Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Theinhardt, Ferdinand
Typograph, Deutschland [1], 1820–1909

Deutscher
Typograph, Orientalist und »Königlich-Preußischer Schriftschneider«. Geboren am 3.5.1820 in Halle. Inhaber der »Ferd. Theinhardt Schriftgiesserei Berlin«. Ferdinand Theinhardt entwarf um 1880 für die wissenschaftlichen Publikationen der »Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin« die »Royal-Grotesk« in vier Schriftschnitten. Er machte damit die Grotesk in der Berliner Gesellschaft salonfähig, die bis dahin als reine extratypographische Industrieschrift galt. 1908 übernahm die von Hermann Berthold (1831–1904) gegründete H. Berthold AG die Theinhardtsche Schriftgießerei in Berlin. Nach dem Ende der Monarchie (1918) verkaufte die H. Berthold AG die »Royal Grotesk« dann unter der Schriftbezeichnung »Akzidenz-Grotesk (AG mager)«. Diese Akzidenz-Grotesk gilt bis heute als »die Grotesk« schlechthin.

Im Bereich der Orientalistik wurde Ferdinand Theinhardt dadurch bekannt, dass er altägyptische Hieroglyphen rekonstruieren und schneiden
konnte. Feridand Theinhard starb 15.3.1909 in Berlin.

[1] Damals: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (962–1806).
[L] Yvonne Schwemmer-Scheddin: Interview mit
Günter Gerhard Lange: Schrift, die spröde Geliebte – ein mäanderndes Gespräch, Typografische Monatsblätter, 71. Jahrgang, 2.2003, Zürich.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 23.08.2006
von
Wolfgang Beinert

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