »Pica Point« ist kleiner als ein »Didot-Punkt«; was sich über die Länge einer DIN A4-Seite mit bis zu fünf Textzeilen bemerkbar macht.
[T] Trotz oft gleich lautender Termini kann es zu gravierenden Unterschieden im Meßergebnis je nach Epoche, Geographie, Messmethode und Schrifttechnologie kommen. Insbesondere nichtmetrische Maßeinheiten divergieren sehr stark. Beispielsweise hat ein mittelalterlicher »Zytgloggeturmfus« (Berner Fuß, Schweiz) nicht die gleiche Länge wie ein »Pied de roi« (Königsfuß, Frankreich).

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 08.11.2008
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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