Typolexikon.de. Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin. Online seit 2002. Nec scire fas est omnia.
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Schlußstück

Begriff aus der Buchtypographie für ein Alinea, welches beispielsweise eine Textpassage oder ein Kapitel grafisch abschließt; Zierzeichen zum Abschluß einer Kolumne. Schlußstücke können unterschiedliche Formen aufweisen. So war beispielsweise während der kunstgeschichtlichen Epoche des Jugendstils die Kalliope ein sehr oft verwendetes Schlußstück. In der Typographie ist das »Aldusblatt« [1] Typographen Aldus Manutius (1449/50–1515) das bekannteste Zierzeichen dieser Art.

Im materiellen Schriftsatz (Bleisatz) gehörten Schlußstücke zum »Zierrat« und wurden in der Regel bei den
Akzidenzschriften aufbewahrt.

[1] In der
Kalligraphie als »Hederablatt« bezeichnet.
[T] Schlußstücke sind heute auch als
Fonts oder im Figurenverzeichnis einer Schrift erhältlich; beispielsweise verfügt die Französische Renaissance-Antiqua »Minion« von Robert Slimbach (1992) über mehrere, speziell gestaltete Schlußstücke, die wunderbar zur Anmutung dieser Schrift passen.
[T] Als Schlußstück wird auch ein Spitzsatz mit Drei-Stern-Abschluß bezeichnet.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 04.03.2011
von
Wolfgang Beinert

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