Tschichold, Jan

Deutscher und Schweizer Grafikdesigner, Typograph, Schriftgestalter, Kalligraph, Lehrer und Fachbuchautor. Geboren am 2. April 1902 in Leipzig (Sachsen) als Sohn von Franz und Maria Tzschichhold. Geburtsname »Johannes Tzschichhold«. Gestorben am 11. August 1974 in Locarno (Circolo di Locarno) im Kanton Tessin in der Schweiz.

Jan Tschichold zählt zu den populären Theoretikern der lateinisch geprägten Typographie des 20. Jahrhunderts; er gilt als Meister der traditionellen typographischen Praxis, insbesondere der Buch- und Lesetypographie.

Jan Tschichold ist ein Paradebeispiel für Fleiß, Können und Zielstrebigkeit. Aufgewachsen im Schatten zweier fürchterlicher Weltkriege, erarbeitete er sich ein beachtliches Lebenswerk und eine internationale Reputation, die der Nachwelt sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Seine Lehrbücher sind eine wahre Fundgrube typographischen Wissens und gelten auch heute noch als didaktischer Maßstab. Bildzitat: Jan Tschichold nach einer Fotografie von Thames & Hudson um 1926 bei einem Besuch in London. Foto: www.typolexikon.de
Jan Tschichold ist ein Paradebeispiel für Fleiß, Können und Zielstrebigkeit. Aufgewachsen im Schatten zweier fürchterlicher Weltkriege, erarbeitete er sich ein beachtliches Lebenswerk und eine internationale Reputation, die der Nachwelt sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Seine Lehrbücher sind eine wahre Fundgrube typographischen Wissens und gelten auch heute noch als didaktischer Maßstab. Bildzitat: Jan Tschichold nach einer Fotografie von Thames & Hudson um 1926 bei einem Besuch in London.

Jan Tschicholds journalistische Tätigkeit machte ab 1923 die »Bauhaustypographie« des Staatlichen Bauhauses, welches 1919 von Walter Gropius (1883–1969) in Weimar als Kunstschule gegründet wurde, weltweit bekannt. Er beeinflusste damit unzählige Grafikdesigner und Typographen, so auch in den 1930er Jahren die »New York School« (siehe Grafikdesign). Insbesondere sein Aufsatz über die neue elementare Typographie, der in den USA in der »Commercial Art« im Juli 1930 unter dem Titel »New Life in Print« erschien, beinflusste viele US-amerikanische Grafiker, u.a. Paul Rand (1914–1996). Tschicholds Ideen über eine »neue typographie« wurden in einer Vielzahl amerikanischer Designhandbücher eingearbeitet, so u.a. in »Modern Typography and Layout« von Douglas Mc Murtrie oder »Technique of Advertisig Layout« von Frank Young. 1 ) In seiner zweiten Lebenshälfte distanzierte sich Jan Tschichold spürbar von seinen früheren »jugendlichen« Betrachtungsweisen zur Typographie.

Kindheit im Königreich Sachsen

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Johannes Tzschichold in sehr bescheidenen Verhältnissen in Leipzig und Umgebung (Königreich Sachsen), so auch in Grimma, einer kleinen Stadt zwischen Leipzig, Chemnitz und Dresden, wo er nach der Volksschule kurzweilig das »Königliche Lehrerseminar Grimma« (ab 1924 umbenannt in »Deutsche Oberschule«) 2 ) besuchte.

Tschicholds Vater Franz Tzschichhold arbeitete zu dieser Zeit als Schriftenmaler in Leipzig. Er soll seine Leidenschaft zur Kalligraphie geweckt haben. 3 ) Seine Mutter Maria war eine geborene Zapff. Die Großeltern väterlicherseits stammten aus Pförden bei Forst in der Niederlausitz, einem Ort östlich der Neiße, heute Brody, Polen.

Jugend in der Weimarer Republik

Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918), der Abschaffung der Monarchie (1918) und der Gründung der Weimarer Republik (1918–1933) wird der 17. jährige Johannes Tzschichold 1919 in die Vorklasse des bekannten Paläographen, Typographen und Kalligraphen Hermann Delitsch (1869–1937) an der »Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe« in Leipzig (ab 1950 »Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig«) aufgenommen. Im Anschluss besuchte er von 1920 bis 1921 die Kunstgewerbeschule in Dresden. 1921 wechselt Johannes Tzschichold dann wieder nach Leipzig als Schüler in die Meisterklasse »Buchgewerbe, Illustration, freie und angewandte Graphik« des Buchkünstlers, Typographen und Grafikdesigners Dr. h.c. Walter Tiemann (1876–1951), der von 1921 bis 1941 Direktor der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig war. 

Tiemann wurde ab Mitte der 1920er Jahre sowohl von nationalkonservativen Kollegen als auch vom jungen revolutionären »jan tschichold« im Zuge des Dogmas »neue typographie« vehement attackiert. 1940 wurde Tiemann von den Nationalsozialisten »zum vorläufigen Ruhestand« gezwungen.

Tschichold schreibt später über sich selbst, beispielsweise 1946 in seinem Aufsatz »Glaube und Wirklichkeit«, dass er »von 1920 bis 1925 Lehrer der Schrift an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig gewesen war«. Das ist natürlich nicht korrekt. Tschichold hatte im Auftrag seines einstigen Mentors Tiemann vertretungsweise nur einige Abendkurse im Schriftschreiben betreut, da aufgrund der katastrophalen Auswirkungen des 1. Weltkriegs und der revolutionären Unruhen im neuen »Freistaat Sachsen« akuter Lehrermangel bestand. Er war dort Schüler, kein »Lehrer«. Die Bezeichnungen Tutor oder Assistent wären sicherlich für eine derartige »Lehrtätigkeit« angemessener. Dieser Form der Selbstinszenierung wird Jan Tschichold allerdings bis ins hohe Alter treu bleiben. Im Laufe seines Lebens wird er noch die eine oder andere Realität geschickt zu seinen Gunsten umformulieren, verschweigen oder betonen. So schrieb beispielsweise  Jan Tschichold 1972 ungeniert in den Typographischen Monatsblättern 4 ) unter dem Pseudonym »Reminiscor« seine eigene »Geburtstagslaudatio«; laut Max Caflisch (1916–2004) möglicherweise auch deshalb, »(…) weil er der Auffassung war, niemand anders sei in der Lage, einen solchen Beitrag zu schreiben – und so gut zu schreiben …«.

Ab den frühen 1920er Jahren ist Johannes Tzschichold neben seinem Studium auch als freiberufliche »Typographischer Entwerfer« tätig, u.a. für den Leipziger Gebrauchsgraphiker Erich Gruner (1881–1966), der zu jener Zeit einer der führenden Grafiker Leipzigs war. Gruner entwarf beispielsweise 1917 das Doppel-M-Signet (MusterMesse) für die Leipziger Messe. Tzschichold entwarf für Gruner kalligraphisch geschriebene Inserate für die Leipziger Messe.

Des Weiteren arbeitete er für die Leipziger Buchdruckerei Fischer & Wittig und den Leipziger Insel-Verlag, der u.a. bei der Offizin Poeschel & Trepte in Leipzig produzierte (heute Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft, Steuern, Recht GmbH, Stuttgart. Ein Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt, Düsseldorf), wo Tzschichold als Volontär im Akzidenzsatz und in der Werksatzabteilung seine ersten praktischen Kenntnisse im Handschriftsatz sammelte.

Anfang der 1920er Jahre knüpft Johannes Tzschichold als Protegé seines renommierten Lehrers Walter Tiemann Kontakte zur Offenbacher Schriftgießerei der Gebrüder Klingspor (gegründet von Karl Klingspor, 1868–1950, infolge Stempel AG, infolge Linotype®, infolge Monotype®), so u.a. auch zu dem damals sehr prominenten Offenbacher Typographen Rudolf Koch (1876–1934), einem Bekannten von Tiemann. Walter Tiemann veröffentlichte ab 1909  seine Druckschriften bei der Offenbacher Schriftgießerei der Gebrüder Klingspor, für die auch Rudolf Koch arbeitete. Beispielsweise publizierte 1914 Koch dort die Schrift »Maximilian« und Tieman die Schrift »Peter Schlemihl«.

Ungefähr im Alter von 20 Jahren wird Johannes Tzschichhold mit den avantgarden Betrachtungsweisen des Futurismus, Dadaismus und Konstruktivismus konfrontiert. Insbesondere faszinierten ihn die Zielsetzungen und Formensprachen des 1907 in München gegründeten Deutschen Werkbunds und des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses, der beiden Keimzellen der modernen »Visuellen Gestaltung« und der »Modernen Typographie« (siehe auch SchriftgeschichteTypographie und Grotesk).

1923 besuchte er in Weimar eine Ausstellung des Bauhauses, wo er den ungarischen Bauhauslehrer Laszlo Moholy-Nagy (1895–1946), den späteren Gründungsdirektor der »School of Design« in Chicago (USA), und den russischen Maler, Grafikdesigner, Architekten, Typographen und Fotograf Lazar Markovitsch Lissitzky (1890–1941) kennenlernte.

Aus Johannes Tzschichhold wird Jan Tschichold

Um 1924/25 änderte Johannes Tzschichhold seinen Vor- und Familiennamen in »iwan tschichold«, »ivan tschichold« und dann ab 1926 in »jan tschichold«, eine modische Attitüde jener Jahre. Denn osteuropäische, insbesondere russisch klingende Namen, waren zu jener Zeit in linksintellektuellen deutschen Künstlerkreisen sehr beliebt. Der Journalist und Autor Georg Ramseger (1913–1996) schrieb 1988 in einem Beitrag in »Max Caflisch: Typographia practica«, dass Tschichold »(…) gerne mit seiner sorbischen Herkunft kokettierte«.

Ab diesen Jahren beginnt Jan Tschichold den »Modernen Stil« alla Karel Teige, John Heartfield, Lajos Kassák, Herbert Bayer, El Lissitzky, Alexander Tairoff, Laszlo Moholy-Nagy oder Alexander Rodschenko konsequent nachzuahmen und in Form einer »modernen typographie« zu visualisieren, einer grafische Formensprache, die die junge Industriegesellschaft, den Fortschritt, die sozial orientierte proletarische Fraternisierung und den Internationalismus versinnbildlichte. Jan Tschichold vertrat diesen grafischen Stil bis Ende 1930.

Der deutsche Gestalter Otl Aicher (1922–1991), einer der Gründer der »hochschule für gestaltung ulm«, bezeichnete 1989 diese Zeitspanne als den Beginn eines »typographischen Kriegszustands (…) zwischen (Fraktur-), Grotesk– und Antiqua-Ideologen (…), der bis heute anhält (…)« 5 ).

Elementare Typographie

Im Oktober 1925 publizierte »ivan tschichold« als Co-Autor erstmals in zwei kurzen Aufsätzen im Sonderheft »elementare typographie«, einer Beilage der Zeitschrift »typographische mitteilungen« (Herausgeber: Bildungsverband der deutschen Buchdrucker, Leipzig), seine Betrachtungsweisen über »die neue gestaltung« und die »elementare typographie«. Autoren dieses Sonderhefts, das zeitgleich mit dem Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau erschien, waren Natan Altman, Otto Baumberger, Herbert Bayer, Max Burchartz, El Lissitzky, Ladislaus Moholy-Nagy, Molnár F. Farkas, Johannes Molzahn, Kurt Schwitters, Mart Stam und Ivan Tschichold. 6 )

Der Beginn einer internationalen Karriere: Im Oktober 1925 publizierte »ivan tschichold« als Co-Autor erstmals in zwei kurzen Aufsätzen im Sonderheft »elementare typographie«, einer Beilage der Zeitschrift »typographische mitteilungen« (Herausgeber: Bildungsverband der deutschen Buchdrucker, Leipzig), seine Betrachtungsweisen über »die neue gestaltung« und die »elementare typographie«. Quelle: Archiv von Wolfgang Beinert, Berlin.
Der Beginn einer internationalen Karriere: Im Oktober 1925 publizierte »ivan tschichold« als Co-Autor erstmals in zwei kurzen Aufsätzen im Sonderheft »elementare typographie«, einer Beilage der Zeitschrift »typographische mitteilungen« (Herausgeber: Bildungsverband der deutschen Buchdrucker, Leipzig), seine Betrachtungsweisen über »die neue gestaltung« und die »elementare typographie«.

Dieses zweifarbig – in schwarzer und roter Farbe – gedruckte Sonderheft löste bei zehntausenden – mehrheitlich traditionsbewussten – Verbandsmitgliedern eine leidenschaftliche und bis heute beispiellose Debatte über Typographie aus, die »ivan tschichold« über Nacht zu einem bekannten Protagonisten in der deutschsprachigen grafischen und typographischen Fachwelt machte. So schrieb El Lissitzky, einer der Co-Autoren, 1925 euphorisch an Tschichold: »(…) bravo, bravo, (…) es ist bei mir ein physischer Genuß, wenn ich so eine Qualitätsschrift in den Händen, Fingern, Augen halte. Meine Nervenantennen spannen sich, und der gesamte Motor verschnellert den Lauf. (…)« 7 )

Die große Mehrheit der Kollegenschaft vertrat allerdings die Überzeugung, dass Tschicholds »typographische Mätzchen nur vordergründig etwas mit Typographie zu tun hätten und es sich dabei nur um eine politische Demonstration handle«. 8 )

Stippvisite in Berlin

Im Alter von 24. Jahren zieht Jan Tschichold Ende 1925 in die von politischen Unruhen und großer wirtschaftlicher Not geplagte Reichshauptstadt Berlin, die offiziell bereits 4.024.165 Einwohner zählt. Er heiratet am 31. März 1926 Edith Kramer  und arbeitet freiberuflich für den Insel Verlag und den Bücherkreis Berlin.

Über seine Ehefrau Edith ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Tschichold soll sie bereits um 1923 in Leipzig kennengelernt haben, als sie ein Volontariat – vermutlich in einem Verlag – absolvierte. Sie soll aus »einfachen Verhältnissen stammen (…) sie war branchenfremd (…) war sehr freundlich (…) sie nannte ihn immer Tschichold (…) er half ihr immer fleißig im Haushalt (…) sie war eine gute Zuhörerin (…) sie war eine hervorragende Köchin (…) sie war die wichtigste Person in Tschicholds Leben (…) sie war Tschicholds Beraterin«. Diese Eindrücke gewann der Grafikdesigner und Typograf Kurt Weidemann (1922–2011) bei einem Besuch mit seiner ersten Ehefrau Jutta (1940–1972) bei den Tschicholds in Berzona (Tessin) in den 1960er Jahren. 9 ) 

Jan Tschichold beginnt verstärkt – nach dem Vorbild vieler Protagonisten des Werkbunds und des Bauhauses – seine Betrachtungsweisen im deutschsprachigen Raum in »lichtbildervorträgen« zu verbreiten. Zu jener Zeit war die grafische und typographische Szene beispielhaft organisiert. Es gab regelmäßig Vorträge in Schulen, Klubs, Gesellschaften, Vereinen etc., die sich mit Grafik, Typographie und Gestaltung im weiteren Sinne auseinandersetzten. »lichtbildervortäge« (Diavorträge) galten in den 1920er Jahren als eine ungewöhnliche moderne Präsentationsform.

»München leuchtet«

Im Juni 1926 zieht Jan Tschichold mit seiner Ehefrau Edith in die Hofmarckstraße 39 nach Planegg, einem Vorort von München, um in der bayerischen Landeshauptstadt eine Anstellung als Berufsschulfachlehrer für Kalligraphie und Typographie an der »Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker« (heute »Berufliches Schulzentrum Alois Senefelder«) anzunehmen, die ihm der bekannte Typograph und Schriftgestalter Paul Renner (1878–1956) in seiner Funktion als Gründungsdirektor der Meisterschule (1927–1933) angeboten hat. 

Paul Renner wird ab diesem Zeitpunkt Jan Tschichold zeitlebens protegieren, auch als er sich nach Hödingen am Bodensee ins »Exil« zurückzog. Der Typograph und Schriftgestalter Günter Gerhard Lange (1921–2008) bemerkte über Renners Beziehung zu Tchichold: »Renner übersah grundsätzlich Tschicholds kleinbürgerliche und unerträgliche Arroganz gegenüber weniger begabten Kollegen (…) Renner selbst war sehr großbürgerlich«. 10 )

Günter Gerhard Lange weiter: »Tschichold konnte in seinen Vorträgen oft sehr verletzend sein, inbesondere wenn er sein Manuskript verließ und frei sprach (…) ich lernte Tschichold nach dem Krieg in Stuttgart bei einem Vortrag (Anmerkung: vermutlich meint GGL den Graphischen Klub Stuttgart) nur deshalb persönlich kennen, weil ich schlussendlich der einzige Zuhörer war. Alle anderen verließen peu à peu erbost den Saal. Die Ursache: Tschichold hielt den Kollegen pedantisch vor, dass sie eigentlich von Typographie und Gestaltung nichts verstünden (…) Nachdem Tschichold bis auf mich alle vergrault hatte, ging er mit mir in ein Lokal, um etwas zu trinken (…)«. 11 )

»Privat war Tschichold eher ein zurückhaltender und sensibler Mensch«. So lernte Kurt Weidemann ihn »(…) als einen Menschen von hoher persönlicher Kultur, umfassender Bildung und – bei aller kritischen Schärfe – großer Liebenswürdigkeit kennen«. 12 )

Bedingt durch das neue Dienstverhältnis wurde der Künstlername »Jan Tschichold« behördlich festgehalten, den er zeitlebens benutzen wird.

Im Mai 1927 hält Tschichold in der »Graphischen Berufsschule« in der Pranckhstraße in München seinen Lichtbildervortrag »die neue typographie«. Obwohl vorsorglich auf dem Veranstaltungsplakat der Hinweis »eine diskussion findet nicht statt« gedruckt steht, endet der Vortrag mit tumultartigen Debatten. 13 )

Am 10. Juni bekommt seine Frau Edith ein Kind, das bereits ein halbes Jahr später stirbt. Im gleichen Jahr bietet er über die Typographische Gesellschaft München mit Paul Renner, Fritz Sommer und Josef Lehnacker Abendkurse für rund 70 Kollegen an, die im Gebäude der Graphischen Berufsschule stattfinden. Herbert Kern bezeichnet diese Münchner Zeit Tschicholds in einem Essay als »Tschichold und kein Ende«.

1928 zieht Tschichold und Ehefrau Edith von Planegg »auf« die Schwanthaler Höhe (Schwanthaler Straße 77), eines der ersten innerstädtischen Arbeiterviertel der Landeshauptstadt München (heute Westend).

Beteiligung Tschicholds an der Ausstellung »neue typographie« im Basler Gewerbemuseum. Im gleichen Jahr erscheint sein erstes Lehrbuch »Die neue Typographie« im Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker in Berlin.

Im Dezember 1928 ziehen die Tschicholds in eine neue Wohung in die Voitstraße 8, die zwischen Schwabing und Moosach (heute in der Nähe des Olympiaparks) liegt. Grund für den Umzug in eine neue Wohnung dürfte wohl auch der frühe Tod seines ersten Kindes sein. Am 4. Januar 1929 kommt sein zweites Kind, Sohn Peter, zur Welt.

1928/29 unterstützt Tschichold eine Rechtschreibreformbewegung, die die gemischte Schreibweise im deutschen Schriftsatz abschaffen will. Die Kleinschreibung in Groteskschriften entsprach auch dem Bauhaus-Dogma, dass eine Minuskelschreibweise rationeller und moderner sei. Entsprechend dieser Doktrin und inspiriert vom konstruktivistischen Universal-Alphabet (1925) des Grafikdesigners und Typographen Herbert Bayer (1900–1985), konstruiert Tschichold ein eigenes phonetisches Minuskelalphabet, das die Interpunktion auf die x-Linie stellt.

Während dieses Engagements benutzte Tschichold beispielsweise auch einen Briefbogen – mit der Adresse in Planegg bei München –, auf dem rechts unten gedruckt stand: »ich schreibe alles klein, denn ich spare damit zeit« 14 ). Inspiriert wurde Tschichold hier sicherlich vom Gesellenbrief des Bauhauses, den der Bauhausabsolvent und -lehrer Herbert Bayer (1900–1985, Typograph, Grafikdesigner, Fotograf und Maler) entworfen hatte. Dort stand links unten in der Ecke: »um zeit zu sparen, schreiben wir alles in kleinbuchstaben, und nebenbei: warum zwei alfabete verwenden, wenn wir mit einem dasselbe machen können?«. 15 )

1929 veröffentlicht Franz Roh (1890–1965) mit Jan Tschichold im Akademischen Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co. in Stuttgart sein Buch »FOTO-AUGE – 75 fotos der zeit«, ein avantgardistisches Manifest der modernen Fotografie.

1930 herrscht in München wirtschaftliche Not und eine enorm hohe Arbeitslosigkeit (offiziell 46.457 erwerbslose Männer bei 729.000 Einwohnern). Zwischen 1930 und 1933 entwickelt Tschichold die Zierschriften »Zeus« (1931) für die Schriftguß KG, »Saskia« (1932) für Schelter & Giesecke und »Transito« (1931) für die Amsterdam Type Foundry – letztere infolge des unveröffentlichten Entwurfs der »Tschichold Stencil« von 1929 –, für die es allerdings keine erwähnenswerte Nachfragen gab.

1932 gestaltet Tschichold im Alter von 30 Jahren die »Sonate in Urlauten« von Kurt Schwitters (1887–1948), die als 24. und letzte Ausgabe der MERZpublikationen in der Zeitschrift der Gruppe »Abstraction-Création« in Paris erscheint.

1933 – das Jahr  in dem Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt München ernannt wird – diffamierten nationalsozialistisch gesinnte Kollegen, insbesondere aus den Reihen des Bundes der Deutschen Gebrauchsgraphiker (heute BDG), Paul Renner als Kulturbolschewisten. Trotz seiner intensiven Bemühungen, den Sachverhalt richtigzustellen, 16 ) wird Renner von den Münchner Behörden als Direktor entlassen und durch den politisch unauffälligen Typographen Georg Trump (1896–1985) ersetzt.

Neid und Missgunst der weniger erfolgreichen und minder begabten Kollegen ist nun Tür und Tor geöffnet; Tschichold verliert nicht nur seinen einflussreichen Mentor, sondern auch sein Dienstverhältnis als Fachlehrer. 

In seiner Münchner Zeit arbeitete Tschichold neben seiner Tätigkeit als Fachlehrer auch als freiberuflicher »Typographischer Entwerfer«. Beispielsweise entwarf und zeichnete er zwischen 1926–1928 im »Modernen Stil« mehrere Dutzend Filmplakate und Filmprogramme für den Phoebus Palast, ein Kino mit über 1000 Sitzplätzen im Zentrum von München in der Sonnenstraße 8 (Nähe Stachus), Plakate für das Graphische Kabinett in der Briennerstraße 10 sowie Bucheinbände für den sozialdemokratischen Verlag »Der Bücherkreis«, eine Arbeiterbuchgemeinschaft in der Weimarer Republik.

Während seiner Dienstzeit an der Graphischen Berufsschule der Stadt München verfasste er diverse Aufsätze für die Hauszeitschrift »Graphische Berufsschule«, so u.a. über den »Geschäftsbrief nach DIN 676« oder »Die Rasterfolien, ein neues Hilfsmittel für Entwerfer«.

Flucht nach Basel

Nachdem er und seine Frau von der Polizei wegen seiner »bolschewistischen und entarteten Typographie« in Schutzhaft genommen und zeitgleich seine Wohnung in der Voitstraße 8 in München durchsucht wurde, emigriert Tschichold 1933 mit seiner Ehefrau Edith und seinem vierjährigen Sohn Peter aus der »Hauptstadt der Bewegung« – in der fortan die Druckmaschinen für »Mein Kampf« und den »Völkischen Beobachter« reserviert waren – in die neutrale Schweiz nach Riechen bei Basel.

In Basel erhält er 1933 – durch die Kontakte seines Mentors Paul Renner zu Hermann Kienzle (AGS-Direktor 1916–1943), den er 1928 im Baseler Gewerbemuseum bei einer Ausstellung näher kennenlernte – eine befristete Aushilfslehrerstelle in der Lehrlingsausbildung der »Grafischen und kunstgewerblichen Berufe« an der Schule für Gestaltung an der »Baseler Allgemeinen Gewerbeschule« (heute: Heute »Schule für Gestaltung Basel«), die ihm und seiner Familie die Emigration in die Schweiz ermöglicht.

Er und seine Familie beziehen eine Wohnung in der Steinenvorstadt 9. Neben dieser Tätigkeit als Fachlehrer arbeitet er auch als »Typographischer Gestalter« für den Benno Schwabe Verlag, der u.a. auch die Plakate für die Kunsthalle und das Gewerbemuseum in Basel fertigt (Die Druckerei des Verlages Benno Schwabe infolge wurde bereits 1488 vom Prototypographen Johannes Petri gegründet. Der Verlag und die Druckerei firmieren heute als Schwabe AG in Basel. Als Tschichold später zum Birkäuser Verlag wechselte, wurde bei Schwabe der ungarische Maler, Grafiker und Typograph Imre Reiner (1900–1987) sein Nachfolger. Auch Max Caflisch arbeitete zeitgleich als Akzidensetzer bei Schwabe und später beim Birkäuser Verlag).

1935 Aufenthalt von Kurt Schwitters bei Jan und Edith Tschichold sowie Veröffentlichung des Buches »Typographische Gestaltung«. Im September 1935 Vortragsreise durch Dänemark. Kurz danach, im November 1935, stellt Tschichold seine Arbeiten in der Druckerei (und Verlag) Lund Humphries in London (Großbritannien) aus, wodurch einige Auftragsarbeiten folgen, so auch 1937 der Auftrag zur Neugestaltung des »Penrose Annual 1938«, eines Jahrbuchs für Graphic Design. Nach einem Bericht über Tschichold im englischen Magazin »Typography« (Juli 1937) von Robert Harling (Herausgeber), lädt ihn der Couble Crown Club, eine Vereinigung englischer Typographen und Drucker, ein, seinen Vortrag »A New Approach to Typography« zu halten.

Englische Typographie

Ab Ende der 1930er Jahre ändert der nun 40jährige Jan Tschichold seine Betrachtungsweisen und zieht fortan die »Traditionelle Typographie« der »Modernen (Neuen) Typographie« vor. Ab diesem Zeitpunkt wandelt er sich zum leidenschaftlichen Vertreter einer klaren, klassischen Makrotypographie und Mikrotypographie. Zu seinen letzten Arbeiten im »Modernen Stil« dürfte das Plakat für die Ausstellung »konstruktivisten« zählen, die vom 16.1. bis 14.2.1937 in der Basler Kunsthalle stattfand. Tschichold ist nun Ende 30; er ist auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen – und auch nach einer pekuniär erwähnenswerten Karriere.

Ab Anfang der 1940er Jahre beschäftigt sich Tschichold überwiegend nur noch mit der Antiqua geprägten Buch- und Lesetypographie im klassischen Stil von Aldus Manutius (1449/50–1515), Pierre Simon Fournier (1712–1768) und Firmin Didot (1767–1836); seine Leidenschaft gilt fortan der Englischen Typographie.

Dem Vorbild großer Typographen folgend, setzt er sich mit Schriftgeschichte, Orientalistik und Paläographie auseinander und endeckt so auch sein Interesse für den chinesischen Farbendruck; es folgen sechs Bücher zu diesem Thema. 1941 Veröffentlichung seines Buchs »Geschichte der Schrift in Bildern«.

1941–1946 erhält Tschichold eine Festanstellung als Verlagshersteller im renommierten Birkhäuser Verlag in Basel, der 1879 als Druckerei von Emil Birkhäuser gegründet wurde und sich in den 1930er Jahren zu einem einflussreichen Wissenschaftsverlag entwickelte, wo zwischen 1938 und 1941 auch der 14 Jahre jüngere Max Caflisch (1916–2004) als erster Akzidenzsetzer arbeitete (die Birkhäuser Verlag AG, Basel, Boston, Berlin gehört heute zur Springer Science+Business Media Deutschland GmbH, Heidelberg). 

Schweizer Bürgerrecht

Zeitgleich beantragt Tschichold mit Referenzen seines Arbeitgebers, Basler Freunden und Kollegen beim Kantonalen Bürgerrechtsdienst für sich und seine Familie das Basler Bürgerrecht.

1942 publiziert er im Holbein-Verlag in Basel sein Lehrbuch »Schriftkunde, Schreibübungen und Skizzieren für Setzer«. Im gleichen Jahr wird Tschicholds Einbürgerungsantrag stattgegeben, der auch eine uneingeschränkte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für die gesamte Schweiz umfasst; Tschichold und seine Familie besitzen nun das langerhoffte Schweizer Bürgerrecht.

1943 initiiert Tschichold den Schweizer Wettbewerb »Die zehn schönsten Bücher des Jahres«.

1944 baut (kauft?) Tschichold sich und seiner Familie ein (Ferien-)Haus in Berzona im Tessin, das später der Altersruhesitz der Tschicholds werden wird.

1945 bietet ihm Allan Lane, der Verleger von Penguin Books London, eine interessante Aufgabe in seinem Verlag an. Lane wurde über den Buchdrucker Oliver Simon auf Tschichold aufmerksam, den er bei seiner Ausstellung in der Druckerei Lund Humphries in London kennenlernte.

London

Daraufhin zieht Tschichold ein Jahr später von 1946 bis 1949 nach London, um dort das Corporate Design und die Corporate Typography von Penguin Books zu überarbeiten. 1949 ernennt ihn der Londoner Double Crown Club zum Ehrenmitglied.

Zurück in der Schweiz

Um 1950 zieht Tschichold wieder nach Basel. 1952 erscheint im Otto Maier-Verlag Ravensburg sein Lehrbuch »Meisterbuch der Schrift« und im Hausdruck der D. Stempel AG (gegründet von David Stempel, 1869–1927) die geschichtliche Studie Tschicholds »Formenwandlungen der Et-Zeichen«.

1949 will die Landeshauptstadt München den bereits international renomierten Tschichold als Direktor für ihre »Graphische Berufsschule« gewinnen. Die Rahmenbedingungen sind allerdings so grotesk und dreist – Tschichold sollte u.a. sein Schweizer Bürgerrecht ablegen – dass er die Offerte aus München ablehnt. 17 )

1954 erhält Tschichold die Goldmedaille des American Institute of Graphic Arts.

1955 erhält Jan Tschichold aufgrund einer Referenz des Basler Dirigenten Paul Sacher (1906–1999) eine Anstellung beim Pharmakonzern Hoffmann-La Roche, für den er repräsentative Drucksachen, beispielsweise Einladungen und Prospekte, entwirft. 

1960 wird er Ehrenmitglied der Société Typographique de France. 1962 veröffentlicht Tschichold sein wohl wirtschaftlich erfolgreichstes Buch »Willkürfreie Maßverhältnisse der Buchseite und des Satzspiegels«.

1964 erhält er zusammen mit Lajos Lengyel, Budapest, und dem VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft, Dresden, den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig. 18 )

Sabon Antiqua

Mitte der 1960er Jahren beginnt Tschichold mit den Recherchen und seinen Entwürfen zu seiner Renaissance Antiqua »Sabon Antiqua«, einer Druckschrift in der Tradition Claude Garamonds, die erstmalig eine Schriftsatzsystemkompatibilität als Handsatzschrift für die Stempel, als Zeilengussschrift für die Linotype und als Einzelbuchstabengussschrift für die Monotype® aufweisen soll.

Die »Sabon Antiqua« von Jan Tschichold ist eine Renaissance Antiqua in der Tradition von Claude Garamond. Beispiel gesetzt in der Sabon roman, italic und bold von Linotype®. Infografik: www.typolexikon.de
Die »Sabon Antiqua« von Jan Tschichold ist eine Renaissance Antiqua in der Tradition von Claude Garamond. Beispiel gesetzt in der Sabon roman, italic und bold von Linotype®.

Auftraggeber für die Neuinterpretation ist der Direktor der Schriftgießerei D. Stempel AG, Walter H. Cunz, der Sohn des ehemaligen Firmenmitinhabers Wilhelm Cunz (1869–1951). Tschichold verwendet auf dessen Wunsch für den normalen Schriftschnitt ein Druckmuster aus dem »Specimen characterum« von Conrad Berner (Konrad Berner), einer Paläo-Bibliographie der frühesten Abhandlungen über die Konstruktion von Buchstaben (Typometrie), die 1592 in Frankfurt am Main gedruckt wurde.

Für den kursiven Schnitt der Sabon interpretierte Tschichold die berühmten »Cursiva ascendonica« des französischen Stempelschneiders und Verlegers Robert Granjon (1513–1589); die Schriftbezeichnung wiederum ist eine Reminiszenz an den Stempelschneider und Schriftgießer Jacques Sabon (um 1520–1590), einen Schüler Garamonds (um 1555 begann die Blütezeit des Druckwesens in Frankfurt, initiiert durch Christian Egenolff und die von ihm gegründete Typengießerei, die nach seinem Tod vom aus Lyon stammenden Typenschneider Jacques Sabon höchst erfolgreich weitergeführt wurde).

1965 wird Tschichold durch die Royal Society of Arts zum »Royal Designer for Industry« ernannt.

Von 1966 bis 1974 ernennt ihn die Akademie der Künste, Berlin (Ost), Sektion Bildende Kunst, zum korrespondierenden Mitglied. 19 )

Die letzten Jahre in Tessin

1967 reist Tschichold zu einer Vortragsreise in die USA. Seine Französische Renaissance Antiqua »Sabon« wird »identisch in drei Setzverfahren« in Düsseldorf auf der internationalen Fachmesse »drupa« bei der D. Stempel AG, bei Linotype® und Monotype® vorgestellt. Nach seiner Rückkehr aus den USA zieht er mit seiner Frau Edith von Basel in sein Haus nach Berzona im Tessin, wo er fortan privatisiert, Fachkollegen, Freunde und Bekannte empfängt und sichtlich seine hart erarbeitete internationale Reputation genießt.

Am 11. August 1974 stirbt Jan Tschichold als zweifacher Großvater in Locarno in der Schweiz.

Literatur von Jan Tschichold (Auswahl):

  • Tschichold, Jan: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie. Eine Fibel für jedermann, Maro-Verlag Augsburg 1988 ISBN 3-87512-403-0.
  • Tschichold, Jan: Meisterbuch der Schrift, Otto Maier-Verlag Ravensburg 1952, ISBN 3-473-61100-x.
  • Tschichold, Jan: Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie, Birkhäuser Verlag, Basel, ISBN 3-7643-1946-1.
  • Tschichold, Jan: Die neue Typographie. Ein Handbuch für zeitgemäß Schaffende. Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Berlin 1928.
  • Tschichold, Jan: Schönste, liebe mich, L. Schneider Verlag.
  • Tschichold, Jan: Was jedermann vom Buchdruck wissen sollte, Birkhäuser Verlag.
  • Tschichold, Jan: Zur Typographie der Gegenwart, Setzmaschinen-Fabrik Monotype Ges. m.b.H.
  • Tschichold, Jan: Man Ray, Jan Tschichold, Landesgewerbeamt Baden-Württemberg, 1963.
  • Tschichold, Jan: Leben und Werk des Typographen Jan Tschichold, Werner Klemke Herausgeber, Saur K.G. Verlag GmbH, 1988.
  • Tschichold, Jan: Schriftkunde, Schreibübungen und Skizzieren für Setzer, Holbein-Verlag, Basel 1942.
  • Tschichold, Jan: Formenwandlungen der Et-Zeichen. Frankfurt am Main, 1953.
  • Tschichold, Jan: Typografische Entwurfstechnik, Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co., Stuttgart 1932.
  • Tschichold, Jan: Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie. Birkhäuser Verlag, Basel 1987, ISBN 3-7643-1946-1.
  • Tschichold, Jan: Schatzkammer der Schreibkunst, Birkhäuser Verlag, Basel 1949.
  • Tschichold, Jan: Geschichte der Schrift in Bildern. Hauswedell Verlag, Hamburg 1961.
  • Tschichold, Jan: Willkürfreie Maßverhältnisse der Buchseite und des Satzspiegels, 1962
  • Bose, Günter und Erich Brinkmann (Herausgeber): Jan Tschichold: Schriften 1925–1974, Brinkmann & Bose, Berlin 1991, Band 1 und 2, ISBN 3-922660-35-5 und 3-922660-36-3. Im Band 2 befindet sich eine komplette Bibliographie von Jan Tschichold.

Schriften von Jan Tschichold:

  • Sabon-Antiqua, D. Stempel AG, Linotype®, Monotype®, 1967
  • Saskia, Schelter & Giesecke, 1932
  • Uhertype Grotesk, 1933/36
  • Tschichold Stencil, 1929
  • Transito, Amsterdam Type Foundry, 1931
  • Zeus, Schriftguß KG, 1931

Literatur über Jan Tschichold (Auswahl):

  • Spencer, Herbert: Pioneers of modern typography, Lund Humphries Publishers Ltd, London 1969, ISBN 0853314489.
  • Klemke, Werner: Leben und Werk des Typographen Jan Tschichold, VEB Verlag der Kunst, Dresden 1977.
  • LeCoultre, Martijn F.  und Alston W. Purvis: Jan Tschichold. Plakate der Avantgarde, Birkhäuser Verlag. Neuauflage 2007 in englischer Sprache im VK Projects, Laren, Netherlands, ISBN 978-90-5212-003-4.
  • Kirchhoff, Thorsten und Christian Ide: Happy birthday I(w)an!. Zum 100. Geburtstag von Jan Tschichold.
  • Caflisch, Max: Jan Tschichold, Revolutionär, Reformer oder Renegat?, Erinnerungen und Gedanken, Meran Offizin S., 2004.
  • Luidl, Philipp (Herausgeber): J. T. Johannes Tzschichhold. Iwan Tschichold. Jan Tschichold. Eine Jahresgabe der Typographischen Gesellschaft München, München, 1976.
  • Doubleday, Richard: Jan Tschichold, Designer: The Penguin Years, New Castle, Delaware Oak Knoll Press & Lund Humphries 2006.
  • McLean, Ruari: Jan Tschichold: Typographer, London 1975.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.Quelle: Steven Heller: Paul Rand, Phaidon Press, 1999.
2.Quelle: Staatsarchiv Leipzig des Freistaates Sachsen, Abteilung Königreich und Freistaat Sachsen 1831–1945, Bildungseinrichtungen.
3, 4.Quelle: Typographische Monatsblätter, Revue suisse de l’Imprimerie 4/1972, Aufsatz »Jan Tschichold: praeceptor typographiae, Zu seinem siebzigsten Geburtstag am 2. April 1972«. Diese Laudatio verfasste Tschichold unter einem Pseudonym selbst.
5.Quelle: Otl Aicher und Josef Rommen: Typographie, Ernst & Sohn Verlag, ISBN 3-433-02090-6
6.Literaturempfehlung: Sonderheft »elementare typographie«, einer Beilage der Zeitschrift »typographische mitteilungen«, Reprint auf Initiative des TDC NY, 1986, erschienen im Verlag H. Schmidt, Mainz. ISBN 3-87439-129-9.
7.Quelle: Essay »Die Leitsterne des Max Caflisch« von Georg Ramseger aus »copy„>Max Caflisch: Typographia practica«, Jahresgabe für die Maximilian-Gesellschaft Hamburg und die TU Darmstadt, 1988.
8.Quelle: Aufsatz »Georg Trump« von Hermann Hans Schmidt, erschienen in »Hundert Jahre Typographie, Hundert Jahre Typographische Gesellschaft München. Eine Chronik«, TGM-Bibliothek, München, 1990.
9, 12.Quelle: Kurt Weidemann in einem Gespräch mit Wolfgang Beinert, Berlin 2007.
10, 11.Quelle: Günter Gerhard Lange in einem Gespräch mit Wolfgang Beinert, München 2003.
13.Quelle: Herbert Kern, Bühnenbildner und Grafiker, war Student bei Emil Preetorius an der Akademie für Angewandte Kunst in München. 1990 verfasste Kern einen Essay über Emil Preetorius (1883–1973) für die Typographische Gesellschaft München (100 Jahre TGM 1890–1990).
14.Quelle: Sammlung von Philipp Luidl, München
15.Quellen: Isaccs, Reginald, R.: Walter Gropius, Der Mensch und sein Werk, Band 1, Seite 460, Gebrüder Mann Verlag, Berlin, 1983, ISBN 3-7861-1372-6, und Bauhaus Archiv Berlin, Sammlungs-Katalog Berlin 1981, Seite 157, Nr. 301).
16.Anmerkung: Ersichtlich aus der persönlichen Korrespondenz von Paul Renner, die 2003 in einem Nachlass von Horst Moser in Überlingen am Bodensee in einem Antiquariat gefunden wurde. Explizit in einem Brief vom 27.4.1933 an die Landesgruppe Bayern des Bundes der Deutschen Gebrauchsgraphiker (gegründet 1919, heute BDG, Bund Deutscher Grafik-Designer) in der Römerstraße, München. Quelle: »Paul Renner. Ein Vortrag von Horst Moser im Atelier Beinert in Berlin am 29.4.2010, www.beinert.net/horst-moser-paul-renner/.
17.Quelle: Typographische Monatsblätter 4/1972, Aufsatz über Jan Tschichold zu seinem siebzigsten Geburtstag.
18.Quelle: Kulturamt Leipzig, Abteilung Kulturförderung, Neues Rathaus, 04092 Leipzig.
19.Quelle: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin Mitte.