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Maßsysteme
In der westeuropäischen Typographie werden unterschiedliche Maßsysteme zur Feststellung von Größen und Werten von Schriftgraden, Schriftlaufweiten, Zeilenabständen, Kolumnen, Linien, Flächen und Längen verwendet.
Gegenwärtig werden in der Print-Typographie der Typographische Punkt in unterschiedlichen Varianten (Didot-, Pica- und PostScript-Punkt), das metrische System (m, cm, mm), das Geviert (relatives Maß) und unterschiedliche Zoll-Systeme, beispielsweise das englische Zoll-System (Inch), verwendet. In der Screen-Typographie werden zusätzlich noch die relativen Maßeinheiten Pixel (kleinster Bildpunkt gemessen in dpi oder dots per inch), em (Schrifthöhe, z.B. im CSS-Menü bei GoLive ®) und ex (x-Höhe, z.B. im CSS-Menü bei GoLive ®) sowie prozentuale Werte (%) verwendet.
[T] In der Typographie existieren keine verbindlichen Bemessungsgrundlagen für Schriftgrößen im Sinne der Metrologie und der Typometrie.
[T] Die Divergenz bei Typometern, Software, Peripheriegeräten (RIPs) etc. ist trotz oft gleich lautender Termini und Größen gravierend.
[T] In Deutschland ist offiziell das metrische System, also die Angaben in mm, cm bzw. Meter bindend.
[T] Pica-, Didot- oder PostScript-Punkt: Alle drei Punkt-Systeme sind heute in Europa gebräuchlich und in jeder professionellen Schriftsatz-Software (z.B. Adobe InDesign ®) kalibrierbar, wobei der » PostScript Point « von Adobe ® (DTP-Punkt) nicht mit dem klassischen » Pica Point « zu verwechseln ist. Ein traditioneller Pica Point misst 1/72,27 Inches, ein PostScript Point 1/72 Inches. Und ein » Pica Point « ist kleiner als ein » Didot-Punkt «; was sich über die Länge einer DIN A4-Seite mit bis zu fünf Textzeilen bemerkbar macht.
[T] Trotz oft gleich lautender Termini kann es zu gravierenden Unterschieden im Meßergebnis je nach Epoche, Geographie, Messmethode und Schrifttechnologie kommen. Insbesondere nichtmetrische Maßeinheiten divergieren sehr stark. Beispielsweise hat ein mittelalterlicher » Zytgloggeturmfus « (Berner Fuß, Schweiz) nicht die gleiche Länge wie ein » Pied de roi « (Königsfuß, Frankreich).
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 08.11.2008
von Wolfgang Beinert
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