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Randausgleich
Optischer Randausgleich
Typographischer Terminus für den optischen Ausgleich der rechten und linken Satzkante einer Kolumne; Optischer Randausgleich von Zeilenanfängen und Zeilenenden (Schriftsatzarten), die in senkrechter Ausrichtung untereinander stehen (Flattersatz, Blocksatz).
Der Optische Randausgleich gehört in das Segment der Mikrotypographie und ist eine Methode, die schrägen Auf- und Abstriche von Buchstaben und Ziffern, beispielsweise bei den Majuskeln A und W, am Anfang und am Ende einer bündigen Zeilenanordnung durch Manipulation der »Character width« (Vor- und Nachbreite) so untereinander anzuordnen bzw. auszugleichen, das dadurch optisch eine gerade Satzkante entsteht. Gleiches gilt für die Anordnung von Sonder- und Satzzeichen, z.B. dem Divis und Gedankenstrich, die in der Mikrotypographie je nach typographischer Betrachtungsweise mehr oder wendiger über die rechte Satzkante gestellt werden.
[T] Der optimale Raum zwischen zwei Buchstaben kann zwar u.a. durch Long- oder Short-Kerning-Tabellen vorgegeben werden; diese ersetzen aber keinesfalls das geübte Auge eines Typographen, Schriften in ihrer Anwendung optimal zu interpretieren.
[T] Insbesondere bei einem rechtsbündigen Flattersatz, z.B. bei Marginalien oder Bildunterschriften, müssen die Satzzeichen über die rechte Satzkante gestellt werden.
[T] Bis vor kurzem war im digitalen Schriftsatz der automatische Randausgleich nur mit speziellen Fonts, beispielsweise GX-Fonts von Linotype ®, möglich. Heute ermöglicht professionelle Schriftsatzsoftware, z.B. InDesign von Adobe ®, diese Operation auch mit handelsüblichen Standardfonts.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 16.08.2006
von Wolfgang Beinert
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