Schusterjunge

Fehler im Umbruch eines typographischen Schriftsatzes. Erste Zeile (oder Headline) eines neuen Absatzes oder Kapitels, welche irrtümlich als einzelne Zeile (oder als verbundlose Headline) am Ende der vorausgehenden Kolumne bzw. Seite steht. Auch als »Findelkind« oder »Waisenkind« bezeichnet. Ein Schusterjunge stört den Lesefluss und gilt als unvorteilhaft für die Ästhetik eines Schriftsatzes.

Ein »Schusterjunge« oder »Findelkind« beschreibt einen Umbruchfehler innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes, wobei die erste Zeile eines Absatzes irrtümlich als einzelne Zeile am Ende der vorausgehenden Kolumne steht.
Ein »Schusterjunge« oder »Findelkind« beschreibt einen Umbruchfehler innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes, wobei die erste Zeile eines Absatzes irrtümlich als einzelne Zeile am Ende der vorausgehenden Kolumne steht.

Die korrekte Satzregel lautet: Die erste Zeile eines Absatzes bzw. die Headline darf niemals alleine am Ende der vorangehenden Kolumne stehen. Ein ähnlicher Umbruchfehler ist die »Witwe«, die früher auch als »Hurenkind« bezeichnet wurde.

Bei Textverarbeitungssoftware, z.B. Word® von Microsoft® oder Pages® von Apple® und DTP Desktop Publishing Software, z.B. InDesign® von Adobe® oder QuarkXpress® von Quark®, können derartige Umbruchfehler automatisch durch die gezielte Formatierung der »Absatzkontrolle« bzw. durch die Wahl geeigneter »Umbruchoptionen« vermieden werden. 1 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Exempel: Formatierung von Absätzen und Möglichkeiten der Absatzkontrolle bei Adobe® Indesign® CS6, Benutzerhandbuch, online verfügbar unter https://helpx.adobe.com/at/indesign/using/formatting-paragraphs.html (21.6.2017).