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Spationieren
Typographischer Terminus für die individuelle Erweiterung der Laufweite eines Textes, eines Wortes oder einer Buchstabenkombination (Optischer Schriftweitenausgleich) ausgehend von der Normalschriftweite. Etymologisch von » Spatium « für » Zwischenraum « aus dem lat. » spatium « für » Raum «. Das dicktengleiche Spationieren wird als Sperrren bezeichnet. Das Spationieren gehört in den Bereich der Mikrotypographie.
[T] Versalien und Kapitälchen sollten grundsätzlich spationiert und ausgeglichen werden.
[T] Im materiellen Schriftsatz (z.B. Holz- oder Bleisatz) verwendete man für das Spationieren, so genannte » Einpunktfüller « bzw. » Einpunktspatien «, » Halbpunktfüller « bzw. » Halbpunktspatien « oder » Kartenspäne «. Typographen, die ihr Handwerk meisterlich beherrschten, glichen kritische Buchstabenkombinationen in kleinen Schriftgraden (Konsultationsgrößen) sogar mit Seidenpapier aus.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 13.12.2006
von Wolfgang Beinert
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