Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Nichtrömische Schriften

Schriftgattung; Hauptschriftgruppe im Sinne der typographischen Schriftklassifikation. »Fremdländische Schriften« nichtrömischen Ursprungs ( Schriftgeschichte); auch als »Nichtlateinische Schriften« oder als »Extrawesteuropäische Schriften« bezeichnet. Sammelklasse für fremdländische Druck- und Screenschriften, die nicht zur Schriftgattung der Antiqua oder zu der Hauptgruppe der Gebrochenen Schriften gehören, beispielsweise asiatische, kyrillische, griechische, hebräische und arabische Alphabete.

Schriftklassifikationsbeispiel [1]

Schriftgattung [Hauptgruppe]: Nichtrömische Schrift
Schriftart [Untergruppe]: Russisch-Kyrillische Serifenschrift (Serifen) [2]
Nebengruppe: Vorklassizistisch
Schriftstil [Schriftschnitt]: Weight Roman
Font: Baskerville Cyrillic Inclined
Foundry: Linotype Library ®, 1991
Type Designer: Adobe ® Type Studio, San Jose
Figurenverzeichnis: Russian (nach ISO 8859-5), Mac
Technologie: PostScript Type 1

[1] Nach der Matrix Beinert
[2] Bei griechischen oder kyrillischen Schriften besteht aufgrund des gemeinsamen Ursprungs eine relative Ähnlichkeiten zu unseren Lateinischen Schriften. Bei fremdländischen Schriftsystemen, beispielsweise aus Asien, würde ein derartiges Klassifikationsbeispiel natürlich detailliertes Wissen über die jeweilige Schrifttechnologie und -kultur voraussetzen.
[T] Insbesondere im Segment der Corporate Typography ist die Schriftgattung der Nichtrömischen Schriften von hoher Bedeutung, so beispielsweise für Unternehmen, die in nicht-westeuropäisch geprägten Schriftkulturkreisen ihr Corporate Design implementieren. Ein Beispiel hierfür ist das Schriftsystem Corporate A-S-E (Kurt Weidemann, 1990) des DaimlerCrysler-Konzerns. Dieses Schriftsystem verfügt nicht nur über unzählige Schriftstile aus der Schriftgattung Antiqua, sondern es verfügt auch über viele nichtlateinische Formvarianten, beispielsweise griechische und kyrillische Schriftstile.
[T] Zu einigen etablierten Fonts, wie z.B. zur Baskerville, Excelsior, Helvetica, Garamond und Times, bieten Type Foundries auch griechische und kyrillische Formvarianten an.
[T] Nichtrömische Schriften erfordern natürlich auch dementsprechende länder- und schriftspezifische Tastaturbelegungen, welche bei modernen PC´s meist im Umfang des Betriebssystems enthalten sind (z.B. Mac OS X von Apple Computer im Menü »Landeseinstellungen«).


Aufsatz zuletzt bearbeitet am 08.11.2008
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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