Regressionen

Eine von drei Aktivitäten der Augenbewegungsmuster beim Lesen einer Wortsprache; Rückwärtssprünge des Auges während des Lesens einer Wortsprache zu einem vorangegangenen Textabschnitt; auch Regressionssakkaden genannt. Etymologisch von vom lateinischen »regressio« zu »regredi« für »umkehren«, »zurückgehen«. Weitere wichtige Augenbewegungsmuster (Okulomotorik) beim Lesen einer Wortsprache sind die Fixationen und die Sakkaden.

Regressionen sind im Vergleich zu den Fixationen ein relativ kurzer visueller Prozess beim Lesen eines Textes. Eine Informationsaufnahme während des Regressionsprozesses findet nicht statt, sondern nur während der Fixationen.

Fixationen, Regressionen und Sakkaden: »Dies ist ein Beispiel, wie Augensprünge beim Lesen verlaufen können. Die Kreise deuten die scharf gesehenen Teile je Fixation an, gestrichelte Linien Vorwärtssprünge, durchgezogene Rücksprünge«. Bildzitat: Prof. Dirk Wendt, Lesbarkeit von Druckschriften, Ein Beitrag zum Symposium der Typographischen Gesellschaft München am 13. und 14. November 1998. Die Zusammenfassung als Buch erschienen im Jahre 2000 unter dem Titel
Fixationen, Regressionen und Sakkaden: »Dies ist ein Beispiel, wie Augensprünge beim Lesen verlaufen können. Die Kreise deuten die scharf gesehenen Teile je Fixation an, gestrichelte Linien Vorwärtssprünge, durchgezogene Rücksprünge«. Bildzitat: Prof. Dirk Wendt, Lesbarkeit von Druckschriften, Ein Beitrag zum Symposium der Typographischen Gesellschaft München am 13. und 14. November 1998. Die Zusammenfassung als Buch erschienen im Jahre 2000 unter dem Titel »Lesen Erkennen«, Seite 11.

Bei zunehmender Textschwierigkeit in Bezug auf Inhalt und Grammatik nimmt die Anzahl der Regressionen in Relation zu den Fixationen zu, während die Sakkaden mengenmäßig und in ihrer Länge abnehmen.

Neben physischen Parametern (z.B. Presbyopie), der Textschwierigkeit sowie der Lesekompetenz eines Rezipienten hat die typographische Aufbereitung eines Schriftsatzes signifikanten Einfluß auf die Lesbarkeit und somit auf die Dauer des Leseprozesses. Beispielsweise minimiert ein gut »ausgeschlossener« Blocksatz die Anzahl der Regressionssakkaden, die durch mangelhafte Wortzwischenräume bzw. durch Gießbäche entstehen können. 1 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Share / Beitrag teilen:

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Literaturempfehlung: Lesen Erkennen, Beiträge zu einem Symposium der TGM von Dirk Wendt, Bernd Weidemann, Rüdiger Weingarten, Hartmut Günther, Gerd Kegel und Ernst Pappel. Herausgegeben von der Typographischen Gesellschaft München, 2000.