Schlagwort-Archive: Mikrotypographie

Seg­ment der ange­wand­ten Typo­gra­phie, auch als Detail­ty­po­gra­phie bezeich­net. Mikro­ty­po­gra­phie umfasst sowohl die fun­dier­te Inter­pre­ta­ti­on der Typo­me­trie von Buch­sta­ben, Zif­fern und Zei­chen, als auch deren ins Detail gehen­de Anwen­dung im Schrift­satz.

Schriftlaufweite

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Lauf­wei­te einer maschi­nell oder digi­tal repro­du­zier­ba­ren Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Web­fonts; gewer­be­sprach­li­che Abkür­zung »Lauf­wei­te«; umgangs­sprach­li­ch »Buch­sta­ben­ab­stand« oder »Zei­chen­ab­stand«; engl. »font tracking«; CSS-Eigen­schaft »let­ter-spa­c­ing«. Im mate­ri­el­len Schrift­satz (z.B. Blei­satz) auch als »Zurich­tung« oder »Brei­ten­lauf« bezeich­net. Schrift­lauf­wei­te wei­ter­le­sen

Lesegrößen


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Typo­gra­phi­sche Typi­fi­ka­ti­on für Schrift­gra­de von Text­schrif­ten mit oder ohne Seri­fen, die bei aus­rei­chen­der Lese­schär­fe (Mini­mum legi­bi­le) 1 ) beim Erfas­sen län­ge­rer Text­pas­sa­gen im Nah­be­reich erfah­rungs­ge­mäß als sinn­voll erach­tet wer­den, um damit die Les­bar­keit eines Schrift­sat­zes best­mög­li­ch zu gestal­ten.  Lese­grö­ßen wei­ter­le­sen

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1.Anmer­kung: Die »Lese­schär­fe« wird in der Augen­me­di­zin und in der Augen­op­tik als »Mini­mum legi­bi­le« bezeich­net. Sie unter­schei­det sich von ande­ren Seh­schär­fen (z.B. Mini­mum sepa­ra­bi­le) durch Mit­ein­be­zie­hens kon­di­tio­nier­ter For­men von Opto­ty­pen als Wort­bil­der (sie­he Fixa­tio­nen). Daher ist ihr Wert in der Regel auch höher als der Wert ande­rer Seh­schär­fen­ar­ten. Denn hier wer­den Wort­bil­der nicht nur erkannt, son­dern auch im Rah­men von kogni­ti­ven Kom­pen­sa­ti­ons­pro­zes­sen ein­ge­ord­net. Ob ein Rezi­pi­ent über eine aus­rei­chen­de Lese­schär­fe – egal ob mit oder ohne Bril­le – ver­fügt, kann mit­tels unter­schied­li­cher Unter­su­chung und Metho­den (z.B. Seh­test) bestimmt wer­den.

Lesbarkeit

Unter »Les­bar­keit« – oft auch als »Leser­lich­keit« bezeich­net – wird im Seg­ment der Lese­ty­po­gra­phie die opti­ma­le makro­ty­po­gra­phi­sche und mikro­ty­po­gra­phi­sche Auf­be­rei­tung eines Schrift­sat­zes ver­stan­den, den ein Rezi­pi­ent (Leser) auch beim Erfas­sen län­ge­rer Text­pas­sa­gen, bei­spiels­wei­se in einem Buch, einer Zei­tung, einem Geschäfts­be­richt oder auf einer Web­site, als ange­nehm, rich­tig und als nicht stö­rend emp­fin­det.  Les­bar­keit wei­ter­le­sen

Konsultationsgrößen

1. Konsultationsgrößen in der Buchtypographie

In der Buch­ty­po­gra­phie wird ein Schrift­grad einer Text­schrift mit oder ohne Seri­fen als »Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße« bezeich­net, wenn die­ser in einem fes­ten Ver­hält­nis zu sei­ner über­ge­ord­ne­ten Lese­grö­ße (Fließ­text) deut­li­ch klei­ner gesetzt wird. Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen wer­den – im Werk­satz bei­spiels­wei­se – für »Kon­sul­ta­ti­ons­tex­te« genutzt, die nur kur­ze, ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen zu einer Pas­sa­ge im Fließ­text bereit­stel­len, bei­spiels­wei­se Fuß­no­ten, Mar­gi­na­li­en oder Legen­den. 

Eine Pas­sa­ge im Fließ­text wird in der Regel mit einer »Kon­sul­ta­ti­on« durch ein »Kon­sul­ta­ti­ons­zei­chen« ver­bun­den, bei­spiels­wei­se mit einem Schrift­zei­chen (z.B. *), einer Ara­bi­schen Zif­fer (z.B. 2), einem römi­schen Zähl­zei­chen (z.B. III) oder einem Buch­sta­ben (z.B. d). In der Buch­ty­po­gra­phie sind Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen eine Typi­fi­ka­ti­on für Schrift­gra­de, die klei­ner als Lese­grö­ßen sind. 

2. Konsultationsgrößen im Grafikdesign und DTP

In der Akzi­denz­ty­po­gra­phie, im Gra­fik­de­si­gn und im DTP Desk­top Publis­hing wird der Ter­mi­nus Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße pau­schal für cha­rak­te­ris­ti­sch klei­ne Schrift­gra­de ohne kor­re­spon­die­ren­den Lese­grö­ßen ver­wen­det, wie sie bei­spiels­wei­se frü­her in Tele­fon­bü­chern und Wör­ter­bü­chern übli­ch waren und heu­te auf Lebens­mit­te­le­ti­ket­ten, Ver­pa­ckun­gen oder Packungs­bei­la­gen zu fin­den sind. Der Ter­mi­nus wird hier als Syn­onym für Schrift­gra­de unter 3 mm (hp-Ver­ti­kal­hö­he) ver­stan­den. Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen wei­ter­le­sen

Optische Größen

Unter »Opti­sche Grö­ßen« ver­steht man in der Typo­gra­phie und in der Schrift­ge­stal­tung unter­schied­li­che Vari­an­ten von Schrift­schnit­ten inner­halb einer Schrift­fa­mi­lie oder einer Schrifts­ip­pe, deren Typo­me­tri­en (Let­tern­ar­chi­tek­tur) vom Schriftgestalter/in (Type Desi­gner) im Rah­men eines Schrift­gra­dab­stu­fungs­mo­dells spe­zi­ell auf Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen, Lese­grö­ßen, Schau­grö­ßen und Fern­grö­ßen bzw. Pla­kat­grö­ßen abge­stimmt wur­den. Im deutsch­spra­chi­gen Raum oft auch als »Design­grö­ßen« bezeich­net; engl. »opti­cal sizes«.

Die Eva­lu­ie­rung von Opti­schen Grö­ßen gehört in die Schrift­ge­stal­tung und in die Mikro­ty­po­gra­phie.

Gegen­wär­tig sind bei Open­Ty­pe Fonts u.a. nach­fol­gen­de Opti­sche Grö­ßen (Design­grö­ßen) übli­ch, wobei die Schrift­gradbstu­fun­gen von Schrift­fa­mi­lie zu Schrift­fa­mi­lie etwas unter­schied­li­ch aus­fal­len kön­nen:

»Caption« für Konsultationsgrößen in 6–8 DTP-Punkt
»Regular« für Lesegrößen in 9–13 DTP-Punkt 1 ) 
»Subhead« für Schaugrößen in 14–24 DTP-Punkt
»Display« für Plakat- und Ferngrößen ab 25 DTP-Punkt

Benannt wer­den »Opti­sche Grö­ßen« erst dann, wenn ein Schrift­schnitt, bei­spiels­wei­se der nor­ma­le (regu­lar), der kur­si­ve (ita­lic) oder der fet­te (bold) Stil, in unter­schied­li­chen Vari­an­ten inner­halb einer Schrift­fa­mi­lie vor­liegt, die jeweils über ver­än­der­te Strich­stär­ken, Pun­zen, Dick­ten oder Nor­mal­schrift­wei­ten ver­fü­gen. 2 ) 3 ) 4 ) 

Die Abstufung »Optischer Größen« (optical sizes) am Beispiel der Französischen Renaissance Antiqua »Minion Pro« von Robert Slimbach für Adobe®. Dieser Expertensatz verfügt über »Caption-Schnitte« (Konsultationsgrößen) optimiert für 6 bis 8,4 DTP-Punkt, »Regular-Schnitte« (Lesegrößen) optimiert für 8,5–13 DTP-Punkt, »Subhead-Schnitte« (Schaugrößen) optimiert für 13,1 bis 19,9 DTP-Punkt und »Display-Schnitte« (Ferngrößen) optimiert für 20 DTP-Punkt und mehr.
Die Abstu­fung »Opti­scher Grö­ßen« (opti­cal sizes) am Bei­spiel der Fran­zö­si­schen Renais­sance Anti­qua »Mini­on Pro« von Robert Slim­bach für Ado­be®. Die­ser Exper­ten­satz ver­fügt über »Cap­ti­on-Schnit­te« (Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ßen) opti­miert für 6 bis 8,4 DTP-Punkt, »Regu­lar-Schnit­te« (Lese­grö­ßen) opti­miert für 8,5–13 DTP-Punkt, »Sub­head-Schnit­te« (Schau­grö­ßen) opti­miert für 13,1 bis 19,9 DTP-Punkt und »Dis­play-Schnit­te« (Fern­grö­ßen) opti­miert für 20 DTP-Punkt und mehr.
Im Vergleich die Majuskel A der »Minion Pro regular« von Robert Slimbach für Adobe®. Links im Caption-Schnitt, z.B. als Konsultationsschrift für Kleingedrucktes und rechts als Display-Schnitt, z.B. als Displayschrift für eine Headline. Die Typometrie beider Optischen Größen (Designgrößen) unterscheidet sich signifikant.
Im Ver­gleich die Majus­kel A der »Mini­on Pro regu­lar« von Robert Slim­bach für Ado­be®. Links im Cap­ti­on-Schnitt, z.B. als Kon­sul­ta­ti­ons­schrift für Klein­ge­druck­tes und rechts als Dis­play-Schnitt, z.B. als Dis­play­schrift für eine Head­line. Die Typo­me­trie bei­der Opti­schen Grö­ßen (Design­grö­ßen) unter­schei­det sich signi­fi­kant.

Schrift­fa­mi­li­en mit unter­schied­li­chen Opti­schen Grö­ßen kön­nen ihre Ästhe­tik und Les­bar­keit auch in extrem gro­ßen und klei­nen Schrift­gra­den ent­fal­ten, bei­spiels­wei­se als voll­wer­ti­ge Kon­sul­ta­ti­ons­schrif­ten. So wäre eine »Mini­on Pro regu­lar« im Cap­ti­on-Schnitt sicher­li­ch eine bes­se­re Schrift­wahl für das Klein­ge­druck­te auf einer Lebens­mit­te­le­ti­ket­te, als die einer ande­ren Gara­mond-Schrift, die nur über einen nor­ma­len Schrift­schnitt ver­fügt, des­sen Typo­me­trie auf eine durch­schnitt­li­che Lese- und Schau­grö­ße kali­briert wur­de.

Schrift­fa­mi­li­en, die über den qua­li­ta­ti­ven Mehr­wert Opti­scher Grö­ßen ver­fü­gen, zäh­len in der Regel zu den »Exper­ten­sät­zen«.

Der Groß­teil aller digi­ta­ler Fonts ist lei­der nur für Lese- und Schau­grö­ßen opti­miert. Vor­der­grün­dig eine Arbeits­er­leich­te­rung für Schriftgestalter/innen, in der Pra­xis jedoch eine Nivel­lie­rung, die einem hohen Qua­li­täts­an­spruch in der ange­wand­ten Typo­gra­phie nicht gera­de för­der­li­ch ist.

Opti­sche Grö­ßen sind pri­mär für den Druck gedacht. Sie eig­nen sich auf­grund der Brow­ser-Inkom­pa­ti­bi­li­tät und unglei­cher Anti-Alia­sing- bzw. Ren­de­ring-Tech­no­lo­gi­en (noch) nicht für eine dif­fe­ren­zier­te Ansicht auf Moni­to­ren.

© Wolf­gang Bei­nert, www​.typo​l​e​xi​kon​.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Anmerkung: »Regular« kann bei OpenType Fonts zwei unterschiedliche Bedeutungen haben: Erstens als Bezeichnung für den normalen Schriftschnitt einer Schriftfamilie und zweitens als Kategorie für Lesegrößen.
2.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Ahrens, Tim und Sho­ko Mugi­ku­ra: Size-spe­ci­fic adjust­ments to type designs – An inves­ti­ga­ti­on of the prin­ci­ples gui­ding the desi­gn of opti­cal sizes, erschie­nen bei Just Ano­ther Found­ry, ISBN: 978–3-00–045937-5.
3.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Cheng, Karen: Desi­gning Type, Ana­to­mie der Buch­sta­ben, Ver­lag Her­mann Schmidt Mainz, ISBN 3–87439-689–4.
4.Lite­ra­tur­emp­feh­lung: Oster­er, Heidrun, Phil­ipp Stamm und Schwei­ze­ri­sche Stif­tung Schrift und Typo­gra­phie (Hrsg.): Adri­an Fru­ti­ger, Schrif­ten. Das Gesamt­werk, 2014, Ver­lag Birk­häu­ser, Basel, Bos­ton, Ber­lin, ISBN 978–3-03821–524-0.

Mikrotypographie

Seg­ment der ange­wand­ten Typo­gra­phie, auch als Detail­ty­po­gra­phie bezeich­net. Im Gegen­satz zur Makro­ty­po­gra­phie beschreibt die Mikro­ty­po­gra­phie die Schrift und ihre Anwen­dung selbst. Mikro­ty­po­gra­phie umfasst sowohl die fun­dier­te Inter­pre­ta­ti­on der Typo­me­trie von Buch­sta­ben, Zif­fern und Zei­chen, als auch deren ins Detail gehen­de Anwen­dung im Schrift­satz. Mikro­ty­po­gra­phie wei­ter­le­sen

Geviert

Rela­ti­ve Maß­ein­heit, die in der Typo­gra­phie heu­te pri­mär zur Bemes­sung von Abstän­den (z.B. Wort­z­wi­schen­räu­me) und waag­rech­ten Stri­chen (z.B. Geviertstri­che) sowie als Maß für das Kerning, die Schrift­lauf­wei­te und den Opti­schen Schrift­wei­ten­aus­gleich (OSW) ver­wen­det wird. Im Web Publis­hing u.a. auch als Ein­heit (em) für die rela­ti­ve Grö­ße einer Schrift gebräuch­li­ch. Geviert wei­ter­le­sen

Abstand

Räum­li­che Dis­tanz zwi­schen ein­zel­nen Kom­po­nen­ten eines Lay­outs. Dar­un­ter fal­len bei­spiels­wei­se die Abstän­de zwi­schen Satz­spie­gel, Kopf­steg, Außen­steg, Bund­steg und Fuß­steg, Con­tai­ner­ab­stän­de sowie Zei­chen­ab­stän­de, Wort­z­wi­schen­räu­me, Zei­len­ab­stän­de und Spal­ten­ab­stän­de. Abstän­de beein­flus­sen u.a. den Grau­wert und die räum­li­che Ästhe­tik einer gestal­te­ri­schen Arbeit sowie die Les­bar­keit eines Schrift­sat­zes. Abstand wei­ter­le­sen

Schriftwahl

Die Wahl einer geeig­ne­ten Schrift bzw. eines Fonts ist in allen Teil­dis­zi­pli­nen der Typo­gra­phie von hoher Bedeu­tung. Sie beein­flusst nicht nur mass­geb­li­ch die Les­bar­keit und die Ästhe­tik eines Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­ums, sie ver­ur­sacht auch nach­hal­ti­ge Kon­klu­sio­nen bei der Imple­men­tie­rung.

Die Wahl der Schrift­gat­tung (z.B. Anti­qua-Schrift), der Schrift­art (z.B. Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua), der Neben­grup­pe (z.B. Bodo­ni-Vari­an­te), des Schriftstils/Schriftschnitts (z.B. Roman) und der Font-Tech­no­lo­gie (z.B. Open­Ty­pe, Tru­e­Ty­pe) gehört in den Bereich der Makro­ty­po­gra­phie. Für die Ein­ord­nung von Schrif­ten exis­tie­ren unter­schied­li­che Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­mo­del­le, bei­spiels­wei­se die Typeface Desi­gn Grou­ping accord­ing to AFI oder die Matrix Bei­nert.  Schrift­wahl wei­ter­le­sen

Französische Anführungszeichen

Inter­punk­ti­ons­zei­chen; Satz­aus­druck­zei­chen. Fran­zö­si­sch « Guil­le­mets français »; Kurz­form Guil­le­met oder Guil­le­mets, pho­ne­ti­sch im Plu­ral auch als »-gij’mee« aus­ge­spro­chen. Fran­zö­si­sche Anfüh­rungs­zei­chen und Abfüh­rungs­zei­chen in Form zwei­er spit­zer Klam­mern oder zwei­er Halb­krei­se, bzw. bei »Hal­ben Anfüh­rungs­zei­chen« einer spit­zen Klam­mer oder eines Halb­krei­ses. Fran­zö­si­sche Anfüh­rungs­zei­chen wei­ter­le­sen

Giessbach

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für einen lücken­haf­ten, schlecht »aus­ge­schlos­se­nen« Block­satz, bei dem meh­re­re unter­ein­an­der ste­hen­de, meist zu gro­ße und zu ungleich­mä­ßi­ge Wort­z­wi­schen­räu­me Lücken im Text­bild erzeu­gen, wel­che im über­tra­ge­nen Sin­ne opti­sch einen »Giess­bach« (Berg­bach mit Was­ser­fall) erge­ben. Schrift­satz­feh­ler; auch als »Bach« bezeich­net; alt­deut­sche Schreib­wei­se »Gieß­bach«.  Giess­bach wei­ter­le­sen

Typometrie

1. Geometrische Konstruktion von Schriftzeichen

Unter Typo­me­trie ver­steht man heu­te die eukli­di­sch-geo­me­tri­sche Kon­struk­ti­on von Schrift­zei­chen. Let­tern­ver­mes­sung; Zeichen(geo)metrie, Let­tern­ar­chi­tek­tur. Seg­ment der Schrift­ge­stal­tung (Schrift­ent­wurf, Type Desi­gn), wel­ches die gestalt­li­chen Gesetz­mä­ßig­kei­ten und Grö­ßen­be­zie­hun­gen (Pro­por­tio­nen) zwi­schen Lini­en, Schrift­li­ni­en und Flä­chen behan­delt, die zur Kon­struk­ti­on von Buch­sta­ben, Zif­fern und Son­der­zei­chen – unab­hän­gig von den Spe­zi­fi­ka der Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on – not­wen­dig sind. Typo­me­trie wei­ter­le­sen

Schriftklassifikation Matrix Beinert

Schrift­klas­si­fi­ka­ti­ons­mo­dell für das Elec­tro­nic und Desk­top Publis­hing (DTP), wel­ches 2001 vom deut­schen Typo­gra­phen Wolf­gang Bei­nert erar­bei­tet und zuletzt im Janu­ar 2016 aktua­li­siert wur­de. Das Sche­ma ord­net Druck­schrif­ten, Screen Fonts und Bild­zei­chen in neun Haupt­grup­pen: Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on Matrix Bei­nert wei­ter­le­sen

Ausgleichen

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die ästhe­ti­sche Anpas­sung der Weiß­räu­me inner­halb von Zei­chen­grup­pen bei Pro­por­tio­nal­schrif­ten; indi­vi­du­el­ler Aus­gleich von Buch­sta­ben-, Zif­fern- und Zei­chen­ab­stän­den; im Hand­satz auch als »Aus­mit­teln« bezeich­net. Seman­ti­sch »aus­glei­chen« von »Aus­gleich« für »ein Gleich­ge­wicht zustan­de brin­gen« bzw. »das Auf­he­ben von Unter­schie­den durch Anpas­sung bei­der Sei­ten«.
Aus­glei­chen wei­ter­le­sen

Kerning

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für den opti­schen Aus­gleich kri­ti­scher Buch­sta­ben-, Zif­fern- bzw. Zei­chen­kom­bi­na­tio­nen (Zei­chen­ab­stands­kerning) und Wort­z­wi­schen­räu­men (Wort­ab­stands­kerning) bei Pro­por­tio­nal­schrif­ten; ästhe­ti­scher Schrift­wei­ten­aus­gleich kri­ti­scher Zei­chen­paa­re; Unter­schnei­dung von Buch­sta­ben­paa­ren oder Zei­chen­grup­pen; im mate­ri­el­len Schrift­satz (z.B. Blei­satz) auch als »Zurich­tung« einer Druck­schrift bezeich­net; dt. »Unter­schnei­dung«; CSS-Eigen­schaft »font-kerning«. In der Mikro­ty­po­gra­phie zählt das Kerning zum Opti­schen Schrift­wei­ten­aus­gleich.  Kerning wei­ter­le­sen

Spationieren

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Erwei­te­rung der Schrift­lauf­wei­te, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Web­fonts, aus­ge­hend von der Nor­mal­schrift­wei­te (NSW). Im mate­ri­el­len Schrift­satz (z.B. Blei­satz) auch als »Spa­ti­ie­ren« oder als »Sper­ren« bezeich­net; engl. »Spa­c­ing«. Ety­mo­lo­gi­sch von »Spa­ti­um« für »Zwi­schen­raum« aus dem lat. »spa­ti­um« für »Raum«.   Spa­tio­nie­ren wei­ter­le­sen

Optischer Schriftweitenausgleich

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Ver­än­de­rung der Schrift­lauf­wei­te einer Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Screen Fonts; opti­sche Kor­rek­tur der Schrift­lauf­wei­te einer Zei­chen­kom­bi­na­ti­on, eines Wor­tes oder Tex­tes durch eine Posi­ti­ve (+LW) und/oder Nega­ti­ve (-LW) Lauf­wei­ten­ver­än­de­rung; Lauf­wei­ten­aus­gleich; fach­spe­zi­fi­sche Abkür­zung »OSW«. Opti­scher Schrift­wei­ten­aus­gleich wei­ter­le­sen

Unterschneiden

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die Ver­rin­ge­rung der Schrift­lauf­wei­te einer maschi­nell oder digi­tal repro­du­zier­ba­ren Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Screen Fonts, aus­ge­hend von der Nor­mal­schrift­wei­te (NSW); engl. »Kerning«. In der Mikro­ty­po­gra­phie zählt das Unter­schnei­den zum Opti­schen Schrift­wei­ten­aus­gleich.  Unter­schnei­den wei­ter­le­sen

Normalschriftweite

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für die natür­li­che Schrift­lauf­wei­te einer maschi­nell oder digi­tal repro­du­zier­ba­ren Schrift, bei­spiels­wei­se einer Druck­schrift oder eines Web­fonts; auch als  »Nor­ma­le Lauf­wei­te«, »Natür­li­che Lauf­wei­te« oder »Lauf­wei­te Null« (LW 0) bzw. bei phy­si­schen Schrift­ty­pen (z.B. Blei­satz) als »Nor­ma­ler Brei­ten­lauf« oder »Nor­ma­le Grund­schrift­wei­te« bezeich­net; fach­spe­zi­fi­sche Abkür­zung »NSW«. Nor­mal­schrift­wei­te wei­ter­le­sen

Sperren

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für das gleich­mä­ßi­ge Erwei­tern der Schrift­lauf­wei­te. Sperr­satz; Syn­onym im Hand­satz »Spa­ti­ie­ren«. Ety­mo­lo­gi­sch »sper­ren« von alt­hoch­deut­sch »sperr­an« in Bezug zu »Spar­ren« für »Spa­ti­en« von latei­ni­sch »spa­ti­um«. In der Mikro­ty­po­gra­phie zählt das Sper­ren zum Opti­schen Schrift­wei­ten­aus­gleich.  Sper­ren wei­ter­le­sen

Schriftklassifikation

Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on dient dem Ord­nen, Kata­lo­gi­sie­ren und der Pfle­ge von Schrif­ten in Schrif­ten­bi­blio­the­ken sowie dem Stu­di­um von Schrif­ten. Klas­si­fi­ka­ti­ons- und Ord­nungs­mo­del­le opti­mie­ren spür­bar typo­gra­phi­sche Gestal­tungs- und Arbeits­pro­zes­se, also den typo­gra­phi­schen Work­flow vom Ent­wurf bis zur Pro­duk­ti­on. Schrift­klas­si­fi­ka­ti­on wei­ter­le­sen

Dicktengleich

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für Alpha­be­te, Ara­bi­sche Zif­fern, Satz­zei­chen, Son­der­zei­chen und Leer­raum­zei­chen, die durch­gän­gig die glei­che Dick­te besit­zen. Dick­ten­glei­che Schrif­ten wer­den auch als Nicht­pro­por­tio­nal­schrif­ten, Fest­brei­ten­schrif­ten oder als Mono­s­pa­ced Fonts, dick­ten­glei­che Zif­fern als Tabel­lenzif­fern und das dick­ten­glei­che Spa­tio­nie­ren einer Schrift als »Sper­ren« bezeich­net. Dick­ten­gleich wei­ter­le­sen

Fußnote

Eine Fuß­no­te ist eine Anmer­kung, Legen­de, Bemer­kung, Quel­len­an­ga­be, Über­set­zung oder wei­ter­füh­ren­de Erklä­rung zu einem Wort oder einer Text­pas­sa­ge. Sie wird – im Gegen­satz zu Mar­gi­na­li­en und End­no­ten – am Fuß der glei­chen Sei­te, meist in einem klei­ne­ren Schrift­grad, in einer soge­nann­ten Kon­sul­ta­ti­ons­grö­ße, an die Text­ko­lum­ne (Haupt­text) ange­hängt. Fuß­no­ten wer­den bei­spiels­wei­se bei wis­sen­schaft­li­chen Tex­ten ver­wen­det, die einen Zitat­nach­weis oder eine Anmer­kung zu einer The­se erfor­dern. Fuß­no­ten sind eine Hil­fe für Leser, die Bele­ge und wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen suchen und über­prü­fen. Die Qua­li­tät und der Umfang von Fuß­no­ten kann des­halb auch ein Maß­stab für eine wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung sein.  Fuß­no­te wei­ter­le­sen

Layout

Wer­be­sprach­li­cher Ter­mi­nus für den gra­fi­schen Ent­wurf eines visu­el­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­ums; Visua­li­sie­rung eines Gedan­kens im Sin­ne eines gra­fi­schen Ent­wurfs; skiz­zen­haf­te Dar­stel­lung einer Idee; gra­fi­sche Anord­nung ein­zel­ner Text- und Bild­ele­men­te. Der Begriff »Lay­out« wird in unter­schied­li­chen Zusam­men­hän­gen ver­wen­det.  Lay­out wei­ter­le­sen

Glyphe

In der Typo­gra­phie bezeich­net »Gly­phe« die gra­fi­sche Dar­stel­lung eines Sil­ben­zei­chens, seg­men­ta­len, sym­bo­li­schen, iko­ni­schen oder ind­e­xi­ka­li­schen Schrift­zei­chens in Form eines Buch­sta­bens, Satz­zei­chens, Son­der­zei­chens, einer Ara­bi­schen Zif­fer oder einer Liga­tur, also eine kon­kre­te gra­fi­sche oder typo­me­tri­sche Dar­stel­lung eines Zei­chens bzw. Schrift­zei­chens inner­halb eines Schrift­sys­tems.  Gly­phe wei­ter­le­sen

Zeilendurchschuss

1. In der gegen­wär­ti­gen Ter­mi­no­lo­gie der Typo­gra­phie: Dis­tanz zwi­schen zwei oder meh­re­ren unter­ein­an­der fol­gen­den Zei­len; Abkür­zung »Durch­schuss«. Im Gegen­satz zum Zei­len­ab­stand (ZAB) bezieht sich der Zeilen­durch­schuss jeweils von der Unter­kan­te der p-Linie (Unte­rer Schei­tel der Unter­län­ge) zur Ober­kan­te der H- bzw. k-Linie (Oberer Schei­tel der Ober­län­ge) eines Buch­sta­bens in der nächst­fol­gen­den Zei­le (sie­he auch Schrift­li­ni­en).  Zeilen­durch­schuss wei­ter­le­sen

Duktus

Kal­li­gra­phi­scher und typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus, der die Cha­rak­ter­ei­gen­schaft eines Buch­sta­bens beschreibt; also die Strich­stär­ke, Strichnei­gung und Strich­füh­rung. Ety­mo­lo­gi­sch lei­tet sich das Wort »Duk­tus« vom latei­ni­schen »duc­tus« für »Zug, Füh­rung« zu »duce­re« für »füh­ren« ab. Duk­tus wei­ter­le­sen

Dickte

1. Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus aus der Peri­ode des mate­ri­el­len Schrift­sat­zes für die phy­si­sche Brei­te eines Schrift­ke­gels einer Druck­let­ter, bei­spiels­wei­se eines Blei- oder Holz­buch­sta­bens, die im Hoch­druck, z.B. in einer Tie­gel­druck­pres­se, ver­wen­det wird; Schrift­ke­gel­brei­te.  Dick­te wei­ter­le­sen

Schriftauszeichnung

Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für eine Schrift­mi­schung im »glat­ten Satz«, also inner­halb eines fort­lau­fen­den Tex­tes; Abkür­zung »Aus­zeich­nung«. Der Begriff hat sei­nen Ursprung in der Inku­na­bel­zeit der Jah­re 1450 bis 1500. Denn Initia­len, Rubri­ken, Lom­bar­den, Illu­mi­na­tio­nen, Unter­strei­chun­gen und Aus­zeich­nungs­stri­che konn­ten in der Pro­to­ty­po­gra­phie nur von Kal­li­gra­phen, Illu­mi­na­to­ren und Rubri­ka­to­ren hän­di­sch »aus­ge­zeich­net« wer­den.  Schrift­aus­zeich­nung wei­ter­le­sen

Apostroph

Ter­mi­nus für ein auf Höhe der Ober­län­ge ste­hen­des, kom­maför­mi­ges Zei­chen, das zu den Ellip­sen­zei­chen (Aus­las­sungs­zei­chen) zählt; Satz­zei­chen; umgangs­sprach­li­ch auch als Hoch­kom­ma oder Ober­strich bezeich­net. Ety­mo­lo­gi­sch aus dem Alt­grie­chi­schen »apóstro­phos«‚ für »der Abge­wand­te« zu latei­ni­sch »apo­stro­phus«.  Apo­stro­ph wei­ter­le­sen

Alinea

1. Typo­gra­phi­scher Ter­mi­nus für Schmuck­zei­chen, Zier­stü­cke, Schluß­stü­cke, Eng­li­sche Lini­en und Schluss­li­ni­en zur Text­ab­tren­nung. Im mate­ri­el­len Schrift­satz (Blei­satz) gehör­ten Ali­ne­as zum »Zier­rat« und wur­den in der Regel bei den Akzi­denz­schrif­ten auf­be­wahrt. Ali­nea wei­ter­le­sen

Akkolade

Geschweif­te Par­en­the­se; Geschweif­te Klam­mer; umgangs­sprach­li­ch auch als »Nasen­klam­mer« bezeich­net. Plu­ral Akko­la­den. Ety­mo­lo­gi­sch aus dem Fran­zö­si­schem »acco­la­de« für »Umar­mung« aus dem Latei­ni­schen »ad« für »zu« und »col­lum« für »Hals«. Satz­zei­chen, wel­ches Noten-, Code- und Text­zei­len zusam­men­fügt.  Akko­la­de wei­ter­le­sen

Adobe Font Metrics File

Ein Ado­be Font Metrics File®, auch als AFM-Datei (*.afm) bezeich­net, ist eine ASCII-Datei, die u.a. Quel­len­an­ga­ben, Copy­right-Daten, Brei­ten- und Kerning-Tabel­len ent­hält. Eine sepa­ra­te AFM-Datei ergänzt den jewei­li­gen Post­Script® Font mit Infor­ma­tio­nen über die Grö­ße der ein­zel­nen Zei­chen und über die jewei­li­gen Abstän­de der Zei­chen zuein­an­der.  Ado­be Font Metrics File wei­ter­le­sen