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Schrift­ge­schich­te, Typo­gra­pie­ge­schich­te, Design­ge­schich­te und Bio­gra­phien von Schrift­ge­stal­tern, Gra­fik­de­si­gnern und Typo­gra­phen.

Garamond, Claude

Fran­zö­si­scher Schrift­schnei­der und Typo­gra­ph. Gebo­ren um 1498/99 in Paris. Gestor­ben 1561 in Paris. Schü­ler des Pari­ser Huma­nis­ten, Gra­veurs und Typo­gra­phen Antoi­ne Auge­re­au (um 1485–1534), dem »Dru­cker der Köni­gin Mar­gue­ri­te von Navar­ra«, bei dem Clau­de Gara­mond um 1510 eine Leh­re als Buch­dru­cker in der Druck­werk­statt von Hen­ri Esti­en­ne begann. Gara­mond schrieb sei­nen Fami­li­en­na­men selbst mit »t«, also »Gara­mont«. Gara­mond, Clau­de wei­ter­le­sen

Vorklassizistische Antiqua

Schrift­art; Neben­schrift­grup­pe, die im Sin­ne Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on zur Schrift­gat­tung (Haupt­schrift­grup­pe) der Anti­qua-Schrif­ten gehört; rund­bo­gi­ge Druck­schrift römi­schen Ursprungs mit Seri­fen. In der deut­schen typo­gra­phi­schen Lite­ra­tur auch als »Baro­ck Anti­qua«, »Über­gangs­an­ti­qua« oder »Halb­me­diä­val«, im eng­lisch­spra­chi­gen Raum (GB, USA etc.) als »Tran­si­tio­nal« (Bri­tish Stan­dards, 1967), in Frank­reich als »Réa­les« (Maxi­mi­li­en Vox, 1963) und in Ita­li­en als »Tran­si­zio­na­li« (Nova­re­se und Pel­lit­te­ri, 1965) bezeich­net. Vor­klas­si­zis­ti­sche Anti­qua wei­ter­le­sen

Goldener Schnitt

Bezeich­nung für ein mathe­ma­ti­sches Tei­lungs­ver­hält­nis einer Stre­cke oder ande­rer Grö­ßen, des­sen Ver­hält­nis des Gan­zen zu sei­nem grö­ße­ren Teil (Major) dem Ver­hält­nis des grö­ße­ren zum klei­ne­ren Teil (Minor) ent­spricht; irra­tio­na­le Pro­por­ti­on von Brei­te zu Höhe im Ver­hält­nis 1:1,618 (gerun­det). Ety­mo­lo­gi­sch von lt. »sec­tio aurea« für »Gol­de­ner Schnitt«; Syn­onym »Gol­de­nes Ver­hält­nis«; bis zum Ende des 19. Jahr­hun­dert auch als »Gött­li­che Pro­por­ti­on« (lt. pro­por­tio divina) bezeich­net.  Gol­de­ner Schnitt wei­ter­le­sen

Lesegrößen


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Typo­gra­phi­sche Typi­fi­ka­ti­on für Schrift­gra­de von Text­schrif­ten mit oder ohne Seri­fen, die bei aus­rei­chen­der Lese­schär­fe (Mini­mum legi­bi­le) 1 ) beim Erfas­sen län­ge­rer Text­pas­sa­gen im Nah­be­reich erfah­rungs­ge­mäß als sinn­voll erach­tet wer­den, um damit die Les­bar­keit eines Schrift­sat­zes best­mög­li­ch zu gestal­ten.  Lese­grö­ßen wei­ter­le­sen

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmer­kung: Die »Lese­schär­fe« wird in der Augen­me­di­zin und in der Augen­op­tik als »Mini­mum legi­bi­le« bezeich­net. Sie unter­schei­det sich von ande­ren Seh­schär­fen (z.B. Mini­mum sepa­ra­bi­le) durch Mit­ein­be­zie­hens kon­di­tio­nier­ter For­men von Opto­ty­pen als Wort­bil­der (sie­he Fixa­tio­nen). Daher ist ihr Wert in der Regel auch höher als der Wert ande­rer Seh­schär­fen­ar­ten. Denn hier wer­den Wort­bil­der nicht nur erkannt, son­dern auch im Rah­men von kogni­ti­ven Kom­pen­sa­ti­ons­pro­zes­sen ein­ge­ord­net. Ob ein Rezi­pi­ent über eine aus­rei­chen­de Lese­schär­fe – egal ob mit oder ohne Bril­le – ver­fügt, kann mit­tels unter­schied­li­cher Unter­su­chung und Metho­den (z.B. Seh­test) bestimmt wer­den.

Konsultationsgrößen

1. Konsultationsgrößen in der Buchtypographie

In der Buch­ty­po­gra­phie wird ein Schrift­grad einer Text­schrift mit oder ohne Seri­fen als »Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße« bezeich­net, wenn die­ser in einem fes­ten Ver­hält­nis zu sei­ner über­ge­ord­ne­ten Lese­grö­ße (Fließ­text) deut­li­ch klei­ner gesetzt wird. Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen wer­den – im Werk­satz bei­spiels­wei­se – für »Kon­sul­ta­ti­ons­tex­te« genutzt, die nur kur­ze, ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen zu einer Pas­sa­ge im Fließ­text bereit­stel­len, bei­spiels­wei­se Fuß­no­ten, Mar­gi­na­li­en oder Legen­den. 

Eine Pas­sa­ge im Fließ­text wird in der Regel mit einer »Kon­sul­ta­ti­on« durch ein »Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen« ver­bun­den, bei­spiels­wei­se mit einem Schrift­zei­chen (z.B. *), einer Ara­bi­schen Zif­fer (z.B. 2), einem römi­schen Zähl­zei­chen (z.B. III) oder einem Buch­sta­ben (z.B. d). In der Buch­ty­po­gra­phie sind Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen eine Typi­fi­ka­ti­on für Schrift­gra­de, die klei­ner als Lese­grö­ßen sind. 

2. Konsultationsgrößen im Grafikdesign und DTP

In der Akzi­denz­ty­po­gra­phie, im Gra­fik­de­si­gn und im DTP Desk­top Publis­hing wird der Ter­mi­nus Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße pau­schal für cha­rak­te­ris­ti­sch klei­ne Schrift­gra­de ohne kor­re­spon­die­ren­den Lese­grö­ßen ver­wen­det, wie sie bei­spiels­wei­se frü­her in Tele­fon­bü­chern und Wör­ter­bü­chern übli­ch waren und heu­te auf Lebens­mit­te­le­ti­ket­ten, Ver­pa­ckun­gen oder Packungs­bei­la­gen zu fin­den sind. Der Ter­mi­nus wird hier als Syn­onym für Schrift­gra­de unter 3 mm (hp-Ver­ti­kal­hö­he) ver­stan­den. Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen wei­ter­le­sen

Werksatz

1. Satzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei

Gewer­be­spe­zi­fi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes (Blei­satz) für eine Hand- und/oder Maschi­nen­satz­ab­tei­lung einer Ver­lags- oder Zei­tungs­dru­cke­rei, die für den Schrift­satz regel­mä­ßi­ger Druck­wer­ke, soge­nann­te Peri­odi­ka, zustän­dig war. Dazu zähl­ten bei­spiels­wei­se Bücher, Zei­tun­gen oder Zeit­schrif­ten. Das Pen­dant zum Werk­satz ist der Akzi­denz­satz.  Werk­satz wei­ter­le­sen

Akzidenzsatz

Auch als »Fein­satz« bezeich­net. Gewer­be­spe­zi­fi­scher Ter­mi­nus aus der Epo­che der Offi­zi­nen bzw. Buch- und Zei­tungs­dru­cke­rei­en des frü­hen 19. Jahr­hun­derts für die Schrift­satz­ar­beit einer Akzi­denz­schrift­set­ze­rei, einer Abtei­lung inner­halb einer Akzi­denz­dru­cke­rei, die auf die Gestal­tung und Druck­vor­la­gen­her­stel­lung von Akzi­denz­druck­sa­chen, also wir­kungs­voll gestal­te­te Dru­cke, bei­spiels­wei­se Zei­tungs­köp­fe, Wer­be­an­zei­gen, Geschäfts- oder Pri­vat­druck­sa­chen, spe­zia­li­siert war.  Akzi­denz­satz wei­ter­le­sen

Cicero

1. Pro­to­va­ri­an­te der Anti­qua mit einem ein­deu­tig defi­nier­ten Schrift­grad von rund 5 mm und einem fes­ten Grö­ßen­ver­hält­nis der Kegel zuein­an­der. Die­ser Schrift­schnitt galt bereits bei den Pro­to­ty­po­gra­phen als beson­ders lese­freund­li­ch und wur­de des­halb bis ins 20. Jahr­hun­dert als Buch­druck­schrift ver­wen­det. Cice­ro wei­ter­le­sen

Mittelnamen für Kegelgrößen

Mit­tel­na­me; Abkür­zung »Mit­tel«. Fach­be­zeich­nun­gen bzw. Eigen­na­men aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deut­scher Schrift­set­zer und Dru­cker von Offi­zi­nen aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Hand­schrift­sat­zes (z.B. Blei­satz) für bestimm­te Kegel­grö­ßen, also für die Schrift­gra­de einer phy­si­schen Druck­schrift (z.B. Blei­ty­pen, Holz­schrif­ten) sowie für die Strich­stär­ken (Lini­en­di­cken) von phy­si­schen Stück- und Setz­li­ni­en, bei­spiels­wei­se Eng­li­sche Lini­en.  Mit­tel­na­men für Kegel­grö­ßen wei­ter­le­sen

Tironische Noten

Römi­sches Kurz­schrift­sys­tem. In der Paläo­gra­phie auch als »Tiro­ni­a­na« bezeich­net. Im ers­ten vor­christ­li­chen Jahr­hun­dert von Mar­cus Tul­li­us Tiro (um 103–4 v.Chr.) ent­wi­ckelt. Tiro war in sei­ner Jugend Skla­ve im Hau­se des römi­schen Dich­ters, Red­ners und Staats­manns Mar­cus Tul­li­us Cice­ro (106–43 v.Chr.) gewe­sen, wur­de aber dank sei­ner Intel­li­genz und Geleh­rig­keit bald zu des­sen Pri­vat­se­kre­tär und schließ­li­ch sogar aus der Skla­ver­ei ent­las­sen. Tiro­ni­sche Noten wei­ter­le­sen

Paläotypie

Die Paläo­ty­pie ist wie die Paläo­gra­phie eine Dis­zi­plin der kul­tur­his­to­ri­schen Hilfs­wis­sen­schaf­ten, spe­zi­ell der Buch- und Biblio­theks­wis­sen­schaft. Die Paläo­ty­pie wid­met sich der sys­te­ma­ti­schen Erfor­schung sämt­li­cher euro­päi­scher Druck­wer­ke des 15. Jahr­hun­derts, kon­kret von Johan­nes Guten­bergs (um 1400–1468) frü­hes­ten Straß­bur­ger Expe­ri­men­ten um 1438 bis in das Jahr 1500, mit dem die soge­nann­te Inku­na­bel­zeit endet. Paläo­ty­pie wei­ter­le­sen

Gemeine

Umgangs­sprach­li­cher Begriff aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deut­scher Schrift­set­zer und Dru­cker von Offi­zi­nen und Zei­tungs­dru­cke­rei­en aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes (Blei­satz) für die Klein­buch­sta­ben einer phy­si­schen Druck­schrift, bei­spiels­wei­se aus einer Blei-Zinn-Anti­mon-Legie­rung (Blei­let­tern); Minus­keln. Gemei­ne wei­ter­le­sen

Prototypographen

Als Pro­to­ty­po­gra­phen wer­den in der Paläo­ty­pie und der Typo­gra­phie die ers­te Gene­ra­ti­on der Erst- bzw. Inku­na­bel­dru­cker des 15. Jahr­hun­derts bezeich­net, also die ers­te Gene­ra­ti­on von Typo­gra­phen seit Erfin­dung der Typo­gra­phie durch Johan­nes Guten­berg (um 1400–1468). Der Ter­mi­nus »Pro­to­ty­po­gra­phie« ist ein Syn­onym für den »Wie­gen­druck« bzw. »Inku­na­bel­druck« der Jah­re 1450 bis 1500.  Pro­to­ty­po­gra­phen wei­ter­le­sen

Offizin

Ter­mi­nus für eine Buch­dru­cke­rei. Ety­mo­lo­gi­sch ent­lehnt aus dem neu­la­tei­ni­schen »offi­ci­na« für »Werk­stät­te« aus dem alt­la­tei­ni­schen »opi­fi­ci­na« zu »opi­f­ex« für »Hand­wer­ker«. Auch als »Offi­ci­na Typo­gra­pheum«, »Druck­of­fi­zin«, »Dru­cker-Offi­zin« oder »Buch­dru­cke­rey« bezeich­net. Offi­zin wei­ter­le­sen

Typographischer Punkt

Typo­gra­phi­sches Maß­sys­tem. Ursprüng­li­ch als »Point typo­gra­phi­que« bezeich­net; im gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deutsch­spra­chi­ger Typographen/innen auch als »Punkt« abge­kürzt. Gegen­wär­tig exis­tie­ren unter­schied­li­che mate­ri­el­le und digi­ta­le typo­gra­phi­sche Punkt-Sys­te­me, bei­spiels­wei­se der Four­nier-Punkt (Point typo­gra­phi­que), der Didot-Punkt, der Pica Point oder der Post­Script® Point (DTP-Punkt). Typo­gra­phi­scher Punkt wei­ter­le­sen

Französische Anführungszeichen

Inter­punk­ti­ons­zei­chen; Satz­aus­druck­zei­chen. Fran­zö­si­sch « Guil­le­mets français »; Kurz­form Guil­le­met oder Guil­le­mets, pho­ne­ti­sch im Plu­ral auch als »-gij’mee« aus­ge­spro­chen. Fran­zö­si­sche Anfüh­rungs­zei­chen und Abfüh­rungs­zei­chen in Form zwei­er spit­zer Klam­mern oder zwei­er Halb­krei­se, bzw. bei »Hal­ben Anfüh­rungs­zei­chen« einer spit­zen Klam­mer oder eines Halb­krei­ses. Fran­zö­si­sche Anfüh­rungs­zei­chen wei­ter­le­sen

Baskerville, John

Eng­li­scher Typo­gra­ph und Email­lier­tech­ni­ker. Gebo­ren 1706 zu Wol­ver­ley in der eng­li­schen Graf­schaft Worces­ter, gestor­ben 1775. 1726 ließ sich der aus­ge­bil­de­te (Grab-)Steinschneider John (Johan­nis) Bas­ker­vil­le als Schrei­b­leh­rer und Gra­veur in Bir­ming­ham nie­der, wo er ab 1738 ein Lackier­un­ter­neh­men betrieb, das auf Japan­lack spe­zia­li­siert war. Sein Erfin­dungs­geist revo­lu­tio­nier­te die Email­lier­tech­nik und er mach­te ein Ver­mö­gen mit der Her­stel­lung von diver­sen Haus­halts­ge­gen­stän­den.  Bas­ker­vil­le, John wei­ter­le­sen

Linotype

Type Libra­ry (Schrif­ten­bi­blio­thek) und Font Found­ry (Han­dels­haus für Schrif­ten). Ehe­mals Her­stel­ler von Setz­ma­schi­nen bzw. Schrift­satz­sys­te­men und Schrift­gie­ße­rei. Lino­ty­pe war ursprüng­li­ch der Name einer vom deut­schen Uhr­ma­cher und Erfin­der Ott­mar Mer­gen­tha­ler (1854–1899) 1886 kon­stru­ier­ten Zei­len­setz- und Gieß­ma­schine.  Lino­ty­pe wei­ter­le­sen

Kalligraphie

Kunst des Schön­schrei­bens. Ety­mo­lo­gi­sch lei­tet sich das Wort »Kal­li-« vom alt­grie­chi­schen »kalos« her, das »Schön­heit« bedeu­tet; das Wort »-gra­phie« ent­spricht dem alt­grie­chi­schen »-gra­phia« für das »Schrei­ben, Dar­stel­len, Beschrei­ben« zu alt­grie­chi­sch »graphein« für »rit­zen, schrei­ben«. Allo­gra­ph Kal­li­gra­fie.  Kal­li­gra­phie wei­ter­le­sen

Typometrie

1. Geometrische Konstruktion von Schriftzeichen

Unter Typo­me­trie ver­steht man heu­te die eukli­di­sch-geo­me­tri­sche Kon­struk­ti­on von Schrift­zei­chen. Let­tern­ver­mes­sung; Zeichen(geo)metrie, Let­tern­ar­chi­tek­tur. Seg­ment der Schrift­ge­stal­tung (Schrift­ent­wurf, Type Desi­gn), wel­ches die gestalt­li­chen Gesetz­mä­ßig­kei­ten und Grö­ßen­be­zie­hun­gen (Pro­por­tio­nen) zwi­schen Lini­en, Schrift­li­ni­en und Flä­chen behan­delt, die zur Kon­struk­ti­on von Buch­sta­ben, Zif­fern und Son­der­zei­chen – unab­hän­gig von den Spe­zi­fi­ka der Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on – not­wen­dig sind. Typo­me­trie wei­ter­le­sen

Typographie

Kul­tur­his­to­ri­sch betrach­tet umfasst die­ser Begriff im ursprüng­li­chen Sin­ne der Renais­sance sämt­li­che Berei­che der »Buch­dru­cker­kunst«, in der Früh­re­nais­sance auch »Deut­sche Kunst« genannt, vom kon­kre­ten Druck­schrift­ent­wurf (Typo­me­trie) über den Let­tern­guß und die ver­schie­de­nen Metho­den zur druck­tech­ni­schen Schrift­ver­viel­fäl­ti­gung bis hin zur for­ma­len Gestal­tung von Druck­wer­ken. Typo­gra­phie wei­ter­le­sen

Villardscher Teilungskanon

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Buch­ty­po­gra­phie bzw. Buch­ge­stal­tung für einen Tei­lungs­ka­non (Buch­ka­non), mit wel­chem man ohne jeden Maß­stab in jedem Recht­eck eine Stre­cke prä­zi­se in belie­big vie­le glei­che Tei­le tei­len kann. Auch als »Vil­lard­scher Buch­ka­non« oder »Gehei­mer Kanon« bezeich­net; alter­na­ti­ve Schreib­wei­se: »Villard´scher Tei­lungs­ka­non«. Kon­struk­ti­ons­prin­zip, um einen Buch­satz­spie­gel bzw. Gestal­tungs­ras­ter in einen gleich­mä­ßi­gen, z.B. in einen neun-, zehn- oder zwölf­ge­teil­ten Flä­chen­ras­ter zu glie­dern. Der Ent­wurf eines Satz­spie­gels bzw. Gestal­tungs­ras­ters gehört in das Seg­ment der Makro­ty­po­gra­phie. Vil­lard­scher Tei­lungs­ka­non wei­ter­le­sen

Formsatz

Schrift­satz­art; Schrift­satz, des­sen makro­ty­po­gra­phi­sches Gesamt­bild eine in sich geschlos­se­ne geo­me­tri­sche Figur oder freie Form ergibt, die auf dem Umriss einer kon­tu­rier­ten Flä­che oder einem Text­pfad (Pfadt­ext) basiert. In der Typo­gra­phie wird zwi­schen »Kon­tur­satz« und »Frei­er Form­satz« unter­schie­den.  Form­satz wei­ter­le­sen

Lange, Günter Gerhard

Deut­scher Typo­gra­ph, Leh­rer und künst­le­ri­scher Lei­ter der von Her­mann Bert­hold (1831–1904) gegrün­de­ten H. Bert­hold AG. Gebo­ren am 12. April 1921 in Frank­furt an der Oder (Bran­den­burg). Gestor­ben am 2. Dezem­ber 2008 in Mün­chen (Bay­ern). Gün­ter Ger­hard Lan­ge zählt welt­weit zu den wich­ti­gen Schrift­ge­stal­tern des 20. Jahr­hun­derts. Lan­ge, Gün­ter Ger­hard wei­ter­le­sen

Renaissance Antiqua

Schrift­art; Schrift­un­ter­grup­pe, die im Sin­ne der typo­gra­phi­schen Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on in der Schrift­gat­tung der Anti­qua-Schrif­ten zur Haupt­schrift­grup­pe der Anti­quas zählt; rund­bo­gi­ge Druck­schrift römi­schen Ursprungs mit Seri­fen. Renais­sance Anti­quas wer­den in »Vene­zia­ni­sche Renais­sance Anti­quas« und »Fran­zö­si­sche Renais­sance Anti­quas« unter­schie­den. Die Arche­ty­pen der Vene­zia­ni­sche Renais­sance Anti­qua von Con­rad Sweyn­he­ym (o.A. Mit­te 15. Jh.) und Arnold Pann­artz (o.A.–1476) gel­ten als die ers­ten Anti­qua-Druck­ty­pen. Renais­sance Anti­qua wei­ter­le­sen

Akzidenzschrift

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für eine Hand­satz­schrift, in der Regel aus Holz, Blei, Kup­fer oder Mes­sing, die nicht als Werk­satz­schrift (Brot­schrift, Text­schrift) bestimmt war. Seman­ti­sch von Akzi­den­zen. Ety­mo­lo­gi­sch von »Acci­denz« zu »Akzi­denz« für »etwas Zufäl­li­ges, nicht zum Wesen Gehö­ren­des«; ent­lehnt aus dem latei­ni­schen »acci­den­tia« für »Zufall«. Akzi­denz­schrift wei­ter­le­sen

Tschichold, Jan

Deut­scher und Schwei­zer Gra­fik­de­si­gner, Typo­gra­ph, Schrift­ge­stal­ter, Kal­li­gra­ph, Leh­rer und Fach­buch­au­tor. Gebo­ren am 2. April 1902 in Leip­zig (Sach­sen) als Sohn von Franz und Maria Tzschich­hold. Geburts­na­me »Johan­nes Tzschich­hold«. Gestor­ben am 11. August 1974 in Locar­no (Cir­co­lo di Locar­no) im Kan­ton Tes­sin in der Schweiz.

Jan Tschi­chold zählt zu den popu­lä­ren Theo­re­ti­kern der latei­ni­sch gepräg­ten Typo­gra­phie des 20. Jahr­hun­derts; er gilt als Meis­ter der tra­di­tio­nel­len typo­gra­phi­schen Pra­xis, ins­be­son­de­re der Buch- und Lese­ty­po­gra­phie. Tschi­chold, Jan wei­ter­le­sen

Akzidenzdrucksachen

Gewer­be­spe­zi­fi­scher Ter­mi­nus aus der Epo­che der Offi­zi­nen bzw. Buch- und Zei­tungs­dru­cke­rei­en des frü­hen 19. Jahr­hun­derts für einen »Gele­gen­heits­auf­trag« bzw. für eine »Neben­ein­nah­me«; dann ab Mit­te des 19. Jahr­hun­derts Begriff­lich­keit für Geschäfts- oder Pri­vat­druck­sa­chen, wie bei­spiels­wei­se Brief­pa­pie­re, Visi­ten­kar­ten und Pro­spek­te, die nicht zum Werk-, Zei­tungs- oder Zeit­schrif­ten­druck gehör­ten; auch als »Akzi­den­zen« bezeich­net. Akzi­denz­druck­sa­chen wei­ter­le­sen

Egyptienne

Haupt­schrift­grup­pe, die im Sin­ne der typo­gra­phi­schen Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on zur Schrift­gat­tung der Anti­qua-Schrif­ten gehört. Rund­bo­gi­ge Screen- und Druck­schrift römi­schen Ursprungs mit beton­ten, teils block­ar­ti­gen Seri­fen; auch als »Seri­fen­be­ton­te Anti­qua« bzw. rei­ne Egyp­ti­en­nes als »Seri­fen­be­ton­te Line­ar Anti­qua«, im eng­lisch­spra­chi­gen Raum als »Slab Serif«  bezeich­net. Egyp­ti­en­ne wei­ter­le­sen

Paläographie

His­to­ri­sche Hilfs­wis­sen­schaft zur sys­te­ma­ti­schen Erfor­schung des Schreib­we­sens (Kal­li­gra­phie) und der Schrift­ge­schich­te von der Anti­ke bis zur Renais­sance, also bis zu den Anfän­gen der Pro­to­ty­po­gra­phie bzw. der Typo­gra­phie. Die Paläo­gra­phie umfasst auch die Klas­si­fi­ka­ti­on sämt­li­cher Schrift­ar­ten anhand ihrer gra­phi­schen Merk­ma­le sowie der Datie­rung, Ent­zif­fe­rung und Tran­skrip­ti­on von Manu­skrip­ten. Paläo­gra­phie wei­ter­le­sen

Kapitälchen

Stil­va­ri­an­te einer Schrift; Deut­sches Dimi­nu­tiv zu »Kapi­ta­le« in der Bedeu­tung von Majus­kel­schrift, ana­log zur latei­ni­schen »Capi­ta­lis«; engl. Caps. Schrift­stil, des­sen Majus­kel­al­pha­bet aus Groß­buch­sta­ben (Majus­keln) von der Grund­li­nie (Schrift­li­nie) zur H-Linie (Majus­kel­hö­he oder Ver­sal­hö­he) und des­sen Minus­kel­al­pha­bet aus klei­ne­ren Groß­buch­sta­ben (Kapi­täl­chen) von der Grund­li­nie zur x-Linie besteht. Kapi­täl­chen wei­ter­le­sen

Mendell, Pierre

US-ame­ri­ka­ni­scher Gra­fik­de­si­gner und Pla­kat­ge­stal­ter. Gebo­ren am 17.11.1929 in Essen in Nord­rhein-West­fa­len. Gestor­ben am 19.12.2008 in Mün­chen in Bay­ern. Pier­re Men­dell zählt im Seg­ment des Gra­fik­de­signs zu den wich­ti­gen Pla­kat­künst­lern in Deutsch­land. Über­re­gio­nal bekannt wur­de er ins­be­son­de­re durch sei­ne Pla­ka­te für die Neue Samm­lung, einem staat­li­chen Muse­um für ange­wand­te Kunst in Mün­chen, und für die Baye­ri­sche Staats­oper. Men­dell, Pier­re wei­ter­le­sen

Fraktur

Die Frak­tur­schrift ist eine Haupt­schrift­grup­pe, die im Sin­ne der euro­päi­schen Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on mit römi­scher Alpha­bett­ra­di­ti­on zu der Schrift­gat­tung der »Gebro­che­nen Schrif­ten« zählt. Auch als »Deut­sche Schrift«, im eng­lisch­spra­chi­gen Raum mehr­deu­tig auch als Got­hic, Old Eng­lish oder als Black­let­ter bezeich­net. Die Frak­tur war über 400 Jah­re im Wesent­li­chen die Buch- und Ver­kehrs­schrift der Deut­schen und bis 1941 die offi­zi­el­le Amts­schrift im »Deut­schen Reich«. Als Schöp­fer der ers­ten rei­nen »frac­tu­ra ger­ma­ni­ca« (1507) gilt der Augs­bur­ger Kal­li­gra­ph und Bene­dik­ti­ner­pa­ter Leon­hard Wag­ner. Frak­tur wei­ter­le­sen

Römische Zahlen

Römi­sche Zah­len­zei­chen wur­den im römi­schen Kul­tur­kreis erst mit­tels eines Addi­ti­ons­sys­tems durch sie­ben Buch­sta­ben der »Capi­ta­lis scrip­tu­ra« dar­ge­stellt. Die Römer über­nah­men ab dem fünf­ten Jahr­hun­dert v. Chr. die Dar­stel­lung von Zah­len durch Zah­len­zei­chen mit der Assi­mi­la­ti­on des west­grie­chi­schen Alpha­bets. Römi­sche Zah­len wei­ter­le­sen

Zwiebelfisch

1. Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für ein gedreh­tes Blo­cka­de­zei­chen (Flie­gen­kopf) – wel­ches als Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen bei­spiels­wei­se auf eine Kor­rek­tur oder einen Ersatz­buch­sta­ben hin­weist, das nach der End­kor­rek­tur im Zuge der Deblo­cka­de nicht ent­fernt und des­halb irr­tüm­li­ch gedruckt wur­de. Zwie­bel­fi­sch wei­ter­le­sen

Exlibris

Buch­be­sitz­zei­chen; Bücher- oder Biblio­theks­zei­chen; typo­gra­phi­sches oder/und gra­fi­sches Buch­eig­ner­zei­chen oder –geber­zei­chen. In ein Buch gekleb­tes, druck­tech­ni­sch ver­viel­fäl­tig­tes, klein­for­ma­ti­ges (Papier-)Blättchen, das auf den Besit­zer des Buches hin­wei­sen soll. Exli­bris wei­ter­le­sen

Englische Typographie

Auch als angel­säch­si­sche Typo­gra­phie bezeich­net. Begriff aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deut­scher, öster­rei­chi­scher und Schwei­zer Typo­gra­phen von Mit­te des 18. bis Mit­te des 20. Jahr­hun­derts für die von Anti­qua-Schrif­ten gepräg­te Typo­gra­phie im Sin­ne von John Bas­ker­vil­le (1706–1775), Wil­liam Mor­ris (1834–1896), Tho­mas James Cob­den-San­der­son (1840–1922), Stan­ley Mori­son (1889–1967), Eng­li­sche Typo­gra­phie wei­ter­le­sen

Eidenbenz, Hermann

Schwei­zer Gra­fik­de­si­gner, Typo­gra­ph, Leh­rer und Art Direc­tor. Gebo­ren am 4. Sep­tem­ber 1902 in Can­n­a­no­re (Kann­ur) in Bri­tish India als Sohn eines Schwei­zer Kauf­manns und einer deut­schen Mut­ter. Bekannt wur­de Her­mann Eiden­be­nz durch sei­ne Neu­in­ter­pre­ta­ti­on der Druck­schrift »Cla­ren­don«, einer Egyp­ti­en­ne des eng­li­schen Schrift­gie­ßers Ben­ja­min Fox (o.A.–1877). Eiden­be­nz, Her­mann wei­ter­le­sen

Diplomatik

Wis­sen­schaft­li­cher Ter­mi­nus für »Urkun­den­leh­re« (alt­gr. »diplo­ma«, das eigent­li­ch »Gefal­te­tes, Gedop­pel­tes« bedeu­tet, zu »diplóos« für »dop­pelt«). Ähn­li­ch der Paläo­gra­phie ist die Diplo­ma­tik eine Dis­zi­plin der his­to­ri­schen Hilfs­wis­sen­schaf­ten, die mit spe­zi­el­len Metho­den die cha­rak­te­ris­ti­schen gra­phi­schen, kal­li­gra­phi­schen und typo­gra­phi­schen Merk­ma­le von alten Doku­men­ten, Urkun­den und Akten erforscht, die­se iden­ti­fi­ziert und datiert, auf Echt­heit oder Fäl­schung unter­sucht, kom­men­tiert und in kri­ti­schen Edi­tio­nen zugäng­li­ch macht. Diplo­ma­tik wei­ter­le­sen

Didot, Firmin Ambroise

Fran­zö­si­scher Typo­gra­ph, Kup­fer­ste­cher, Erfin­der und Dich­ter. Gebo­ren am 14. April 1764 in Paris, gestor­ben am 24. April 1836 in Mesnil-sur-l’Estrée in der Nor­man­die. Mit­glied einer pro­mi­nen­ten Fami­lie von Typo­gra­phen und Papier­fa­bri­kan­ten, zweit­ge­bo­re­ner Sohn von François Ambroi­se Didot (1730–1804). Fir­min Didot zählt bis heu­te zu den bedeu­tends­ten Typo­gra­phen Euro­pas. Didot, Fir­min Ambroi­se wei­ter­le­sen

Cursiva

Latei­ni­sche Kur­siv­schrift; Schräg­schrift der Römer. Auch als »Scrip­tu­ra cur­si­va« bezeich­net. Ety­mo­lo­gi­sch von latei­ni­sch »Cur­si­va« für »schräg, lau­fend« zu »fort­lau­fend«. Römi­sche Ver­kehrs­schrift, die mit einem Grif­fel in Wachs­ta­feln oder mit einer sehr schma­len Rohr­fe­der auf Papy­rus geschrie­ben wur­de.  Cur­si­va wei­ter­le­sen

Capitalis Rustica

Hand­schrift­li­che Schnell­schreib­va­ri­an­te der »Capi­ta­lis qua­drata«. Latei­ni­sche Hand­schrift für Per­ga­ment­hand­schrif­ten; Schrift der Römer. Ety­mo­lo­gi­sch aus latei­ni­sch »capi­ta­lis« für »Haupt, Kopf« aus »den Kopf, das Leben betref­fend; in sei­ner Art vor­züg­li­ch« und »rusti­ca« für »länd­li­ch, bäu­er­li­ch, rus­ti­kal« ent­lehnt aus dem lt. »rusti­ca­lis« aus »rusti­cus« zu »rus, ruris« für »Land«. Capi­ta­lis Rusti­ca wei­ter­le­sen

Capitalis Monumentalis

Latei­ni­sche, in Stein gemei­ßel­te Lapi­dar­schrift; Schrift der Römer. Adap­ti­on des eteo­kre­ti­sch grie­chi­schen Alpha­bets, wel­ches um 600 v. Chr. aus dem mul­ti­kul­tu­rel­len Kre­ta über die Etrus­ker (»das Volk der Bücher«) zu den Lati­nern, ins heu­ti­ge Mit­tel- und Nord­wes­t­i­ta­li­en kam, deren römi­sche Nach­kom­men dar­aus die latei­ni­sche Schrift ent­wi­ckel­ten. Ety­mo­lo­gi­sch aus latei­ni­sch »capi­ta­lis« für »Haupt, Kopf« aus »den Kopf, das Leben betref­fend; in sei­ner Art vor­züg­li­ch« und »monu­men­ta­lis« für »monu­men­tal, sehr groß«. Capi­ta­lis Monu­men­ta­lis wei­ter­le­sen

Buchstabe

Latei­ni­scher Buch­sta­be; Buch­sta­be römi­schen Ursprungs. Schrift­zei­chen für einen Sprach­laut; Zei­chen zur visu­el­len Sprach­fi­xie­rung von Voka­len und Kon­so­nan­ten. Ein Buch­sta­be kodi­fi­ziert die audi­tive Wahr­neh­mung und wird dem­ge­mäß in der Lin­gu­is­tik als ein Gra­phem defi­niert, das einem Pho­nem ent­spricht. Das Zei­chen »cha­rak­te­ri­siert« den Laut – und umge­kehrt – als Ein­heit, als eine untrenn­ba­re seman­ti­sche Ver­knüp­fung, die beson­ders in den roma­ni­schen Spra­chen deut­li­ch wird, bei­spiels­wei­se im Fran­zö­si­schen, wo das Wort »carac­tè­re« noch immer die Grund­be­deu­tung von Buch­sta­be, Schrift­zei­chen, Let­ter und Type hat. Buch­sta­be wei­ter­le­sen

Brotschrift

Umgangs­sprach­li­cher Begriff aus dem gewer­be­spe­zi­fi­schen Sprach­schatz deut­scher Schrift­set­zer und Dru­cker von Offi­zi­nen aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Hand­schrift­sat­zes (Blei­satz) für die Grund­schrift einer Schrift­satz­ar­beit; Werk­satz­schrif­ten in den Lese­grö­ßen der Mit­tel Kor­pus bzw. Gara­mond (10 Didot Punkt), Rhein­län­der (11 Didot Punkt) und Cice­ro (12 Didot Punkt). Heu­te als Grund­schrift, ver­ein­zelt auch als Fließ­text­schrift bezeich­net.  Brot­schrift wei­ter­le­sen

Berthold, Hermann

Typo­gra­ph, Gal­va­nis­eur und Unter­neh­mer. Her­mann Bert­hold wur­de am 19. August 1831 als Sohn eines Kat­tun­dru­ckers in Ber­lin gebo­ren. Nach einer Aus­bil­dung zum Prä­zi­si­ons-Werk­zeug­ma­cher beschäf­tig­te sich Bert­hold inten­siv mit der inno­va­ti­ven Tech­nik der Gal­va­no­gra­phie, einem 1840 vom Mün­che­ner Natur­wis­sen­schaf­ter, Mine­ra­lo­gen und zu jener Zeit sehr bekann­ten bay­ri­sch-pfäl­zi­schen Mund­art­dich­ter Franz von Kobell (1803–1882) ent­wi­ckel­ten neu­en Ver­fah­ren zur Her­stel­lung von Kup­fer­druck­plat­ten. Bert­hold, Her­mann wei­ter­le­sen

Benton, Morris Fuller

US-ame­ri­ka­ni­scher Typo­gra­ph, Inge­nieur, Erfin­der, Schrift­ge­stal­ter und Direk­tor der ATF-Com­pany. Gebo­ren 1872 in Mil­wau­kee (Wis­con­sin, USA), gestor­ben 1948 in Mor­ris­town (New Jer­sey, USA). Ein­zi­ger Sohn des Typo­gra­phen Linn Boyd Ben­ton (1844–1932). Mor­ris Ful­ler Ben­ton zählt zu den pro­mi­nen­ten Typo­gra­phen sei­ner Zeit. Ben­ton, Mor­ris Ful­ler wei­ter­le­sen

Alphabet

Geord­ne­te Fol­ge von Buch­sta­ben oder Zei­chen einer Spra­che. Ety­mo­lo­gi­sch im 13. Jahr­hun­dert aus dem latei­ni­schen »alpha­be­tum« ent­lehnt, dass aus dem alt­grie­chi­schen »alpha­be­tos« stammt; zu »alpha« für den den ers­ten Buch­sta­ben des grie­chi­schen Alpha­bets. Alpha­bet wei­ter­le­sen

Arabische Ziffern

Die »Ara­bi­schen Zif­fern« (typo­gra­phi­sche Bezeich­nung) bzw. die »Indo-ara­bi­schen Zif­fern« (mathe­ma­ti­sche Bezeich­nung) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 0 lös­ten mit Beginn des 13. Jahr­hun­derts in West­eu­ro­pa die Römi­schen Zah­len suk­zes­si­ve ab und ermög­lich­ten durch ihre wesent­li­ch ein­fa­che­re und über­sicht­li­che­re Schreib­wei­se – und natür­li­ch der Null – die Wei­ter­ent­wick­lung der kom­ple­xen Mathe­ma­tik und der Natur­wis­sen­schaf­ten. Ara­bi­sche Zif­fern wei­ter­le­sen

@ AT-Zeichen

Kauf­manns­li­ga­tur, kauf­mä­ni­sches Sondersatz­zei­chen aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes. Ehe­mals anglo­ame­ri­ka­ni­sche bzw. eng­li­sche Liga­tur aus der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts; mög­li­cher­wei­se aus der Mono­tye-Schrif­ten­bi­blio­thek. Über den Ursprung des @-Zeichens exis­tie­ren unter­schied­li­che Hypo­the­sen. Sehr wahr­schein­li­ch ist jedoch, dass das AT-Zei­chen aus dem angel­säch­si­schen Preis­ra­batt­zei­chen »five app­les at 10 pen­ce« her­vor­ging.

Um 1971 von Pro­gram­mie­rern, ver­mut­li­ch von dem US-ame­ri­ka­ni­schen Tech­ni­ker Ray Tom­lin­son (1942–2016) bei Bolt Beran­eck and New­mann (BBN), USA, als Refe­renz­zei­chen für den ers­ten Mail User Agent (E-Mail-Cli­ent) aus­ge­wählt. @ AT-Zei­chen wei­ter­le­sen