Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
Typoakademie Berlin
Aktuell
Suche
Grundlagen
Impressum
Newsletter


Titelei

Terminus aus der Buchgestaltung bzw. Buchtypographie für die Seiten vor dem eigentlichen Buchbeginn; erste Seiten vor dem Inhalt eines Buches. Zur Titelei gehören Schmutztitel, Frontispiz, Haupttitel, Impressum, Widmung, Inhaltsverzeichnis, Vorwort und/oder Vakate. Die Titelei befindet sich auf dem ersten Druckbogen (Rohbogen) [1].

GLIEDERUNG DER TITELEI:

Seite Folio Bezeichnung Inhalt Pagina



1 Recto Schmutztitel Verfasser, Titel des Buches [2] oder Reihentitel, Verlag, Verlagssignet, Widmungszeile oder Credo etc. oder alternativ eine Vakatseite [3]
nein
2 Verso Vakat oder Frontispiz Leerseite oder alternativ eine Abbildung [4]
nein
3 Recto Haupttitel Titel des Buches, Untertitel, Vorname und Familienname des Verfassers, ggf. akademischer Titel, ggf. Herausgeber, Verlag, Verlagsort und Erscheinungsjahr [5]
nein
4 Verso Vakat oder Impressum Leerseite oder alternativ Druckvermerk mit Verlags- und drucktechnischen Angaben [6]
nein
5 Recto Dedikation Widmungstext
nein
6 Verso Vakat Leerseite
nein
7 Recto Inhaltsverzeichnis [6] Verzeichnis mit Seitenzahlen
nein
8 Verso Vakat Leerseite nach der letzten Seite des Inhaltsverzeichnisses
nein
9 Recto Vorwort [7] Einführungstext
ja



... Verso Vakat Leerseite
nein
... Recto Buchbeginn Beginn des ersten Kapitels
ja


[1] Bei sehr umfangreichen und komplexen Werken, z.B. bei wissenschaftlichen Lehrbüchern, wurde bis zum Ende des Buchhochdrucks für die Titelei ein eigener Titelbogen gedruckt, welcher mit Römischen Zahlen ausgezeichnet wurde.
[2] »Titel eines Buches« und »Buchtitel« sind in der Buchgestaltung zweierlei: Der Titel eines Buches ist wortwörtlich zu verstehen, während der Buchtitel der »Haupttitel« ist und Verfasser, Titel und Verlag nennt. Der Haupttitel ist in der klassischen Buchtypograhie die Seite 3.
[3] Viele Typographen, u.a. Jan Tschichold (1902–1974), verwenden alternativ eine Vakatseite (Leerseite), um dem Haupttitel einen repräsentativeren Auftritt zu ermöglichen.
[4] Bei Taschenbüchern hat sich oftmals die Unart eingebürgert, auf Seite 2 eine Kurzbeschreibung des Inhalts sowie darunter eine Kurzvita des Verfassers zu setzen. Das ist vielleicht zweckmäßig, aber nicht unbedingt ästhetisch.
[5] Verlagsort und Erscheinungsjahr können auch auf der Rückseite (Seite 4) stehen.
[6] Das Impressum kann auch auf den Seiten nach dem Inhalt plaziert werden. Insbesondere bei buchähnlichen Produktionen, z.B. Broschüren oder Geschäftsberichten.
[7]
Ein Inhaltsverzeichnis kann natürlich auch mehrseitig sein.
[8] Ein oder mehrere Vorworte können natürlich auch mehrseitig sein.
[L] Jost Hochuli: Bücher machen. Eine Einführung in die Buchgestaltung. Agfa Compugraphic, 1989.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 09.11.2011
von
Wolfgang Beinert

COPYRIGHT
Bibliographisches Zitieren



TYPO-SEMINARE
24.02.2012 Hamburg
03.03.2012 Berlin
09.03.2012 Düsseldorf
12.03.2012 Frankfurt a.M.
17.03.2012 München

LINKS
Atelier Beinert | Berlin
Archiv mit Zitaten
Designcenter Berlin
Typoakademie
Typolexikon

Facebook




Index A : B : C : D : E : F : G : H : I : J : K : L : M : N : O : P : Q : R : S : T : U : V : W : X : Y : Z

>

Quelle: © Wolfgang Beinert, typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie.
Bibliographisches Zitieren ausschließlich nur mit Autorenkennung erlaubt.