Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie. Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Schriftfamilie

Typographische Bezeichnung für eine Gruppe zusammengehörender Schriftstile bzw. Schriftschnitte in unterschiedlichen Schriftbreiten, Schriftstärken und Schriftlagen, die in der Regel vom gleichen Type Designer (Schriftgestalter) stammen und gemeinsame Formmerkmale (Typometrie) aufweisen. Eine Schriftfamilie besteht mindestens aus einem Grundstil (z.B. Normal oder Buch) für die Grundschrift, zwei leisen Auszeichnungsstilen (Auszeichnungsschriften), beispielsweise die kursive Schriftlage und Kapitälchen, sowie einem lauten Auszeichnungsstil (z.B. halbfette oder fette Schriftstilvariante).

Schriftfamilien können
aus bis zu mehreren Duzenden Formvarianten bestehen. Sehr umfangreich ausgebaute Schriftfamilien sind u.a. die Linotype Syntax™ von Hans Eduard Meyer, die Frutiger oder Univers von Adrian Frutiger.

Umfasst eine Schriftfamilie sämtliche Grundstile, mehrere Auszeichnungsstile sowie wissenschaftliche
Sonder- und Satzzeichen etc., dann wird diese Schriftfamilie als Expertensatz (z.B. die Minion von Robert Slimbach) bezeichnet. Zusammengehörende Schriftfamilien aus unterschiedlichen Schriftarten (Schriftklassifkation) werden als Schriftsysteme, Corporate Fonts (Font) oder Schriftsippen (z.B. die Corporate ASE von Kurt Weidemann) bezeichnet.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 20.02.2012
von
Wolfgang Beinert

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Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
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